Nistkästen gegen Eichenprozessionsspinner

Kampf gegen Giftraupen 2021: Dorfgemeinschaft rüstet sich

Osttünnen rüstet sich: Zahlreiche Meisennistkästen wurden jetzt wieder von der Dorfgemeinschaft Osttünnen gefertigt.
+
Osttünnen rüstet sich: Zahlreiche Meisennistkästen wurden jetzt wieder von der Dorfgemeinschaft Osttünnen gefertigt.

Keine Frage, die Raupen mit den giftigen Brennhaaren werden wieder kommen. Die Dorfgemeinschaft Osttünnen rüstet sich für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner.

Osttünnen – Es wird sicherlich nicht mehr lange dauern, bis die ersten Nester von Eichenprozessionsspinnern in Hamm gesichtet werden. In Osttünnen hat man deshalb schon jetzt vorgesorgt und Nistkästen für Meisen gebaut, für die die Eichenprozessionsspinner eine leckere Mahlzeit sind. Dabei entpuppte sich die Aktion der Dorfgemeinschaft Osttünnen in gleich mehrerer Hinsicht als Erfolg.

Erfahrungen mit den Nistkästen gemacht haben die Mitglieder der Dorfgemeinschaft schon im vergangenen Jahr, als man bereits neun gebaut und sie an den Eichen in Osttünnen aufgehängt hatte. Weil die Aktion gut lief, hat man nun erneut Nistkästen gebaut. Dieses Mal sind es 18 geworden, sodass in diesem Jahr insgesamt 27 Nistkästen zum Einsatz kommen. Verwendet wurde dazu Holz, das man zusammen gesammelt hatte, und gebaut wurde nach einer Anleitung des Naturschutzbundes (Nabu).

„Wir haben sie dann an den Eichen aufgehängt, wo im vergangenen Jahr besonders viel Befall war“, erklärt Dorfgemeinschaftsmitglied Axel Rüter. Er hatte die Aktion in die Hand genommen und sie zusammen mit Markus Palta, Stefanie Siepmann sowie Ole Siepmann und Dominik Hagedorn – letztere beiden haben die Nistkästen gebaut – durchgeführt.

Zahlreiche Meisennistkästen wurden jetzt wieder von der Dorfgemeinschaft aufgehängt. Die Jungmeisen sollen sich dann möglichst auf die Raupen des Eichenprozessionsspinners stürzen.

Und Befall gab es tatsächlich viel in 2020. „Fast jeder Baum war betroffen“, sagt Rüter. Bei der Auswahl der Bäume haben die Organisatoren aber darauf geachtet, dass besonders die Bäume entlang des Schulweges künftig sicherer sind. Denn bekanntlich können die Haare der Eichenprozessionsspinner für den Menschen gefährlich sein, sodass man von den Raupen besser genug Abstabnd halten sollte.

Dabei hat die neuesten Aktion mit den Nistkästen für Meisen gleich in mehrerer Hinsicht für eine Erfolg gesorgt. Ein Aspekt: Das Problem mit den Eichenprozessionsspinnern löst sich auf natürliche Weise. „Es ist besser als Chemie“ findet Axel Rüter. Gut auch: Meisen haben auf diese Weise eine Nahrungsquelle.

Dorfgemeinschäft Osttünnen und der Eichenprozessionsspinner

Doch es gibt noch einen Punkt, der die Aktion zu einem Erfolg macht: Denn mit Projekten wie diesem wird die Gemeinschaft im Dorf gefördert und gestärkt. „Es ist immer wieder schön, so etwas zu machen“, findet Rüter und nennt die Dorfgemeinschaft „stets bemüht“. Den Mitgliedern geht es einerseits um den Zusammenhalt im Dorf und andererseits darum, dass es in Osttünnen immer schön ist. Nicht zuletzt deshalb hatten einige Bewohner erst kürzlich die sonst jährlich stattfindende „Aktion Saubermann“ in eigene Hände genommen und das Dorf und die Feldflur von Müll befreit.

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner startete im vergangenen Jahr im Ruhrgebiet ein Pilotprojekt: Kohlmeisen sollen die Plage bekämpfen. Erste Tests machten Hoffnung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare