Zum Beispiel Edeka und Netto

Dickes Plus in Hamm: Supermärkte sind Gewinner der Corona-Krise

Die Corona-Krise hat nicht nur viele Verlierer, sondern auch Gewinner: Supermärkte gehören dazu. Die Mitarbeiter der Logistikzentren von Edeka und Netto in Hamm können sich über Langeweile jedenfalls nicht beklagen.

Hamm - Toilettenpapier, Brot, Zucker und Mehl, Konserven: Das sind nur einige wenige Beispiele für die Produkte, die vor gut einem Jahr in sämtlichen Hammer Supermärkten vergriffen waren. Mittlerweile sind alle Regale wieder gefüllt, die Lage scheint deutlich entspannter – zumindest aus Verbraucher-Perspektive. Doch wie stellt sich die Situation für Zulieferer dar? Wir haben in den Logistikzentren von Edeka und Netto in Rhynern nachgefragt. (News zum Coronavirus in Hamm)

Über ein Jahr nach dem ersten Lockdown versetzt die Corona-Krise unsere Wirtschaft nach wie vor in Unruhe: Viele Unternehmen müssen Kurzarbeit beantragen oder Mitarbeiter entlassen, Grenzkontrollen verzögern den Export und Import von Ware. Gleichzeitig hat die Lebensmittelbranche derzeit deutlich mehr zu tun als vor der Pandemie, sagt eine Edeka-Sprecherin.

Mehr Warenverkäufe, mehr Logistikaufträge, mehr Stellen, mehr Lkw: Am Hammer Edeka-Zentrallager an der Straße Im Sutenkamp ist in der Pandemie einiges los.

Das bestätigt eine Analyse des Marktforschers GfK: Demnach habe der deutsche Handel mit Lebensmitteln im Jahr 2020 fast elf Prozent mehr Umsatz gemacht als 2019. „Shopper, die sich als Ersatz für entgangene Restaurantbesuche etwas Besonderes für zu Hause leisten wollten, suchten und fanden dies vor allem im Supermarkt“, so die GfK-Experten. Hinzu sei das Bedürfnis gekommen, den pandemiebedingten Verlust von Kontrolle in vielen Lebensbereichen durch Mehrkäufe zu kompensieren, heißt es von Sozialpsychologen.

Aufgrund dieser zusätzlichen Belastung habe Edeka in den vergangenen Monaten sogar einige neue Stellen im Rhyneraner Zentrallager schaffen können, so die Sprecherin gegenüber unserer Zeitung: Aktuell arbeiteten dort rund 1350 Menschen, um die Versorgung aller Edeka-Filialen in der Rhein-Ruhr-Region sicherzustellen.

Edeka und Netto – zwei Säulen des Edeka-Verbunds

Die Edeka Rhein-Ruhr Stiftung & Co. KG

Branche: Großhandel/Logistik

Zahl der Mitarbeiter (gesamt): circa 50.000

Zahl der Filialen: circa 1000 (Lebensmittel- und Getränkemärkte)

Umsatz: 5 Milliarden Euro (2019)

Sitz: Moers (Nordrhein-Westfalen)

Die Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG

Branche: Großhandel/Logistik

Zahl der Mitarbeiter (gesamt): circa 78 000

Zahl der Filialen: circa 4 270 (Lebensmittelmärkte)

Umsatz: 13,5 Milliarden Euro (2019)

Sitz: Maxhütte-Haidhof (Bayern)

Sowohl Edeka als auch Netto betonen, dass sich die Belieferung einzelner Märkte aus dem Rhyneraner Gewerbepark immer kurzfristig verzögern könne. Trotzdem müsse niemand länger ohne Toilettenpapier, Nudeln oder Mehl auskommen. Auch verstärkte Grenzkontrollen änderten daran nichts, bekräftigte eine Netto-Sprecherin auf Nachfrage. Ähnliche Worte kommen von Edeka: Das Unternehmen beziehe viele Lebensmittel ohnehin „direkt aus der Region“ und nicht aus dem Ausland. Beide Konzerne halten es deswegen jetzt und in Zukunft für absolut unnötig, Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs zu horten.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare