Sortierzentrum im Inlogparc wächst noch schneller als gedacht

DPD-Hammer in Hamm: Paket-Boom wie im Weihnachtsgeschäft

DPD hat viel Geld in den Standort Hamm investiert - und sich nun bestätigt.
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DPD hat viel Geld in den Standort Hamm investiert - und sich nun bestätigt.

Das Paketsortierzentrum, das der Paket- und Expressdienstleister DPD am 30. August 2019 im Inlogparc eröffnet hat, wächst schneller als erwartet: Binnen eines Jahres konnte die Menge der dort am Tag umgeschlagenen Pakete von 80.000 auf 140.000 erhöht werden!

Hamm - Da die Tendenz weiter steigend ist, plant DPD nach Angaben von Unternehmenssprecher Peter Rey eine vorzeitige Erweiterung des Hammer Standorts. Seit einiger Zeit gehe es dort zu wie im Weihnachtsgeschäft. „Aber das kommt ja erst noch.“

Doch warum wurde DPD von der Entwicklung in seinem deutschlandweit größten Depot so überrannt? Eine wichtige Rolle spiele, wie der Sprecher sagte, der aufgrund der Corona-Pandemie stark angestiegene Online-Handel. Das sei bei der Einweihung des Depots natürlich noch nicht abzusehen gewesen. „Das Wachstum der Paketmengen am Standort Hamm liegt aufgrund des Paket-Booms im Kontext der Corona-Pandemie deutlich über den Erwartungen“, sagte er. Das, was bei der Belieferung des klassischen Handels gerade zu Beginn der Pandemie weggebrochen sei, habe man durch das Online-Geschäft mehr als auffangen können.

Die Entwicklung wirkt sich auch auf die Zahl der im Inlogparc beschäftigten Menschen aus. Zu Beginn lag die Mitarbeiterzahl – es handelte sich fast ausschließlich um Beschäftigte aus dem ehemaligen Depot in Unna – bei 350. Mittlerweile arbeiten am DPD-Standort im Inlogparc rund 500 Menschen.

Paket-Boom bei DPD in Hamm: Kehrseite der Medaille

Die Kehrseite der Medaille ist, dass auch der Verkehr stark zugenommen hat und es nicht genügend Stellflächen gibt, um Lkw zur Überbrückung von Warte- und Pausenzeiten dauerhaft auf dem Depotgelände zu parken. Wie Rey sagte, werde man daher auf einer zurzeit noch eingezäunten Rasenfläche im Bereich der beiden südlich gelegenen Wassertanks zusätzliche Stellplätze für Lkw schaffen.

DPD hat viel Geld in den Standort Hamm investiert - und sich nun bestätigt.

Aber auch in den Gebäuden soll sich etwas tun. Um die Kapazitäten zu erhöhen, werde man, so der Unternehmenssprecher weiter, die Sortiertechnik zeitnah aufrüsten. Das würde dann bedeuten, dass am Standort Hamm bis zu 200.000 Pakete am Tag umgeschlagen werden können und die Zahl der Mitarbeiter auf etwa 800 ansteigt. Bei der Einweihung waren die Verantwortlichen noch davon ausgegangen, dass DPD „in spätestens fünf Jahren“ – also 2024 – die volle Kapazität ausgeschöpft haben wird. Das wird jetzt vermutlich schneller gehen.

Paket-Boom bei DPD in Hamm: Bauliche erweiterung denkbar

Auch eine bauliche Erweiterung ist eine Optionen, wodurch sich die Zahl der 320 Tore für Lkw und Sprinter erhöhen würde. Ein Umschlag von bis zu 240.000 Paketen am Tag – fast doppelt so viele wie jetzt – wäre dadurch möglich.

Der Paket-Boom bei DPD hat auch Auswirkungen auf die Verkehre außerhalb der Sortierzentrums – insbesondere im ohnehin schon völlig überlasteten Bönener Teil des Inlogparcs, aber auch auf den Straßen in Weetfeld, Wiescherhöfen und in der Selmigerheide. Genaue Zahlen liegen zwar nicht vor, bei Inbetriebnahme des Paketsortierzentrums hatte das Unternehmen aber von etwa 300 Lkw- und Sprinterfahrten am Tag gesprochen. Mittlerweile dürfte diese Zahl – rein rechnerisch – auf etwa 500 angewachsen sein.

DPD-Paketsortierzentrum im Inlogparc

Bauzeit: gut eineinhalb Jahre

Einweihung: 30. August 2019

Inbetriebnahme: 7. September 2019

Investitionsvolumen: rund 50 Millionen Euro

Grundstücksgröße: 122.000 Quadratmeter (16 mal größer als das Spielfeld im Signal-Iduna-Park in Dortmund)

Arbeitskräfte: 350 zu Beginn, 800 im Endausbau

Tägliche Paketmenge: 80.000 zu Beginn, 200.000 im Endausbau

Sortierleistung pro Stunde: 17.500 zu Beginn, 30.000 im Endausbau

Zustellgebiet (Auswahl): Dortmund, Hamm, Unna, Soest, Arnsberg, Sundern, Menden

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