Deutscher Städtebaupreis: Belobigung für Hamm

Das Heinrich-von-Kleist-Forum in Hamm. ▪

HAMM/ESSEN ▪ Hohe Auszeichnung für die Stadt Hamm: Das Bahnhofsquartier mit dem neuen Heinrich-von-Kleist-Forum ist von der Jury der Deutschen Akademie für Städtebau- und Landesplanung belobigt worden. Die Urkunde nahm Stadtbaurätin Rita Schulze Böing am Donnerstag auf der Zeche „Zollverein“ entgegen.

Für sie kam die hohe Auszeichnung ebenso überraschend wie für Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann: „Es hat im Vorfeld keine entsprechenden Signale gegeben: Umso mehr freuen wir uns über diese Anerkennung, die unsere großen Anstrengungen in den vergangenen Jahren würdigt. Immerhin haben wir an diesem Standort mehr als 100 Millionen Euro investiert.“

Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten Architekturpreisen Deutschlands und wird von der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung nur alle zwei Jahre vergeben. Sie soll eine zukunftsweisende Planungskultur fördern. Mit der Auszeichnung befindet sich die Stadt Hamm in exklusiver Gesellschaft: Bei der letzten Verleihung vor zwei Jahren wurde dem Jüdischen Zentrum in München der Deutsche Städtebaupreis verliehen.

„Dieser Preis ist ein toller Imagegewinn für unsere Stadt. Vor allem, wenn man weiß, welchen besonderen Stellenwert dieser Preis in der Branche hat“, freut sich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann über die Architektur-Krone. Beworben haben sich um den Deutschen Städtebaupreis bundesweit 65 Projekte. Belobigt wurden deutschlandweit acht Projekte: unter Ihnen die Stadt Hamm mit dem „Stadtumbaugebiet Bahnhofsquartier und dem Neubau des Heinrich-von-Kleist-Forums“. Die abstimmende Jury setzte sich aus anerkannten Architekten und Stadtplanern aus der Wirtschaft und von den Universitäten zusammen. Vorsitzender war Professor Michael Braum, Städtebauer von der Universität Hannover.

In der Erklärung der Jury heißt es, dass das Heinrich-von-Kleist-Forum ein wichtiger Baustein im Stadtumbau sei: Besonders das Heinrich-von-Kleist-Forum überzeuge durch eine hohe Architekturqualität, die sich auch in der homogenen Fassade widerspiegelt. Diese binde sich harmonisch in die umgebende Bebauung ein. Aus städtebaulicher Sicht wurden die geschaffenen Fußwegeverbindungen und entstandenen Sichtachsen hervorgehoben. Die Aufgabe von Handelsflächen und der entstandene Nutzungsmix werden als ein weiteres positives Merkmal erwähnt.

Der Auszeichnung geht ein halbjähriges Prüfungsverfahren voraus: Im April wurde die Bewerbung bei der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL) eingereicht. Nach einer ersten Sichtungsphase war klar, dass das Hammer Projekt in die engere Auswahl gekommen ist. Im Anschluss daran fand dann im Juli eine Bereisung durch ein Mitglied der Jury statt. An diesem Tag wurde das Projekt aus Sicht der Planer und Architekten vorgestellt. Außerdem sind in zahlreichen Gesprächen die Nutzer des Heinrich-von-Kleist-Fourms - Zentralbibliothek, Volkshochschule und SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft - sowie Geschäftsleute aus dem Quartier zu Wort gekommen. „Aber auch ohne Preis hätten wir gewusst, dass das neue Bahnhofsquartier toll ist - zumal wir noch lange nicht am Ende sind“, betonte der Oberbürgermeister. „Das Gelände Altes Stadtbad/Alte Feuerwache hat durch den Abriss der ersten Gebäude schon jetzt einen völlig neuen Charme bekommen. Darüber hinaus freue ich mich auf das neue Gebäude auf der Fläche der alten Kaufhalle: Vielleicht gibt es dafür dann auch wieder einen Preis.“

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