Schulstart in Hamm

Deutsch, Mathe, Maske: So lief der erste Schultag mit den neuen Corona-Regeln

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Hamm – Für rund 26 000 Schüler begann gestern in Hamm das neue Schuljahr. Auf dem Stundenplan standen dabei nicht nur Deutsch, Mathe und Englisch sondern auch Coronavirus, Abstand halten und Maskenpflicht. Mit den Schutzmaßnahmen zur Eindämmung des Virus gingen die meisten Kinder entspannt um – auch, wenn ihnen das Wetter zusetzte.

Bei Spitzentemperaturen von bis zu 33 Grad Celsius in den Klassenräumen war der Unterricht gestern an etlichen Schulen schneller wieder vorbei als geplant. Schon am Vormittag gab es in vielen Fällen hitzefrei. Auch mindestens heute und morgen dürften einige Stunden wegen der heißen Temperaturen ausfallen.

Hitzefrei schon um 11.20 Uhr

„Wir haben um 11.20 Uhr Schluss gemacht, weil wir die Kinder nicht überfordern wollten“, erklärt Christina Kühler. Sie ist Schulleiterin der Maximilianschule mit Standorten in Werries und Uentrop. „Der erste Schultag lief ziemlich problemlos. Im Nachhinein waren die zwei schwierigen Wochen vor den Ferien sogar gut. Die Kinder waren entspannt.“ 

Auch die Vorgaben der Landesregierung seien anders als vor den Ferien jetzt tatsächlich hilfreich und rechtzeitig da gewesen. Kühler: „Für die Hitze kann auch die Ministerin Gebauer nichts. Es gab klare Ansagen, wo wir sie brauchten, und Freiräume, durch die wir die Regeln an unsere eigenen Bedarfe anpassen konnten.“

Maske runter nur fürs Foto

Anders als in der Maximilianschule wurden gestern bereits vereinzelt i-Dötzchen begrüßt – etwa an der Wilhelm-Busch-Schule im Westen. 

Nur für das obligatorische Klassenfoto wurden die Masken dort im Freien für einen Moment abgenommen. Heute und morgen beginnt dann für etliche weitere Erstklässler die Schulzeit.

Verständnis für Maskenpflicht

Während Grundschüler wenigstens an ihren fest zugewiesenen Sitzplätzen ohne Maske dem Lehrer lauschen können, müssen die Schüler an den weiterführenden Schulen zumindest bis Ende des Monats auch im Unterricht den Mund-Nasen-Schutz tragen. Die meisten von ihnen haben dafür Verständnis.

„Ich habe eigentlich gar keine Lust, die Maske zu tragen, das muss aber sein, um uns alle zu schützen“, sagt Kimberly Klages, die die 9. Klasse des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums besucht.

Stinkende Masken und komisches Kennenlernen

Tom Thriene aus der 10. Klasse der Marienschule findet vor allem einen Umstand lästig: „Die Masken fangen irgendwann an zu stinken. Da sollte man eine Ersatzmaske dabei haben.“

Die drei Freundinnen Jasmin, Jasmin und Navina besuchen seit gestern die elfte Klasse am St.-Franziskus-Berufskolleg. Für sie war vor allem die Interaktion mit ihren neuen Mitschülern merkwürdig. „Wir haben die anderen nie vorher gesehen. Das ist ein ganz komisches Gefühl, die Klassenkameraden nur über die Augen kennenzulernen“, schildert Navina Senkel. 

Auch das typische Tuscheln während des Unterrichts klappe nicht mehr ganz so gut. „Wenn man flüstert, versteht man durch die Maske nichts. Alles andere fällt dann schnell auf.“

Sorgloser Umgang nach Schulschluss

Wurden die Masken im Unterricht noch diszipliniert getragen, sah das vor den Schultoren oft ganz anders aus. An Bushaltestellen etwa saßen große Gruppen von bis zu 15 Schülern dicht zusammen, plauderten munter oder aßen Eis. Abstand halten? Fehlanzeige. 

„Uns wurde sogar geraten, vom Schulgelände runter zu gehen, um die Masken auch mal absetzen zu dürfen“, sagte eine Oberstufenschülerin. Eine andere ergänzte: „Das ist schon absurd. Da können wir uns die Masken im Unterricht eigentlich auch sparen, wenn hinterher jeder auf Kuschelkurs geht.“

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