Polizei gibt Antworten und Tipps

Senioren in Hamm: Steigt das Unfallrisiko wirklich mit dem Alter?

+
Symbolbild

Hamm - Viele Verkehrsteilnehmer sind heute bereits älter als 65 Jahre - diese Tatsache rückt das Thema Senioren im Straßenverkehr und mögliche Fahrtauglichkeitsuntersuchungen stärker in den Fokus. In Unfallmeldungen fällt zudem immer wieder das hohe Alter von Verursachern auf.

Welche Möglichkeiten gibt es, für die Sicherheit der Senioren und anderer Verkehrsteilnehmer zu sorgen? Antworten auf dieses sensible Alltagsthema hat der Hammer Polizist Dietmar Bals im WA-Gespräch. Bals ist zuständig für Verkehrsunfallprävention.

Stellen Senioren eine Gefahr für den Straßenverkehr dar?  

Dietmar Bals ist bei der Polizei für Verkehrsunfallprävention zuständig.

Dietmar Bals: Im Jahr 2016 ereigneten sich in Hamm insgesamt 6338 Verkehrsunfälle. Bei diesen Verkehrsunfällen waren lediglich 505 Senioren als Pkw-Fahrer ab 65 Jahren als Unfallverursacher beteiligt. Mit zunehmendem Alter der Senioren nimmt jedoch der Anteil sogenannter „leichter Unfälle“ zu. Dieses sind oftmals leichte Auffahrunfälle oder Unfälle beim Ein- oder Ausparken.

Welche Mittel können den Senioren im Straßenverkehr helfen? 

Bals: Oftmals können Defizite der Sensorik durch ärztliche Eingriffe oder Hilfsmittel ausgeglichen werden. Auch können Assistenzsysteme in den Fahrzeugen für mehr Verkehrssicherheit sorgen; beispielhaft sollen hier nur Rückfahrkamera, Parkassistent, Toter-Winkel-Warner, Abstandswarner, Spur- und Notbremsassistent genannt werden. In der Zukunft wird das autonome Fahren immer mehr in den Vordergrund rücken.

Welche Möglichkeiten gibt es, Senioren erneut im Thema „Verkehrssicherheit“ zu schulen? 

Bals: Mobilität wird in dieser Altersgruppe in hohem Maße als Lebensqualität empfunden. Es finden schon jetzt Senioren-Veranstaltungen statt, in denen ein individuelles Fahrtraining angeboten wird. In Hamm gibt es einige Fahrschulen, die spezielle Programme für Senioren anbieten.

Symbolbild

Mehr zum Thema:

Senioren gefährden vor allem eine bestimmte Personengruppe

Sind Rentner wirklich die schlechteren Autofahrer?

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) und seine Mitglieder bieten allen älteren Verkehrsteilnehmern – egal, wie sie sich im Straßenverkehr fortbewegen – Seminare mit dem Ziel an, möglichst lange und möglichst sicher mobil zu bleiben. Demnach halte ich es persönlich auch nicht für erforderlich, Fahrtauglichkeitsuntersuchungen durchzuführen.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind Technik und Hilfsmittel schon so weit entwickelt, dass mir regelmäßige Überprüfungen nicht sinnvoll erscheinen. Wichtiger ist an dieser Stelle die Eigenverantwortung.

Hat die Polizei Hamm bereits Angebote in diesem Bereich?

Bals: In den letzten Jahren haben seitens der Hammer Polizei bereits Veranstaltungen mit Multiplikatoren zum Thema „Toter Winkel“ beziehungsweise Senioren im Straßenverkehr stattgefunden. In diesen Veranstaltungen werden Tipps und Anregungen zur Erhaltung und Verbesserung der Mobilität vermittelt. Hierzu gehören die Themen Seh- und Hörtest, Medikamenteneinfluss, Dunkelheit, Technische Hilfen, Fahrsicherheitstraining und Fahrschule.

Unfälle mit Senioren in Hamm (Auswahl):

Wagen kracht in Bushaltestelle: Fahrerin (80) schwer verletzt

71-Jähriger bei Unfall auf Werler Straße schwer verletzt

82-Jähriger bei Unfall mit Abschlepper in Osttünnen verletzt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare