Covid-19

Wegen Corona: Sternsinger bleiben in Hamm zuhause

Die Gewänder der Sternsinger hängen in der Garderobe.
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Die Gewänder bleiben zum Jahreswechsel hängen: Die Sternsinger werden wegen Corona nicht entsandt.

Hamm - Caspar, Melchior und Balthasar – die Heiligen Drei Könige – bleiben in Corona-Zeiten vermutlich zuhause. Die Hammer Kirchengemeinden werden ihre Sternsinger in der Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar 2021 wohl nicht zu den Gläubigen entsenden, weil das Risiko der Ansteckungsgefahr mit Covid-19 zu groß ist.

Einige Gemeinden planen Alternativen. Denn immerhin haben die 488 Sternsinger und ihre Begleiter, die Anfang diesen Jahres unterwegs waren, eine Spendensumme von beachtlichen 104.658,53 Euro gesammelt.

Im kommenden Jahr sollen die Spenden vor allem Kindern in der Ukraine zugute kommen, die von ihrem Vater ihrer Mutter oder beiden Elternteilen getrennt sind, weil die als Arbeitsmigranten zum großen Teil in Westeuropa sind. Betroffen sind laut Caritas-Schätzungen rund zwei Millionen Kinder, denen in Tageszentren Gemeinschaft, psychologische Betreuung und Seelsorge zugute kommen sollen.

„Nach einem Treffen mit den verantwortlich Durchführenden sehen sich alle außer Stande, die Verantwortung für die Sternsinger unter Corona-Bedingungen zu übernehmen“, heißt es im aktuellen Pfarrbrief des Pastoralverbund Hamm-Mitte-Osten. Nach Auskunft von Pfarrer Marcus Nordhues sei es zu schwierig, all die erforderlichen Corona-Schutzmaßnahmen bei einer Sternsinger-Sammelaktion umzusetzen. Nordhues könne sich vorstellen, die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt nachzuholen.

Puppen in den Kirchen als Ersatz

Auch im Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen werden die Sternsinger nicht von Haus zu Haus ziehen, teilte Gemeindereferentin Sabine Saurbier mit: „Die Kinder können in Corona-Zeiten nicht von Haus zu Haus laufen und die Menschen besuchen.“ Mit Maske und ohne zu singen, das passe nicht. Stattdessen sei geplant, lebensgroße Sternsinger-Puppen aus Stroh anzufertigen und in allen Kirchen aufzustellen. Dort werde es die Möglichkeit geben, zu spenden und den Segen als Aufkleber mitzunehmen.

In den beiden Gemeinden des nördlich der Lippe gelegenen Bistums Münster steht fest, dass etwas stattfinden soll, aber noch nicht, was. Das gilt sowohl für Herz-Jesu in Bockum-Hövel als auch Papst Johannes in Heessen. Was genau stattfinden wird, könne man laut Christoph Knuf, Pastoralreferent in Papst Johannes, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, weil man nicht wisse, wie die die Corona-Pandemie entwickelt. Vorstellbar sei, dass Sternsinger beispielsweise nur im Familienverband losziehen. In der Gemeinde sei es ohnehin üblich, dass nur jene Gläubigen besucht werden, die sich vorher angemeldet habe.

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