Wieder vor allem Herringen und Pelkum betroffen

Beben beunruhigt Bürger: Stärkster Ausschlag in Hamm seit langer Zeit

Seismograf zeichnet Erdbeben auf
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Die Erde bebt: Vor allem in Pelkum und Herringen zitterte der Boden.

[Update] Heftig wie schon lange nicht mehr, so die Aussagen zahlreicher Bürger, war das Beben, das am Mittwoch um 13.49 Uhr vor allem in Herringen und Pelkum zu spüren war. 

Hamm - Nach Angaben des Seismologischen Observatoriums der Ruhr-Uni Bochum hatte es die Stärke 2,2 auf der Richterskala. Nach ersten Auswertungen lag das Epizentrum in 2,6 Kilometer Tiefe zwischen der Bergehalde Sundern und dem Stadtteilpark Schulze-Pelkum. Allerdings gebe es eine Toleranzgrenze von minus beziehungsweise plus 1,5 Kilometer Tiefe, sagte der Leiter der Erdbebenstation, Dr. Kasper Fischer.

Auch er stufte die Erschütterung als recht heftig ein, zumal an drei der zwölf Messstationen, die die Ruhr-Uni aktuell in Hamm betreibt, eine Schwinggeschwindigkeit von mehr als drei Millimetern pro Sekunde gemessen wurde. An der Messstation Ham02 (nördlich Deutzholz) waren es sogar mehr als fünf Millimeter pro Sekunde. Dies zeigt an, was an Bewegungen über Tage ankommt.

Im Laufe des Nachmittags meldeten sich mehrere Leser beim WA, die das Beben gespürt haben. Auch in sozialen Medien wie Facebook oder auf speziellen Beben-Seiten wurde über das Ereignis in Hamm gesprochen.

Heftiges Beben in Hamm: Rappeln „wie zu besten Zeiten“

Ulrich Pieper beispielsweise befand sich gerade in seinem Wohnzimmer an der Straße An der Falkschule in Herringen, als es „wie zu besten Zeiten“ plötzlich rappelte und sich die Möbel bewegten. So heftig habe es schon längere Zeit nicht mehr gebebt, so Pieper.

Ähnliches wusste Franz Tillmann aus der ebenfalls in Herringen gelegenen Heidhof-Siedlung zu berichten, die nur wenige hundert Meter vom Epizentrum entfernt liegt. Auch er berichtete von einem lauten Knall und einer deutlich spürbaren Erschütterung.

Detlev Bensch, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft Pelkum/Lerche, saß gerade am Computer an seinem Haus am Meereweg in Pelkum, als plötzlich „der ganze Bildschirm wackelte“. Vom Gefühl her sei das gestrige Beben das stärkste seit vielen Jahren gewesen.

Heftiges Beben in Hamm: Diskussionsbedarf bei Facebook

In der Pelkumer Facebook-Gruppe waren am Mittwoch bis 16 Uhr schon mehr als 30 Kommentare eingegangen – aus fast allen Teilen des Stadtbezirks. Auch hier wurde berichtet, dass das Beben so stark wie schon lange nicht mehr war. Gespürt wurden die Erschütterungen von Menschen unter anderem in folgenden Bereichen: Kamener Straße, Große Werlstraße, Auf dem Brink, Moltkestraße, Auf Börgers Hof, Pelkumer Bach, Kobbenskamp, Selbachpark sowie in der Selmigerheide.

Es wurde darüber spekuliert, dass das steigende Grubenwasser die Ursache für die seit gut einem Jahr stark zunehmende Bebentätigkeit im Umfeld der Zeche Heinrich Robert sein könnte. Durch den Druck des Wassers komme alles darunter liegende „in Bewegung“.

Auch für die Experten der Ruhr-Uni kann das eine Ursache sein. Mit absoluter Sicherheit sagen könne man das aber noch nicht, so Fischer. Um dem auf dem Grund zu gehen, habe man mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums in diesem Jahr ein Forschungsprojekt im östlichen Revier gestartet. Dafür angesetzt seien zunächst einmal zwei Jahre.

Die „Vorgänger“:

Ein ähnlich starkes Beben hatte es davor am 13. November 2019 mit der Stärke 2,6 gegeben, davor war es jahrelang mehr oder weniger ruhig.

Bereits zu Beginn des Monats hatte es in Pelkum und Herringen spürbare Beben gegeben: Es hatte gleich zweimal ordentlich gerappelt. Ein Anwohner wurde sogar aus dem Schlaf geweckt, wie er sagte.

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