Doch noch Saison für Sammler

Rekordverdächtig: Hammer findet 1,2 Kilogramm schweren Steinpilz

Rekordverdächtig: Der Pilz von Marek Libner aus Hamm hat eine Kappe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern.
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Rekordverdächtig: Der Pilz von Marek Libner hat eine Kappe mit einem Durchmesser von 32 Zentimetern.

Eigentlich hatte Marek Libner die Pilzsaison 2020 schon als nicht besonders ergiebig abgehakt. Zweimal war der 72-Jährige zuletzt unterwegs gewesen und ohne zählbares, geschweige denn essbares Ergebnis zurückgekehrt. Was der Rentner im dritten Anlauf gefunden hat, stellt für ihn alle bisherigen Fundstücke in den Schatten.

Hamm - Und das durchaus im Wortsinn, denn unter der 32 Zentimeter breiten Kappe seines Steinpilzes könnten etliche kleinere Exemplare dieser Art Platz finden. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Libner. Dabei hat er schon viele Pilze gesammelt in seinem Leben und auch durchaus größere Steinpilze. Aber das? „Eine echte Ausnahme“, sagt Libner, „und dazu noch in einem so gut wie unversehrten Zustand“.

Das ist tatsächlich selten, denn bei einer geschätzten Wachstumszeit von etwa einer Woche bis zu diesem Format hätten Schnecken, Würmer und das ein oder andere Waldlebewesen reichlich Zeit gehabt, sich daran gütlich zu tun. Mit seiner bis zu sieben Zentimeter dicken Kappe und dem stattlichen Fuß brachte der Pilz rund 1,2 Kilogramm auf die Küchenwaage. Bei einem Kilogrammpreis von im Schnitt 40 Euro ist das ein durchaus kapitaler Fund.

Kein Exemplar für die Pfanne

Für die Pfanne ist dieses Exemplar bei den Libners allerdings nicht bestimmt und auch nicht fürs Einlegen im Glas. Das ist den jüngeren, kleineren Exemplaren vorbehalten. Stattdessen wird der Riesen-Pilz zerteilt und getrocknet und kann dann später für verschiedene Gerichte verwendet werden.

Gefunden hat Libner diesen Steinpilz nicht in Hamm, sondern bei einem Ausflug an die Möhne. Gezielt hat er hier nach Maronen, Steinpilzen, Parasolpilzen (Riesenschirmlinge) und anderen essbaren Vertretern Ausschau gehalten.

Nach dem mehrstündigen Waldbesuch hat er sich einerseits gefreut, war andererseits aber auch ernüchtert. „Dem Borkenkäfer, der Trockenheit oder Stürmen sind so viele Hektar Wald zum Opfer gefallen“, sagt er. Das tut ihm weh, denn von Kind an wuchs Libner mit der Natur und im Wald auf. „Wenn es so weiter geht und noch mehr Wald stirbt, gibt es bald auch keine Pilze mehr.“

Sollte er dennoch welche finden, gilt für ihn trotz jahrzehntelanger Erfahrung immer die gleiche Regel, und den Rat gibt er allen Sammlern: „Wenn ich nicht 100-prozentig sicher bin, ob er genießbar ist, bleibt der Pilz stehen. Andernfalls müsste man einen Experten zu Rate ziehen.“

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