Rissige Bären im Ostring: Brunnen muss saniert werden

Der Bärenbrunnen ist eingezäunt
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Eingezäunte Bären: Der Brunnen weist deutlich sichtbare Abplatzungen auf.

Am Bärenbrunnen – einer der ältesten Brunnenanlagen in Hamm – nagt der Zahn der Zeit. Deshalb wird 16 Jahre nach der letzten vollständigen Restaurierung aktuell an dem Brunnen gearbeitet.

Hamm - Seit gut zwei Wochen liefen die Vorbereitungsarbeiten für die geplante Maßnahme. Das teilte Stadtsprecher Tom Herberg mit. Für die Ausbesserungsarbeiten ist der Brunnen extra mit Bauzäunen abgesperrt, Wasser fließt nicht mehr. „Bei einer Routineinspektion sind Risse festgestellt worden. Dabei handelt es sich sowohl um Undichtigkeiten der Fugen im Becken als auch in den Gusskörpern der Bären“, sagte Herberg. Die Dichtungen würden nun komplett entfernt und durch ein Silikon-Harz-Gemisch ersetzt. Auch Abplatzungen des Betons – besonders auffällig ist eine größere Schadstelle an der Nordseite des Brunnens – würden ausgebessert.

Fertigstellung Ende der Sommerferien

Für die Arbeiten werden trockene Phasen benötigt, damit die Materialien richtig aushärten können. Deshalb ist die Fertigstellung auch erst für Ende der Ferien avisiert. Um die Arbeiten zu beschleunigen, soll in Kürze ein Zelt aus Planen aufgebaut werden, das den Brunnen zusätzlich vor Regen schützt. Die Stadt veranschlagt die Kosten für die Reparaturen mit rund 20 000 Euro. Der Kunststein-Brunnen mit einer Gruppe von drei Bären wurde übrigens im April 1914 als östlicher Abschluss des Alleenbereichs am Ostring aufgestellt und sollte an den Ahse-Wasserlauf erinnern. Stadtbaurat Otto Krafft hatte den Bärenbrunnen 1913 bei einem Besuch der Leipziger Baufachausstellung für circa 25 000 Mark erworben. Er ist damit eine der ältesten, vollständig erhaltenen Brunnenanlagen in Hamm.

Infolge der Luftangriffe und der Zerstörung der Anlage im Zweiten Weltkrieg versiegte der Brunnen zunächst. Die in Mitleidenschaft gezogenen Bären konnten nach aufwendigen Instandsetzungsarbeiten erst ab 1963 ihr Wasserspiel wieder dauerhaft fortsetzen. Ende 1972 stahlen Unbekannte zweimal den Kopf eines Bären. Eine vollständige Restaurierung erhielt der Brunnen zuletzt im Jahr 2005. Die Anlage aus Kunststein wies konstruktionsbedingt so große Schäden auf, dass die Figuren durch einen originalgetreuen Abguss ersetzt werden mussten. Die Originale stehen seitdem geschützt im Magazin des Gustav-Lübcke-Museums.

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