Friedliche Demonstration

400 demonstrieren in Hamm gegen Rechts

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Der Protest von rund 400 Demonstranten gegen Rechts blieb am Mittwoch friedlich.

Hamm - Laut und bunt gestaltete sich am Mittwoch die Demonstration unter dem Motto „Von Rechtsruck bis Nazistrukturen – Wie kalt soll es noch werden?”, zu dem das antifaschistische Jugendbündnis „haekelclub 590“ eingeladen hatte.

Statt der angemeldeten 200 Teilnehmer kamen rund 400 Bürger jedes Alters, um ein Zeichen gegen den Rechtsruck in Politik und Gesellschaft zu setzen. Auf dem Willy-Brandt-Platz gab es, neben viel Musik aus dem Lautsprecherwagen, bereits einen ersten Redebeitrag der Hammer Jungsozialisten. Darin wurde auf die lange Geschichte von Nazis in der Politik und allen Bereichen des öffentlichen Lebens auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs eingegangen. 

Die Gefahr sei aktueller denn je: Schon durch die anhaltende Sprachverrohung zeige sich, wie viele angeblich konservative Menschen ins rechte Lager abgewandert seien. Dann setzte sich der Umzug um kurz nach 14 Uhr in Bewegung. Immer wieder erklangen Sprechchöre und die Demonstranten sprachen sich deutlich gegen Rechtsextremismus aus.

Der Weg führte die Teilnehmer über die Friedrich- und die Bismarckstraße zum Rathaus, vor dem die nächsten Redebeiträge folgten. Die Flüchtlingshilfe Hamm beklagte das „Klima der Kälte“, das die gesamte EU-Flüchtlingspolitik belaste. Es gebe keine Flüchtlingspolitik mehr, sondern nur noch eine Abschottungspolitik. Die vielen Anschläge in Afghanistan zeigten zudem, dass dieses Land kein Abschiebeziel sein könne.

"haekelclub" kritisiert Rechtsruck

Der „haekelclub“ kritisierte anschließend auch den Rechtsruck vieler etablierter Parteien und ging auf aktuelle politische Umfragen ein: „Die AfD steht vor der SPD und Unionspolitiker liebäugeln öffentlich mit der AfD als Koalitionspartner“, rief eine Sprecherin. Daher sei es allerhöchste Zeit für alle, die sich als Mitte der Gesellschaft sähen, die Defensive zu verlassen und offensiv gegen Rechtsradikalismus einzutreten. Der nächste Halt war pikanterweise am Kentroper Weg, wo „Die Rechte Hamm“ ihren Treffpunkt hat. Dort folgten weitere Wortbeiträge, auch von „Die Linke Hamm“, bevor sich alle Beteiligten auf den Weg zur Abschlusskundgebung am Bahnhof machten. 

Nach weiteren Appellen, der dauerhaften Etablierung rechter Parteien und Gesinnungen selbstbewusst zu begegnen, löste sich die Veranstaltung friedlich auf. Joshua Zobel, der die Demonstration angemeldet hatte, freute sich über dieses friedliche und verbindende Zeichen, das sich seit einer großen Nazi-Demonstration 2011 als deutliche Gegenbewegung etabliert hat.

Die Polizei sprach in einer Mitteilung von einer friedlichen und störungsfreien  Demonstration. Vorübergehend sei es aufgrund der Versammlung in der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen und Beeinträchtigungen des Busverkehrs gekommen.

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