VFX Supervisor

Er erschafft neue Welten: Mann aus Hamm für Deutschen Filmpreis nominiert

Reise in die Vergangenheit: Mittels digitaler Technik versetzt der gebürtige Hammer die Zuschauer ins Wien der 1930er und 1940er Jahre zurück.
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Reise in die Vergangenheit: Mittels digitaler Technik versetzt der gebürtige Hammer die Zuschauer ins Wien der 1930er und 1940er Jahre zurück.

Der Hammer Michael Wortmann hat als VFX Supervisor bereits an etlichen Blockbustern gearbeitet. Jetzt ist er für den Deutschen Filmpreis nominiert.

Hamm – Wenn am 1. Oktober in Berlin im Palais am Funkturm zum 71. Mal der Deutsche Filmpreis verliehen wird, hat auch ein gebürtiger Hammer die Chance, eine der begehrten Lola-Statuetten zu gewinnen: Michael Wortmann ist als Visual Effects Supervisor (auch „VFX Supervisor“) in der Kategorie „Beste visuelle Effekte“ nominiert. Als kreativer Projektmanager war der 41-Jährige für die Erstellung der visuellen Effekte des Filmdramas „Schachnovelle“ von Regisseur Philipp Stölzl verantwortlich.

„Ich habe mich natürlich sehr darüber gefreut, für den Deutschen Filmpreis, die wichtigste Auszeichnung für Kinofilm aus Deutschland, nominiert zu sein. Das ist eine schöne Anerkennung für meine Filmkunst“, sagt Wortmann. Er hat am Märkischen Gymnasium Hamm sein Abitur absolviert. Inzwischen lebt er in Berlin.

Arbeit an Harry Potter, Game Of Thrones, X-Men oder Star Trek

Obwohl Wortmann bereits seit vielen Jahren im Filmgeschäft tätig ist, hat er nur selten die Chance auf eine Nominierung für die Lola: Er arbeitet meist an internationalen Produktionen und ist nur selten an der Produktion ausschließlich deutscher Filme beteiligt. So erstellte er unter anderem die visuellen Effekte für „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (Teil 1 und 2), „X-Men: First Class“, „Game Of Thrones“ (Staffel 2), „John Carter“, „Star Trek: Into Darkness“ oder „Black Panther“, einen US-amerikanischen Science-Fiction-Actionfilm, den die Marvel Studios produziert haben.

Seine Begeisterung für visuelle Effekte entdeckte Wortmann bereits in der Schulzeit, als der Science-Fiction- und Abenteuerfilm „Jurassic Park“ von Steven Spielberg in die Kinos kam: „In diesem Film gibt es richtig tolle CGI-Effekte.“ CGI-Effekte steht für „Computer Generated Imagery“ – Spielberg hatte viele Effekte mittels Computern erzielt. Nach dem Zivildienst absolvierte Wortmann sein Diplom für Film und Medien mit dem Schwerpunkt Animation an der Ludwigsburger Filmakademie.

Mit der Greenscreen-Technik zurück ins „alte Wien“

Der Film „Schachnovelle“, für den Wortmann nun nominiert ist, basiert auf der gleichnamigen Novelle des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig. Darin versetzt Wortmann die Zuschauer mittels Greenscreen-Technik ins „alte Wien“ der 1930er- und 40er-Jahre zurück. Die Rahmenerzählung spielt an Bord eines Passagierdampfers von New York nach Buenos Aires. Mit digitaler Filmtechnik lässt Wortmann als künstlerischer Leiter dieses Schiff wieder fahren. Auch alte Straßenbahnen rollen durchs Bild, dabei gibt es sie längst nicht mehr.

Täuschend echt: Michael Wortmann erschuf auch einen ganzen Passagierdampfer am Computer.

Aus der Fassade des Wiener Burgtheaters entstand mithilfe von Film- und Videotechnik sowie Computergrafik das Hotel Métropole, ein Wiener Luxushotel, das heute vor allem als ehemalige Gestapo-Leitstelle bekannt ist. 1948 wurde es abgerissen, Wortmann holte es digital wieder zurück. Denn dort spielt ein Großteil der Handlung. Die Dreharbeiten fanden von Anfang Dezember 2019 bis März 2020 in Wien, Potsdam, Berlin, München und Umland statt. Zur Besetzung gehören unter anderem Oliver Masucci in der Hauptrolle von Dr. Josef Bartok, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr und Rolf Lassgård.

Verleihung am 1. Oktober - Film siebenmal nominiert

„Digitale Bildeffekte spielen in der Filmwelt eine immer wichtigere Rolle“, sagt Wortmann. Seit 2020 wird der Deutsche Filmpreis deshalb auch in der Einzelleistungs-Kategorie „Beste visuelle Effekte und Animation“ vergeben. Neben Wortmann, sind auch Frank Schlegel („Jim Knopf und die Wilde 13“) und Denis Behnke („Tides“) nominiert.

Der ehemalige Hammer freut sich besonders darauf, bei der Verleihung am 1. Oktober in Berlin auch die Macher anderer Filme kennenzulernen. Insgesamt sieben Mal ist Philipp Stölzls Werk für den Filmpreis nominiert, darunter als bester Spielfilm.

Michael Wortmann kommt aus Hamm und wohnt mittlerweile in Berlin.

Vorher feiert „Schachnovelle“ in den deutschen Kinos noch Premiere: Am 23. September 2021 wird das Filmdrama erstmals auf der großen Leinwand zu sehen sein. Der Filmstart war ursprünglich für Anfang Januar geplant. Aufgrund der Pandemie wurde er verschoben.

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