Baustellen-Tourismus strafbar

Deich im Erlebensraum kräftig rasiert - So rasant geht‘s weiter auf der Großbaustelle

Die neue Spundwand im Erlebensraum Lippeaue ist mit der im Bestandsdeich vereinigt.
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Angedockt: Die neue Spundwand (links) wurde mit der im Bestandsdeich (rechts und im Vordergrund) vereinigt. Dieser kann nun im östlichen Bereich nach und nach abgetragen werden.

Während die Tage immer kürzer werden, wird die mächtige Baustelle zwischen der Münsterstraße und der Fährstraße immer sichtbarer. Die Verantwortlichen warnen allerdings allzu Neugierige vor Baustellen-Tourismus.

Hamm - Seit wenigen Tagen ist die neue Spundwand im mittleren Bereich mit der des Altdeichs verbunden, auch im Osten wurden unlängst die Abschlusselemente gesetzt. Gleichzeitig wurde dort der Zugang zur Deichkrone regelrecht weggerissen; viele Bereiche des beliebten, knapp 2,4 Kilometer langen Fuß- und Radweges sind rund 70 Jahre nach dem Bau nun endgültig nicht mehr nutzbar.

Anne-Kathrin Lappe vom Lippeverband, der das Projekt gemeinsam mit der Stadt Hamm ausführt, hebt in diesem Zusammenhang mahnend den Zeigefinger: Seit dem Absperren vor wenigen Wochen sei die Benutzung des bisherigen Weges untersagt. Wer ihn trotzdem betrete, tue dies nicht nur auf eigene Gefahr, sondern könne für dadurch entstandene Schäden sogar zur Kasse gebeten werden. „Ferner geht er ein nicht unerhebliches Risiko für Leib und Leben ein, da er sich im Bereich einer laufenden Baustelle bewegt“, ergänzt Lappe. „Wir können immer wieder nur dringend davor warnen, solche Baustellenbereiche auch außerhalb der Zeiten der Bautätigkeiten zu betreten.“

Baustelle Erlebensraum Lippeaue: Altdeich schrumpft gleich doppelt

So rasant wie zuletzt sind die Arbeiten für den künftigen „Erlebensraum Lippeaue“ auch im Herbst und Winter geplant. So sollen Ende Oktober in den Anschlussbereichen der Spundwand Überfahrten in Form von Rampen errichtet werden, über die während der Bauzeit die Bodentransporte zwischen der Lippe-Seite und der Seite zur Kläranlage erfolgen werden, erklärt Lappe. Diese Überfahrten seien besonders für für den anstehenden Rückbau des Bestandsdeichs erforderlich.

Dieser zeigt sich unweit der Münsterstraße inzwischen regelrecht „rasiert“. Die dort erfolgte Abtragung des Mutterbodens bereitete die in Kürze anstehende, geplante Absenkung des Altdeichs bis zur Kläranlage um bis zu einen Meter vor. Damit wird dann zugleich die Höhe des angrenzenden Plateaus definiert. Der vorgeschriebene Hochwasserschutz gegen ein „250-jähriges Hochwasser“ bleibe dabei sichergestellt, betont die Sprecherin des Lippeverbands. Die bisherige Höhe in diesem Bereich sollte einst mögliche Bergsenkungen ausgleichen, die aber nie eintraten.

Baustelle Erlebensraum Lippeaue: Künftiges Plateau immer größer

Auch das Plateau selbst wächst in diesen Tagen immer eindrucksvoller aus dem Boden – zumindest in seinen Konturen. Diese haben bereits rund 70 Prozent der späteren Fläche erreicht. Voraussichtlich Ende des Jahres soll es vollumfänglich erkennbar sein und dann immer weiter in die Höhe wachsen.

Der Deich - der eigentlich „Hochwasserschutzanlage“ (HWS) heißt - wird durch die neue Schleife im Norden übrigens um rund 40 Meter auf dann 1320 Meter schrumpfen. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts Erlebensraum ist für Mitte 2022 vorgesehen.

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