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Datteln-Hamm-Kanal: Ausbau im Hammer Hafen soll im Herbst beginnen

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Von: Jörn Funke

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Ein Schiff transportiert Aushub auf dem Datteln-Hamm-Kanal ab.
Ein Schiff transportiert auf dem Datteln-Hamm-Kanal Aushub ab. Von Herbst an soll der Kanal erweitert werden. © Reiner Mroß/Digitalbild

Der Ausbau des Datteln-Hamm-Kanals im Hafen-Bereich rückt näher: Im Herbst soll es losgehen, beim zuständigen Wasserstraßenneubauamt (WNA) Datteln rechnet man mit einer zweieinhalbjährigen Bauzeit. Von anstehenden Kürzungen im Verkehrs-Etat des Bundes ist das Projekt offenbar nicht betroffen.

Hamm – Konkret geht es um das „Los 6 West“, den Kanalabschnitt zwischen der Radbodbrücke und der Hafenverwaltung. Die Strecke soll fit für größere Binnenschiffe gemacht werden; außerdem soll künftig ein Begegnungsverkehr zwischen Schiffen möglich sein. Die Planungen laufen schon seit Jahren, der Baubeginn hatte sich aber immer wieder verzögert. Jetzt stehe man kurz vor Vergabe der Aufträge, sagte WNA-Leiterin Birgit Maßmann, auf Anfrage unserer Zeitung.

Wasserfläche wird neun Meter breiter

Nach Angaben der Behörde soll die nutzbare Wasserfläche von etwa 50 auf 59 Meter verbreitert werden. Bisher ist der Kanal etwa 3,50 Meter tief, künftig sollen es 4 Meter sein. Für den größeren Wasserquerschnitt werde auf dem Nordufer die noch aus der Bauzeit des Datteln-Hamm-Kanals stammende Uferbefestigung aus Ufermauer und Steinschüttung abgebrochen und durch eine rückverankerte Uferspundwand ersetzt. Der Kanal wurde von 1912 bis 1914 gebaut.

Das gesamte Nordufer könne auf diese Weise später für den Schiffsumschlag und als Liegestelle für Binnenschiffe genutzt werden, heißt es weiter. Zum Schutz der Kanalsohle werde die Sohle vor der Spundwand mit einer Steinschüttung gesichert.

Neues Wendebecken am südlichen Ufer

In Höhe der Hafenverwaltung soll das auf dem Nordufer vorhandene Wendebecken nach Süden vergrößert werden. Damit könnten dort dann auch „Übergroße Großmotorgüterschiffe“ (ÜGMS) mit einer Länge von 135 Metern wenden.

Für die Vergrößerung des Wendebeckens müssen nach WNA-Angaben die auf der Erweiterungsfläche liegenden Gleise der Hafenbahn verlegt genommen werden. Als Ersatz werde von der Stadtwerke-Tochter Hafen Hamm GmbH als Bahnbetreiber eine neue Gleistrasse entlang der neuen Uferlinie verlegt. Die Stadtwerke wollen sich in der kommenden Woche zum Zeitplan äußern.

Bund gibt grünes Licht für Ausbau

Zu den Kosten des Ausbaus machte die Behörde mit Hinweis auf die bevorstehende Vergabe keine Angaben. Von Kürzungen beim Wasserstraßenausbau ist das Projekt nicht betroffen. Im Haushaltsentwurf für 2023 streicht der Bund die Mittel zwar um mehr als ein Drittel zusammen. Am geplanten Ausbau in Hamm wolle man aber festhalten, teilte das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag mit.

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