Gegenwind für Gebauer

Distanz-Unterricht im Lockdown: Lehrer kritisieren Informations-Politik des Landes - Schüler abgehängt?

Schulschließungen
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Der Schulbetrieb steht während der Corona-Krise vor großen Herausforderungen.

Die Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen wird von Eltern, Lehrern und Schulleitungen in Hamm heftig kritisiert.

Hamm - Stein des Anstoßes ist dabei vor allem die kurzfristige Ankündigung der Einschränkungen. „Die Anordnung kommt wieder nach Schulschluss“, sagte Christina Kühler, Leiterin der Maximilianschule und Vorsitzende des Personalrats für die Grundschulen. Man habe den Kindern noch nicht einmal Material fürs Distanzlernen mitgeben können. (News zum Coronavirus in Hamm.)

Schulen vor großen Problemen

Die Teilnahme am Unterricht freizustellen, stelle die Schulen vor große Probleme, so Kühler. Wieviele Eltern die Möglichkeit nutzen werden, ihre Kinder zuhause zu lassen, sei nicht nur an der Maximilianschule unklar. Ein abgestimmtes Verfahren gebe es nicht, jede Schule sei auf sich allein gestellt. An der Maximilianschule müssten Erziehungsberechtigte sich bis Sonntagmittag entscheiden, dann werde ein neuer Stundenplan gemacht und die Lehrkräfte neu eingeteilt.

Auch die Lehrergewerkschaften lassen am Vorgehen der Landesregierung kein gutes Haar. Er selbst habe von den neuen Regeln im Unterricht durch Schüler erfahren, sagte Marcel Teiner, Sprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Kinder aus sozialschwachen Familien auf Abstellgleis

Wieder sei die kurzfristige Entscheidung in Düsseldorf das Problem, sagte Martina Klöcker, Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Eltern und Schulen müssten improvisieren und stünden so unter enormem Druck. Und nicht alle Schulen seien bis jetzt auf einen guten Distanzunterricht vorbereitet. GEW-Sprecher Teiner zufolge stünden insbesondere Kinder aus sozialschwächeren Familien weiterhin vor dem Problem, kaum Zugriff auf die entsprechenden Onlineplattformen zu bekommen.

Auch Ricarda Müller, Vorsitzende des Jugendamtselternbeirates und stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Matthias-Claudius-Schule, kritisiert die „Hauruck-Aktion“ der Landesregierung, zumal die Infektionszahlen an Hammer Schulen rückläufig seien. Aus Elternsicht sei die Wahlfreiheit jedoch zu begrüßen, so Müller: Jeder könne nun selbst entscheiden.

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