Größte Dach-Photovoltaik-Anlage in NRW

Rekord-Projekt aus dem Gewerbepark Rhynern

Die größte Dach-Photovoltaik-Anlage in NRW befindet sich in Bochum und stammt von der Firma Solartechnik Hamm aus Rhynern.
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Die größte Dach-Photovoltaik-Anlage in NRW befindet sich in Bochum und stammt von der Firma Solartechnik Hamm aus Rhynern.

Rhynern – Mit der Solar-E-Technik Hamm GmbH ist im Rhyneraner Gewerbepark ein Unternehmen angesiedelt, das seit rund 20 Jahren erfolgreich auf dem Markt für Solartechnik vertreten ist und mittlerweile sogar Rekorde erzielt. So baute die heimische Firma in diesem Jahr die größte Dach-Photovoltaik-Anlage Nordrhein-Westfalens auf. Seitdem steht das Telefon vor Anfragen und Empfehlungen von Firmen mit großen Dachflächen nicht mehr still.

Die Anlage umfasst eine Fläche von rund 13 000 Quadratmetern und befindet sich auf den Dachflächen des großen Frische-Logistikzentrums von Lebensmittel-Spediteur Nagel in Bochum-Harpen. Sie produziert jedes Jahr rund zwei Millionen Kilowattstunden Energie. Nagel betreibt diese Anlage für den Eigenbedarf. Auf zwei Dächern wurden mehr als 8000 Module installiert, die über eine Maximalleistung von 2,42 Megawatt verfügen. Für die Installation benötigten die Solartechnik-Mitarbeiter rund sechs Wochen.

Umgerechnet könnten damit über 400 Vier-Personen-Haushalte dauerhaft mit Strom versorgt werden – und die Anlage könnte bei Bedarf noch erweitert werden. Eine weitere freie Dachfläche bietet genug Platz, um die Energieproduktion der Anlage nochmals um rund 30 bis 40 Prozent steigern zu können. Zwei Millionen Euro investierte der Logistik-Riese.

Dass diese riesige Anlage aus dem kleinen Rhyneraner Unternehmen stammt, macht den Geschäftsführer Jürgen Thiekötter stolz auf sein Team. „Wir planen, projizieren und bauen diese Anlagen auf, da leisten unsere Mitarbeiter schon Enormes“, lobt er. Dass solche Projekte „Made in Rhynern“ auch das Image des Gewerbeparks und damit der Stadt aufwerten, nimmt der Firmengründer natürlich gerne zur Kenntnis. Dem Startschuss für die riesige Anlage in Bochum wohnte auch Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, bei.

Der Beitrag zum Klimaschutz ist groß. Durch die neue Anlage können jährlich fast 1200 Tonnen CO2 eingespart werden. Und damit rechnet sich letztlich die große Investition für den Logistiker, denn der Energieaufwand, um die riesigen Kühlschränke betreiben zu können, ist immens. Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro gibt Nagel jährlich allein am Standort Bochum für Energiekosten aus. Eine Rechnung, die in Zukunft deutlich kleiner ausfallen soll, dank der Anlage aus dem Hause der Rhyneraner Firma.

Die Solartechnik Hamm sitzt am Obersten Kamp im Gewerbepark. Thiekötter als Gründer führt das Unternehmen heute gemeinsam mit Andreas Strathaus. Es begann 1999 zunächst mit dem Bau von Elektroanlagen. Nach einer Fortbildung der IHK Dortmund zum Thema erneuerbare Energien setzte Thiekötter auf das Pferd „Photovoltaik“, was sich schnell als Volltreffer herausstellte. Schon 2002 erzielte das Unternehmen 90 Prozent seiner Umsätze mit PV-Anlagen.

Der stetige Aufwärtstrend der Firma erhielt 2013 einen Knacks, als die drastische Senkung der Einspeisevergütung die gesamte Branche traf – auch die Solartechnik Hamm. Thiekötter und Strathaus steckten den Kopf nicht in den Sand, sie glaubten an die Zukunft von Photovoltaik, zumal noch endlose Flächenreserven besonders auf Dächern schlummern. An einen Abbau des Mitarbeiterstamms kam das Unternehmen aber nicht vorbei. Zwischenzeitlich schrumpfte das Team von 15 auf 10, jedoch sind es seit 2016 wieder bis zu 18 Mitarbeiter zuzüglich Partner. In Hamm installierte die Solartechnik bereits 2013 eine Anlage auf dem Dach der Lebenshilfe – das ist eine der größten Eigenverbrauchsanlagen der Stadt mit fast 1,0 Megawatt.

Ausruhen auf dem neuen Boom, den die Branche erlebt, könne sich das Unternehmen nicht, sagt Thiekötter. Vielmehr müsse man immer am Ball und innovativ bleiben. Ein großes Thema dürfte das E-Auto werden. Entsprechende Ladestation stellt das Unternehmen auch her. Und hier biete sich ein Zusammenspiel an. Eine private Ladestation lasse sich gut mit einer Photovoltaik-Anlage versorgen. Und umgekehrt: Wer schon eine Anlage hat, steigt auch gerne auf ein E-Auto um.

Ein dritter Bereich des Unternehmens sind die Batterie-Speichersysteme, allein dieses Jahr bereits mehr als 100 Speicher, die sich ebenfalls immer größerer Beliebtheit erfreuen. Und beim immer stärker werdenden Umweltbewusstsein in der Bevölkerung dürfte das Rhyneraner Unternehmen noch länger gefragt sein – bei kleinen Privatkunden und bei den großen Betrieben, die rekordverdächtige PV-Anlage installieren lassen. „Jüngst wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz angepasst, um die Klimaziele in Deutschland zügig zu erreichen – zur Freude der nächsten Generation“, sagt Thiekötter.

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