In Berge

Das war knapp: Fußgänger geht bei Rot über Bahnübergang und zwingt Lokführer zu Vollbremsung

Ein rote Ampel und ein Andreaskreuz an einem beschrankten Bahnübergang.
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Ein Fußgänger ignorierte Schranke und rote Ampel an einem Bahnübergang und zwang einen Zug zur Schnellbremsung. (Symbolbild)

Ein noch unbekannter Fußgänger hat in Hamm am Mittwoch leichtfertig mit seinem Leben und dem von Dutzenden anderen gespielt. Nur eine geistesgegenwärtige Schnellbremsung eines Zugführers verhinderte einen Zusammenstoß.

Hamm - Trotz geschlossener Halbschranken hat am Mittwochnachmittag gegen 16.45 Uhr eine unbekannte Person den Bahnübergang Ostdorf vor einer heranfahrenden Regionalbahn überquert. Das berichtet die Bundespolizei. Der Zugführer leitete daraufhin eine Schnellbremsung ein, um eine Kollision zu verhindern.

Die Bundespolizei hat gegen die unbekannte Person, die mit ihrem Verhalten sich und die Reisenden im Zug leichtsinnig in Gefahr gebracht habe, die Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr aufgenommen. Auf der Strecke verkehren üblicherweise die Züge von Hamm nach Soest.

„Lebensgefahr“: Bundespolizei mit eindringlicher Warnung

Nach dem Vorfall in Berge warnt die Bundespolizei eindringlich: „Überqueren Sie den Bahnübergang nur bei geöffneten Schranken und erloschenem Rotlicht! An Bahnanlagen besteht Lebensgefahr, denn die Geschwindigkeit und der entstehende Luftsog werden oft unterschätzt!“, heißt es in einer Mittelung.

Züge näherten sich fast lautlos. Ein elektrisch betriebener Zug sei für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt. „Aufgrund ihres Gewichts haben Züge einen sehr langen Bremsweg und können nicht ausweichen. Eine Bremsung ist oft nicht mehr rechtzeitig möglich!“

Durch den Vorfall kam es auf der Bahnstrecke Hamm - Soest bei dem betroffenen Zug und drei nachfolgenden Zügen zu Verspätungszeiten von insgesamt 30 Minuten.

Immer wieder Zwischenfälle an Bahnübergängen - auch in Hamm

Immer wieder kommt es durch das unachtsame Verhalten einiger Verkehrsteilnehmer zu teils schweren Unfällen an Bahnübergängen.  Ein Mädchen (15) ist auf ihrem Fahrrad auf einem Bahnübergang in Rheda-Wiedenbrück im zurückliegenden August von einem Zug der Eurobahn erfasst und tödlich verletzt worden. Ebenfalls in Rheda streifte ein Zug der Eurobahn den Wagen eines offenbar betrunkenen 25-Jährigen.

Eine so genannte „Anrufschranke“ in Süddinker wurde für eine Autofahrerin im September zur Falle. Sie war hinter einem Bagger hergefahren, als sich die Schranken plötzlich schlossen und ihr Auto eingeschlossen war. Es kam zur Kollision mit einem herannahenden Zug, doch weil die Frau ihren Wagen zuvor soweit wie möglich aus dem Gefahrenbereich fuhr, wurde eine Katastrophe gerade noch so verhindert.

*in einer früheren Version des Artikel hatte es geheißen, dass ein Autofahrer den Bahnübergang überquerte. Es handelte sich aber um einen Fußgänger.

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