Hundefreunde enttäuscht

Auslauffläche für Hunde in Herringen wird vorerst nicht eingezäunt

Die Hundesauslauffläche an der Johannes-Rau-Straße in Herringen.
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Die Hundeauslauffläche in Herringen wird vorerst nicht eingezäunt.

Die Hundeauslauffläche an der Johannes-Rau-Straße wird zumindest vorerst nicht eingezäunt. Daran änderten auch die über 200 Unterschriften nichts, die Hundefreunde zu Beginn der Bezirksvertretersitzung am Donnerstag Bezirksbürgermeister Klaus Alewelt überreicht hatten

Herringen – Immerhin: Weitgehend waren sich die Bezirksvertreter darin einig, dass eine Umzäunung Sinn macht. Doch warum wurde sie dann nicht, so wie von den Hundehaltern gewünscht, in Auftrag gegeben? SPD-Fraktionschef Julian Janssen begründete dies damit, dass versicherungstechnische Gründe gegen eine Umzäunung sprächen. Er habe sich dazu extra noch einmal im OB-Büro informiert. Es mache daher keinen Sinn, den Zaun zu beantragen. Man werde bei der Verwaltung ins Leere laufen, da sie den Antrag sowieso nicht umsetzen werde. Das Problem gebe es übrigens in allen Stadtbezirken. Auch dort seien die Auslaufflächen nicht umzäunt. Man benötige ein Gesamtkonzept, in welchem auch geprüft werden soll, ob und wie eine Komplettumzäunung der Auslaufflächen doch möglich ist.

Hundefreunde enttäuscht: Warten auf ein Konzept

Von dem war sein Gegenüber, CDU-Fraktionschef Rolf Schmersträter, nicht überzeugt. Er fürchtet, dass noch mehr Monate bis zu einer möglichen Umsetzung ins Land gehen werden. Ein Beispiel sei der Förderverein Lippepark. Hier sei die Verwaltung bereits vor Monaten damit beauftragt worden, ein Konzept für dessen Gründung zu erstellen. Es liege aber immer noch nicht vor. Immerhin zeigte er sich erfreut, dass die SPD mittlerweile auf den Zug aufgesprungen sei und sich für die Auslauffläche einsetze. Hintergrund: Bei den Beratungen zum Bezirksbudget Anfang 2021 hatte die Koalition aus SPD und Grünen den Antrag der CDU abgelehnt, 15 000 Euro für einen Zaun und einen Wetterschutz im Bereich der Auslauffläche zur Verfügung zu stellen.

SPD-Chef Janssen entgegnete dem, dass man erst das Konzept benötige, um den Zaun bauen zu können. Und genau das solle jetzt geschehen. Den Hinweis der CDU, dass man erst jetzt auf den Zug aufgesprungen sei, wollten er und SPD-Ratsherr Franz Tillmann nicht stehen lassen. Die Umzäunung der Hundeauslauffläche sei einer von 20 Punkten im Wahlprogramm der SPD gewesen.

Am Ende stimmten SPD, Grüne und Pro Hamm für den SPD-Antrag, CDU und AfD dagegen – die CDU vor allem deshalb, weil sie nicht auf ein Konzept warten will, sondern den Zaun zeitnah errichten lassen möchte. Der rechtliche Rahmen könne ohne großes Konzept überprüft werden.

Hundefreunde enttäuscht: Hundewiesen seit 2006 ein Thema

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Blick zurück: Die Stadt hatte sich bereits 2006 in der Mitteilungsvorlage 0108/06 zum Thema „Auslauffläche“ geäußert und auf Dortmund verwiesen. Auffällig sind vor allem zwei Sätze: „Die eingezäunten Hundeauslaufflächen in Dortmund sind für alle Hunderassen nutzbar“, heißt es dort. Und wenig später ist zu lesen: „Auch hinsichtlich der notwendigen Einzäunung führt die Gestaltung von Hundeauslaufflächen zu nicht immer ästhetisch bzw. gartenarchitektonisch befriedigenden Lösungen.“ Zumindest damals war also eine Umzäunung möglich.

2012, als dann in jedem Hammer Stadtbezirk eine Auslauffläche ausgewiesen wurde, las sich das schon anders. In der Mitteilungsvorlage 0158/12 heißt es unter anderem: „Eine Einzäunung ist nicht notwendig.“ Explizit ausgeschlossen wurde sie jedoch nicht.

Hundefreunde enttäuscht: Versicherungstechnische Bedenken

Anders 2018: Vor drei Jahren hatte die Bezirksvertretung Heessen angefragt, ob eine Umzäunung des dortigen Platzes möglich sei. Ähnlich wie jetzt in Herringen wurde darauf hingewiesen, dass Hunde plötzlich unkontrolliert auf Wege laufen und Radfahrer gefährden könnten. Doch die Antwort der Stadt war eindeutig: Eine vollständige Umzäunung des Hundeauslaufplatzes werde abgelehnt. Und sie lieferte auch die Begründung: „Würde die Stadt als Eigentümerin eine Hundeauslauffläche komplett einzäunen, so ginge die Haftungsverpflichtung auf sie über und hätte dann dafür Sorge zu tragen, dass die Tore zu einer solchen Anlage zuverlässig selbst schließen und der Zaun keine Lücken aufweist. Käme es nämlich durch z.B. einen heruntergedrückten Zaun zu einem Entweichen eines Hundes und in der Folge zu einem Unfall, würde nicht mehr der Hundebesitzer haften, sondern der Träger der Anlage.“ Daher sei man der Auffassung, lediglich die Bereiche einer Hundeauslauffläche abzugrenzen, die entlang einer Straße, eines öffentlichen Geh- und Radweges oder zum Schutz von Natur- und Landschaft angelegt wurden.

In Herringen ist derzeit nur die Seite zur Johannes-Rau-Straße durch einen Zaun und dichtes Strauchweg komplett gesichert.

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