Erholungsgebiet im Hammer Süden

Wer darf welche Wege nutzen? Diese Regeln gelten im Pilsholz

Ein Wald für jedermann: Im Pilsholz tummeln sich etliche Erholungsuchende. Zumeist kommen Hundehalter, Radfahrer, Jogger und Spaziergänger gut miteinander aus. Aber es gibt auch immer wieder Interessenskonflikte.
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Ein Wald für jedermann: Im Pilsholz tummeln sich etliche Erholungsuchende. Zumeist kommen Hundehalter, Radfahrer, Jogger und Spaziergänger gut miteinander aus. Aber es gibt auch immer wieder Interessenskonflikte.

Berge – Die kleinen Naherholungsgebiete vor der Haustür haben in diesen Zeiten zweifelsfrei noch einmal an Bedeutung gewonnen. War zum Beispiel das Waldgebiet Pilsholz in Berge schon immer ein beliebtes Ziel für Freizeitsportler, Spaziergänger, Reiter und Hundebesitzer, so hat sich die Zahl der Nutzer in den vergangenen Monaten gefühlt noch einmal deutlich vergrößert. Die Bürger im Stadtbezirk Rhynern lieben ihr Pilsholz.

Grundsätzlich bietet das rund 550.000 Quadratmeter große Gebiet auch in Abstandszeiten wie jetzt ausreichend Platz für die Erholungssuchenden. Dennoch kommt es immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten, welche Bereiche, wie genutzt werden dürfen.

Grundsätzlich darf jeder den Wald nutzen, auf eigene Gefahr. Das ist im Landesforstgesetz NRW so festgeschrieben. Das gilt für das Pilsholz natürlich auch, zumal die Stadt Hamm das Gebiet nach dem Kauf 1970 gezielt zu einem Naherholungsgebiet umfunktionierte (siehe Kasten). „Zur Vermeidung von Interessenskonflikten und einer möglichst großen Akzeptanz untereinander, sollte sich jeder Waldbesuchende, darunter auch Hundehalter, an die Regeln halten“, appelliert unter anderem der Landesbetrieb Wald und Holz NRW an die Bürger.

Die Stadt Hamm als Eigentümerin hat auf Anfrage die geltenden Regeln im Pilsholz erklärt. Dabei wird zwischen drei Wegetypen unterschieden.

Breite Hauptwege (geschottert)

Die Rundkurse darf jeder nutzen. Sie sind auch besonders beliebt bei Radfahrern und Joggern. Da derzeit die Fitnessstudios geschlossen sind, gewinnen offenbar auch die Trimm-dich-Geräte wieder an Bedeutung und Beliebtheit, zumindest werden sie derzeit sehr intensiv genutzt. Die Geräte sind in der jüngeren Vergangenheit erneuert worden. Das waren mal deutlich mehr, als in den 1970er-Jahren die Trimm-dich-Welle durch das Land schwappte. Die alten Geräte gibt es aber nicht mehr. Sehr beliebt sind die Wege auch bei Hundehaltern. Und das auch, weil sie ihre Vierbeiner hier ohne Leine mitführen dürfen. Das unterstreicht der Stadtsprecher auch noch einmal: „Auf den Wegen dürfen Hunde ohne Leine laufen – es muss aber durch den Halter gewährleistet sein, dass die Hunde nicht unkontrolliert abseits der Wege ausbüxen.“

Die schmalen, ungeschotterten Waldwege dürfen von Fußgängern genutzt werden, Hunde müssen an der Leine geführt werden.

Waldwege (nicht geschottert)

Im Laufe der Jahrzehnte sind verschiedene Wege als Holzabfuhrwege und Trampelpfade hinzugekommen. Sie bereichern das Erholungsangebot im Wald. Ein Weg am westlichen Waldrand wird zum Beispiel gerne von Joggern genutzt, der WA hatte diese Strecke in seiner Lauftreff-Serie vor einigen Jahren als Tipp vorgestellt. Und auch diese scheinbaren Trampelpfade dürfen ohne Bedenken von Fußgängern genutzt werden. Hundehalter dürfen hier auch unterwegs sein, müssen ihre Tiere aber, weil abseits der Hauptwege, anleinen“, erklärt die Stadt auf Nachfrage. Gerade in diesen Bereichen komme es immer wieder mal zu Konflikten, schildert ein Jogger, der Verständnis dafür hat, dass Hunde Freilauf brauchen. Jedoch gebe es auch immer wieder Menschen, die schlichtweg Angst vor Hunden hätten. Und eine Begegnung auf den engen Pfaden, die nicht überall gut einsehbar sind, kann zuweilen auch unerwartet kommen. Für Radfahrer, zum Beispiel Mountainbike-Fahrer sind diese Wege ganz tabu.

Reitwege

Im Pilsholz gibt es einige der seltenen Reitwege auf Hammer Stadtgebiet. Sie bilden quasi einen Rundkurs am Waldrand entlang. Diese Wege sind einzig Reitern mit ihren Pferden vorbehalten. Fußgänger und Radfahrer haben hier nichts verloren. Darauf wird in Form einer Beschilderung ganz klar hinwiesen. Diese Schilder werden aber nicht selten ignoriert. Regelmäßig sind Fußgänger, viele davon mit Hunden, dort zu sehen. Bei nicht angeleinten Hunden – auch das kommt oft genug vor – kann es bei der Begegnung der Tiere sogar richtig gefährlich werden.

Auf weitere Beschilderungen will die Stadt verzichten. Nicht, weil sie viele ohnehin ignorieren, sondern weil sie es nicht für notwendig hält. „Die Regelungen sind – gerade Hundebesitzern – grundsätzlich bekannt“, meint die Stadt. Hundebesitzer werden unter anderem mit der Post zur Hundesteuer informiert. Außerdem: „Es wird auch regelmäßig kontrolliert“, teilt der Stadtsprecher mit. Im Optimalfall aber sollten alle Pilsholz-Nutzer ihre Lieblings-Oase im Stadtbezirk mit gegenseitigem Respekt und Verständnis für alle Interessengruppen nutzen.

Vom Wirtschaftswald zur Freizeit-Oase

Das Pilsholz ist ein geschlossenes Waldgebiet mit einer Größe von rund 550.000 Quadratmetern. Es war bis 1970 in Privatbesitz und wurde als Wirtschaftswald betrieben. Die Stadt Hamm erwarb das Gebiet und gab es für die Bevölkerung frei. Ziel war es fortan, den Wald zu einem vielseitig nutzbaren Erholungsgebiet umzufunktionieren. Dazu wurden die bereits vorhandenen Holzabfuhrwege zu Wanderwegen umfunktioniert. Die Haupterschließungswege wurden dabei mit Rotasche aufgewertet. Vorhandene Waldpfade blieben unberührt. Es entstanden Schutzhütten und Bänke entlang der Hauptwege, in den 1970er-Jahren wurden Trimm-dich-Geräte aufgestellt und auch die Freizeitreiterei erhielt Berücksichtigung durch extra ausgewiesene Reitwege. 

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