Gute Werte für Hamm

Die Luft ist rein: Land stellt Schadstoffmessung an Münsterstraße ein

Die Münsterstraße ist die vielleicht am stärksten befahren in Hamm.
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Verkehrsreiche Achse: Hier war das Messgerät des Lanuv installiert.

Das kommt beim erhöhten Augenmerk auf ein sauberes Klima überraschend: In Hamm wird die Luftverschmutzung nicht mehr wie gewohnt gemessen.

Hamm – Das Land hat die Schadstoffmessung an der Münsterstraße beendet. Da die dort gemessenen Werte zuletzt unter dem Grenzwert gelegen haben, sei die Messung nicht mehr notwendig, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) auf Anfragemit. Das Messgerät im Hammer Norden sei bereits abgebaut worden. Die Stadt sieht ihre Anstrengungen für eine Verbesserung der Luftqualität bestätigt.

Luftverschmutzung: Messstelle an der Münsterstraße abmontiert

Die Münsterstraße galt immer als der Ort mit der stärksten Luftverschmutzung in Hamm. Im September 2006 begann das Lanuv deshalb mit der Schadstoffmessung, es blieb die einzige Messstelle im gesamten Stadtgebiet. Auf Höhe des Möbelhauses an der Hausnummer 24 wurde an einem Masten ein sogenannter Passivsammler für Stickstoffdioxid (NO2) installiert. Die Werte wurden nicht wie an anderen Messstationen kontinuierlich ans Lanuv übermittelt, sondern einmal jährlich per Laboranalytik ermittelt.

Keine Fahrverbote wie in anderen Städten

Lag der N02-Wert an der Münsterstraße zunächst noch deutlich über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), zeichnet sich seit gut fünf Jahren eine Besserung ab. 2015 wurde der Grenzwert erstmals eingehalten. 2017 wurden 37 µg/m³ gemessen, 2018 waren es 38 µg/m³, 2019 dann nur noch 33 µg/m³. Für 2020 erwartet das Lanuv erneut einen Wert, der deutlich unter 40 µg/m³ liegt. Die Endergebnisse sollen in einigen Wochen vorliegen, da nach Lanuv-Angaben noch letzte Laboruntersuchungen abgeschlossen werden müssen.

Kahler Masten: Hier hing das Messgerät zur Schadstofferkennung.

Nichtsdestotrotz ist das Messgerät bereits am 23. Dezember abgebaut worden. Beantragt habe das die Bezirksregierung Arnsberg, sagte ein Lanuv-Sprecher. Da die Grenzwerte seit 2015 eingehalten würden, sehe man in Arnsberg die Ziele des 2012 beschlossenen Luftreinhalteplans für Hamm nachhaltig erreicht; dem Antrag sei das Lanuv nachgekommen.

Umweltdezernent Jörg Mösgen sah das Ende der Messungen als „positives Ergebnis“ der Anstrengungen gegen die Luftverschmutzung. Zwischenzeitlich habe man sich im Rathaus durchaus Sorgen gemacht, ob der Grenzwert von 40 µg/m³ dauerhaft unterschritten werden könne. In anderen Städten waren wegen permanenter Grenzwertüberschreitungen Fahrverbote verhängt worden. Das Beenden der Messungen habe das Lanuv allerdings ohne Rücksprache mit der Stadt entschieden.

Dass die Situation nicht überall so rosig wie in Hamm ist, zeigt die Ankündigung des Lanuv, parallel zum Ende der Messungen an der Münsterstraße landesweit 16 neue Messstellen für Stickstoffdioxid einzurichten. Gemessen wird dann an 143 Punkten in Nordrhein-Westfalen.

Stickstoffdioxid entsteht unter anderem in Verbrennungsmotoren. Das Gas gilt als sehr giftig. Eingeatmet löst es in höheren Konzentrationen Kopfschmerzen und Schwindel aus. Stickstoffdioxid belastet die Atemwege und kann zu Atemnot und Lungenödemen führen.

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