Döner statt Erdbeerbecher: In Rhynern verändert sich einiges

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Der Döner-Imbiss an der Reginenstraße (links) muss ausziehen. Das Haus wird wegen einer Sanierung längere Zeit zur Baustelle. Der Imbiss wird vermutlich Anfang nächsten Jahres ins Eiscafé umziehen.

In der Geschäftswelt in Rhynern wird es zum Jahreswechsel Veränderungen geben.

Rhynern – Der Döner-Imbiss wird von seinem jetzigen Standort an der Reginenstraße ein paar Häuserzeilen weiterziehen und seine Fast-Food-Kost demnächst in den Räumen des jetzigen Eiscafés anbieten. Dessen Inhaber Detlef Ribniger befindet sich derweil auf der Suche nach einem anderen Ladenlokal: „Vornehmlich in Rhynern“, wie er im Gespräch mit der WA-Redaktion betonte.

Dass es zu dem Wechsel im Geschäftslokal an der Ecke Reginenstraße/An der Lohschule kommt, hat seinen Ursprung in einem Eigentümer-Wechsel des Wohn- und Geschäftshauses Auf dem Tigge/Reginenstraße, wo derzeit der Döner-Imbiss zu Hause ist. Die Hugo-Schneider-GmbH hat das Objekt erworben und möchte dort investieren. „Wir planen eine Kernsanierung des Objektes“, erklärt Simon Schneider. Dazu müsse das Gebäude für einige Monate vollständig leer sein. Es bleibe ein Wohn- und Geschäftshaus mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss und Wohnraum im Obergeschoss. „Alles wird energetisch auf den neuesten Stand gebracht“, so Schneider. Und auch optisch soll das Gebäude den Ortskern deutlich aufwerten. „Das ist uns wichtig“, betonte Schneider. Ein Abriss des Objektes, wie manche Bürger bei Facebook behaupteten, sei völliger Quatsch.

Wirtschaftlich und zukunftsorientiert

Sehr wohl aber könne der Mietvertrag mit dem Döner-Imbiss nicht verlängert werden. Er lief in diesem Jahr aus. Während der Bauphase hätte der Imbiss ohnehin nicht weiter betrieben werden können. Und auch danach habe Schneider andere Pläne mit dem Ladenlokal.

Da Ali Gökcu seit nunmehr 18 Jahren mit Kollegen den Imbiss in Rhynern führt, wollte er unbedingt seine Stammkundschaft erhalten und suchte umgehend nach Alternativen im Ort. „Das war nicht einfach“, gibt er im Gespräch mit dem WA zu. Fündig wurde er in der erwähnten Immobilie des Eiscafés.

Haus-Eigentümer Sebastian Wiggershaus denkt hier nachvollziehbar sehr wirtschaftlich und zukunftsorientiert. Der Imbiss garantiert ihm mit Blick auf das Alter der Betreiber einen Dauermieter für die kommenden Jahre. „Wer weiß, ob ich so eine Chance in einigen Jahren noch einmal erhalte“, so Wiggershaus, auch wenn er lange überlegt habe, wie er zugab.

Eismacher denkt nicht ans Aufhören

Mittlerweile ist die Kündigung bei Detlef Ribniger angekommen. Seit 1986 betreibt er das Eiscafé in Rhynern, er hatte es einst von der Familie Costa übernommen, die Ende der 1970er-Jahre erstmals dort Eis verkaufte. Zuvor war dort noch unter Eigentümer Johannes Brokbals ein „Krims-Krams-Laden“ unter anderem mit Spielsachen untergebracht. Ribniger wäre gerne an diesem Standort geblieben, er akzeptiert aber die Entscheidung des Eigentümers, dem er eine so lange weitere Mietdauer wie der Imbiss nicht versprechen konnte.

Ans Aufhören denkt der Eismacher aber nicht. „Wir schauen uns um“, sagte er. „Und wenn wir in Hamm bleiben, dann auf jeden Fall in Rhynern.“ Erste Kontakte hat er bereits geknüpft. „Und vielleicht findet sich ja sogar etwas Besseres“, sieht er mittlerweile sogar einen Vorteil aus dem plötzlichen Wechsel. Denn die Treppenstufen im jetzigen Lokal seien für seine Kundschaft doch häufig ein Hindernis. „Etwas Barrierefreies wäre sicherlich ein Gewinn für uns“, sagt er.

Stadt aussichtsreicher Mieter-Kandidat

Wie wäre es denn mit dem einem Tausch Döner gegen Eis? Was letztlich in das renovierte Ladenlokal „Reginenstraße/Auf dem Tigge“ kommt, weiß Simon Schneider noch nicht. Ein aussichtsreicher Kandidat als Mieter war die Stadt Hamm, die bekanntlich nach neuen Räumen für die Bezirksbücherei sucht. Dies könnte sich aber mit dem Kauf des alten Bahnhofs „Zum Klosterfeld“ erledigt haben.

Nun lasse sich Schneider zwei Optionen offen. Entweder gibt es wieder ein großes Ladenlokal wie einst beim Coop, der damals dort seine Pforten öffnete. Oder er lässt die Fläche wieder in zwei Ladenlokale aufteilen, wie es zuletzt der Fall war. Auf eine Branche wolle er sich noch nicht festlegen.

Döner muss bis Ende September weg sein

Fakt sei, dass der Imbiss Ende September den Dönerspieß abbauen muss, da in etwa dann die Umbaumaßnahmen starten sollen. Ribniger dagegen hat noch bis Ende des Jahres einen Mietvertrag mit dem Eis-Café. So lange wird sich Gökcu gedulden müssen. Um die Zeit zu überbrücken, könnte er sich vorstellen, aus einem Imbisswagen heraus Döner zu verkaufen. Einen Standort dafür suche er. Das Eiscafé schließt traditionell im Herbst während des Winters. Das gibt Ribniger mehr Zeit bei der Suche nach einer neuen Bleibe – nach Möglichkeit in Rhynern. Und vielleicht sind am Ende doch alle zufrieden.

Unisono berichteten übrigens die Geschäftsleute und Eigentümer, dass die von Gerüchten und Unwahrheiten geprägten Diskussionen im Ort vieles erschwert hätten und mehr Zurückhaltung wünschenswert wäre.

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