Beratung und Förderung

Die Umwelt rückt ins Zentrum: Stadt Hamm bereitet Gründung der Klimaschutzagentur vor

Klimaschutz am Kaufhof: Oliver Schmidt-Formann (von links), Marc Herter und Volker Burgard erklären die Klimaziele.
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Klimaschutz am Kaufhof: Oliver Schmidt-Formann (von links), Marc Herter und Volker Burgard erklären die Klimaziele.

Der Klimaschutz bekommt in der Stadt Hamm eine völlig neue Gewichtung, wie schon die Benennung von Volker Burgard als erster Klimadezernent zeigte.

Hamm – Nun gaben Burgard, Oberbürgermeister Marc Herter, Umweltamtsleiter Dr. Oliver Schmidt-Formann und Klimaschutz-Koordinator Tobias Garske einen Ausblick auf die Maßnahmen zur Gründung der Energie- und Klimaschutzagentur Hamm.

„Diese Agentur wird quer zu den Ämtern positioniert, um Beratung zu leisten und Klimaschutzmaßnahmen ganz konkret anzuschieben“, erklärte Marc Herter. Gemeinsam mit den Stadtwerken und den begleitenden Rechtsanwaltskanzleien werde nun ganz konkret an einer Ausschreibung gearbeitet. „Am Montag geht es in einer Versammlung noch einmal zur Abstimmung, damit wir anschließend eine europaweite Ausschreibung vornehmen können“, so der OB.

Klimaschutzagentur: Beratung für Bürger und Institutionen

Das Ziel ist es, diese Agentur später im Stadtwerkehaus mit zwei Mitarbeitern anzusiedeln, sodass von dort alle Bürger und Institutionen kompetente Beratung zu Maßnahmen und entsprechenden Förderungen erhalten. „Dieses Konstrukt bildet den Lückenschluss in der Beratungsfunktion für Bürger, und die enge Verknüpfung mit den Stadtwerken wird einen ganz niedrigschwelligen Zugang bieten“, sagt Schmidt-Formann. Derzeit sei das Projekt im Betrieb mit einem Kostenaufwand von 400.000 Euro jährlich und einer ersten Dauer von vier Jahren veranschlagt.

Der Klimaschutzkoordinator erklärte, warum solch eine Beratung in der Fläche wichtig sei: „Schon an den trockenen Sommern und heftigen Wintern sehen wir die Auswirkungen des Klimawandels“, so Garske. Da könne man sich nicht zurücklehnen und sagen, jemand anders solle sich kümmern, sondern jeder sei gefragt. So werde es auf Wunsch Beratung und Förderung durch Klimalotsen geben. Die besuchten interessierte Bürger, Vereine, Unternehmen und Quartiere auf Anfrage und schlügen zu den festgestellten, sinnvollen Maßnahmen auch gleich Fördermittel vor.

Klimaschutzagentur: Ausschreibung

„Die CO2-Bilanz ist der große Knackpunkt, dem sich niemand verschließen kann“, sagt Garske. Das reiche von der Ablösung von Energiefressern in Privathaushalten und Wirtschaft über die Förderung von Solaranlagen, bis zu Fragen des Verkehrs. „Deshalb wird die Ausschreibung auch nicht klassischerweise ganz kleinteilig erfolgen, nach dem Prinzip wir fordern, und der günstigste wird es“, sagt Herter. Sondern der Rahmen werde gesetzt, und wer am meisten biete erhalte den Zuschlag.

„Daher gebe es auch einen Wust an Unterlagen, doch durch die gute Zusammenarbeit mit den Kanzleien und dem Consulting-Unternehmen Baum seien alle Beteiligten zuversichtlich“, so Schmidt-Formann. Die Stadtverwaltung sei übrigens auch intern sehr aktiv, so Garske. Das reiche von der Klimaanalyse aller Einrichtungen bis hin zum Angebot des E-Bike-Leasing für Mitarbeiter.

Infotafeln am Kaufhof: Klimaschutz anschaulich gemacht

Die Schaufenster des früheren Kaufhofs sind im Moment der Ort, an dem auch langfristige Bemühungen zur Klimaverbesserung der Stadt Hamm anschaulich werden: An der Luisenstraße wird bereits seit längerem auf die geplanten Klimaziele, wie die CO2-Einsparung durch die Verbesserung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs, oder den Ausbau des Radverkehrs hingewiesen. Jetzt sind noch drei Bereiche hinzugekommen, die gerade in der langfristigen Betrachtung enorme Wirkungsgrade zeigen sollen.

Mit den Themen Waldmehrung, Wiederverwässerung von Niedermooren und der Vorstellung des Klimafolgenanpassungskonzepts werden Dinge angesprochen, die jetzt aktiv angegangen werden, deren Ergebnisse aber nicht schnell erreicht werden können. „Ich finde, dass Klima- und Naturschutz dringend in die Stadt gehören“, sagte Herter bei der Vorstellung. Gerade die Bilder und Schautafeln verhelfen den Menschen zu einem Eindruck und vielen Informationen rund um die Projekte.

Warum das nötig ist, erklärte Klimadezernent Volker Burgard. „Viele Elemente unserer Arbeit spielen sich, der Sache geschuldet, im Verborgenen ab“, so Burgard. Zwar bemühe sich die Stadt um jeden Baum und jedes Grün, doch bis ein Wald komplett entstanden, oder ein Niedermoor rekultiviert sei, könne es lange dauern. Diese langfristigen Maßnahmen lohnten aber. „Derzeit sondieren wir Grundstücke, die zur Wiederverwässerung zum Niedermoor in Frage kommen“, sagt Burgard. Wenn solche Moore aber da seien, funktionierten sie als ein unübertroffener CO2-Speicher.

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