Einrüsten und entrosten

Der historische Hafenkran wird saniert: Termin für Fertigstellung steht schon fest

Hinter dem Gerüst ist der Vollportaldrehkran in Hamm kaum zu sehen: Das Baudenkmal von 1939 soll vom Rost befreit und für die nächsten Jahre gesichert werden.
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Hinter dem Gerüst ist der Vollportaldrehkran kaum zu sehen: Das Baudenkmal von 1939 soll vom Rost befreit und für die nächsten Jahre gesichert werden.

Der historische Kran im Hammer Hafen wird saniert. Das 81 Jahre alte technische Denkmal ist derzeit eingerüstet und soll im Februar wieder in altem Glanz erstrahlen. Bis dahin müssen schadhafte Stellen entrostet und neu beschichtet werden. Die Instandsetzung kostet 150.000 Euro; gut ein Drittel trägt das Land.

Hamm-Westen – Die Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) hatte den „Vollportaldrehkran“ 1939 für die Münsterische Schifffahrts- und Lagerhaus AG Hamm (Westf.) gebaut, seit 2010 steht er unter Denkmalschutz. Der Kran diente laut Denkmalbegründung in der Anfangszeit vor allem dem Umschlag von Brenn- und Baustoffen, Futter, Düngemitteln und Getreide. Betrieben wurde der Kran elektrisch, er fuhr auf Schienen mit 4,70 Metern Spurweite. Der 20 Meter lange Ausleger konnte fünf Tonnen schwere Lasten haben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Kran schwer beschädigt, dann aber schnell wieder instandgesetzt; die Rhenus AG nutzte ihn bis 1996. Erst mit der Aufgabe der Speicherwirtschaft und der Umgestaltung des Hafengebietes wurde der Kran ausgemustert. 2001/02 wurde die Konstruktion aufgearbeitet, heute dient der Kran als industriegeschichtliche Landmarke am östlichen Ende des Hammer Hafens.

Vollportaldrehkran durch Korrosion angegriffen

2019 stellte die Stadt allerdings Sanierungsbedarf am Kran fest. Bei einer Routinekontrolle durch das Immobilienmanagement und einen externen Statiker seien diverse Schäden festgestellt worden, heißt es in Verwaltungsunterlagen. Zur Verkehrssicherung und Substanzerhaltung müssten diese behoben werden. Im Einzelnen gehe es dabei um die Entrostung und Neubeschichtung der durch Korrosion angegriffenen Stellen an Stahlkonstruktion und Verkleidung. Außerdem solle die Holzverschalung überarbeitet werden. Dafür müsse der Kran eingerüstet und ein externes Ingenieurbüro eingeschaltet werden. Die Bezirksvertretung Mitte beschloss die Sanierung im Dezember 2019 einstimmig.

Die Maßnahme werde durch Fördermittel des Denkmalförderprogramms des Landes Nordrhein-Westfalen zu 30 Prozent finanziert, teilte ein Stadtsprecher auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Gesamtsanierungskosten für den historischen Vollportaldrehkran belaufen sich demnach auf 150.000 Euro. Die Stadt hatte ursprünglich auf eine 50-Prozent-Förderung gehofft.

Denkmäler am Hafen

Nicht weit vom Kran entfernt steht das denkmalgeschützte Hafenamt, das 1880 als Villa des WDI-Gründers Friedrich Hobrecker errichtet wurde. Sehenswert (aber nicht denkmalgeschützt) ist auch das 2010 errichtete Betriebsgebäude des Lippeverbandes aus Cortenstahl.

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