Rekordverdächtige Drogenmengen gefunden

Hammer Großdealer muss mehrere Jahre ins Gefängnis

Der Angeklagte und sein Verteidiger Gottfried Reims aus Köln (rechts) im Gerichtssaal.
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Der Angeklagte aus Herringen und sein Verteidiger Gottfried Reims aus Köln (rechts) im Gerichtssaal.

Mit einer vergleichsweise milden Haftstrafe von vier Jahren ist am Dortmunder Landgericht der Prozess gegen einen Dealer aus Herringen zu Ende gegangen.

Hamm/Dortmund - Der 28-jährige hatte über Monate rund fünf Kilo Marihuana an rund ein Dutzend feste Abnehmer verkauft. Besonders verwerflich waren zudem aber die enormen Mengen an Rauschgift, die die Fahnder in einer Wohnung an der Schumacherstraße entdeckten. Bei einem alkoholabhängigen und ständig finanziell klammen Bekannten hatte der Herringer 23 Kilo Ecstasy und 33 Kilo Amphetamine gebunkert und diesem für das Verwahren des Rauschgiftes eine monatliche "Miete" von 50 Euro gezahlt.

Zu Prozessbeginn im Januar hatte der geständige Angeklagte den Prozessbeteiligten eine eher abenteuerliche Geschichte präsentiert, die die Existenz der für Hammer Verhältnisse rekordverdächtigen Drogenmengen erklären sollte. Danach sei er beim Ankauf von mehreren Kilo Haschisch um seine gesamten Ersparnisse von 16.500 Euro gebracht worden. Er habe das Haschisch bestellt für den Eigenkonsum, aber auch, um es gewinnbringend in der Szene weiter zu verkaufen, hatte er freimütig erklärt.

Geschichte mit Katzenstreu nicht widerlegt

Tatsächlich jedoch sei er von skrupellosen Händlern über den Tisch gezogen worden, habe für sein Geld lediglich einige eingeschweißte Ballen Katzenstreu erhalten. Nach "ordentlich Stress" mit den betrügerischen Lieferanten habe er sozusagen als Wiedergutmachung kiloweise Ecstasy und Amphetamine bekommen und habe gehofft, diese irgendwann zu Geld machen zu können.

Strafmildernd wurde dem Herringer sein Geständnis angerechnet und der Umstand, dass es mit den beabsichtigten Verkäufen noch nicht geklappt hatte. Die Geschichte mit dem Katzenstreu ließ sich nicht widerlegen.

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