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Diesel-Skandal erreicht Gebrauchtwagenmarkt in Hamm

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Von: Rabea Wortmann

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Auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist ein Preisverfall bei Dieselfahrzeugen nicht mehr auszuschließen. © picture alliance / dpa

Hamm - Der Diesel-Skandal und drohende Fahrverbote verunsichern viele Kfz-Besitzer. Wer seinen Wagen verkaufen möchte, hat es derzeit nicht leicht - auch auf dem Hammer Gebrauchtwagenmarkt.

Der Skandal um manipulierte Abgassysteme und drohende Fahrverbote für Diesel-Pkw in Städten bleibt in den Schlagzeilen - bundesweit und zeigt offenbar auch in Hamm auf dem Gebrauchtwagenmarkt Auswirkungen. "Auf jeden Fall", sagt der Volkan Günes, Geschäftsführer des großen Gebrauchtwagenhandels Excellence Cars in Pelkum, "denn die Leute sind inzwischen extrem unsicher, was Dieselfahrzeuge angeht." Seinen Beobachtungen nach ist insbesondere die Marke VW "ganz allgemein uninteressant geworden für die Kunden". Davon profitieren demnach andere Autohersteller.

Ein Preisverfall der Dieselfahrzeuge schließt der Gebrauchtwagenhändler nicht mehr aus. "Wenn das so weitergeht auf jeden Fall", sagt er. "Dann werden die Fahrzeuge weit unter dem Marktpreis verkauft. Das wird kommen." Dennoch glaubt er daran, dass Diesel-Fahrzeuge noch eine Zukunft haben. Er geht davon aus, dass sich die Spitzen der Autokonzerne schon etwas einfallen lassen, um die Problematik in den Griff zu bekommen. "Immerhin gibt es aktuell noch sehr viele Dieselfahrzeuge auf den Straßen", sagt er. "In den nächsten Monaten und im nächsten Jahr wird es für Audi- und VW-Händler aber sehr schwer werden, wenn diese Autos nicht mehr verkauft werden können und die Händler auf den Diesel-Pkw sitzen bleiben", sagt er. 

Autobesitzer, die in dieser Zeit ihre Diesel verkaufen wollen, müssen laut Günes zum Beispiel damit rechnen, dass sie einen vergleichsweise sehr viel niedrigeren Preis für ihren Wagen erzielen werden. "Verkäufer müssen bei Dieselfahrzeugen in den nächsten Monaten mit einem enormen Verlust rechnen", meint Günes. 

Auf der anderen Seite sind die Autokäufer. Denen rät Günes nicht etwa ab, ein Dieselfahrzeug anzuschaffen. "Schließlich wird es Dieselfahrzeuge auch weiterhin geben, die werden nicht einfach so verschwinden", sagt er. Er gibt aber auch zu bedenken, dass die Produktion ab dem Jahr 2025 komplett auf E-Fahrzeuge umgestellt werden soll.

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