Grüner Wasserstoff

„Erdöl von morgen“ - vielleicht bald aus Hamm

Statt Kohle und Gas bald Wasserstoff? Die Hammer Kraftwerke bewerben sich als Wasserstoff-Produktionsstätte.
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Statt Kohle und Gas bald Wasserstoff? Die Hammer Kraftwerke bewerben sich als Wasserstoff-Produktionsstätte.

Die Chancen, dass in Hamm grüner Wasserstoff produziert wird, steigen. Keine vier Wochen nach dem ersten Treffen zur Produktion von grünem Wasserstoff wird das Vorhaben konkreter.

Hamm – Die Bundesregierung hat die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Sie soll grünen Wasserstoff marktfähig machen und seine industrielle Produktion, Transportfähigkeit und Nutzbarkeit ermöglichen. Grüner Wasserstoff wird gerne auch als klimafreundliches „Erdöl von morgen“ bezeichnet. D Die Kraftwerkstandorte Trianel und RWE im Uentrop sollen Teil der neuen Strategie sein und bieten sich für eine Produktion des klimafreundlichen an. Das hat auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze erkannt: „Mir sieht es sehr danach aus, dass wir das Projekt unterstützen“, sagte sie am Dienstag nach einem Treffen im Hause Jäckering am Hammer Hafen.

Das ist zwar noch keine formelle Förderzusage, doch lag ein optimistischer Grundton in den Ausführungen der Ministerin. Diese war gestern erneut nach Hamm gekommen, um sich über die ausgearbeitete Projektbeschreibung, wie ein wasserstoffbasiertes Mobilitätssystem im östlichen Ruhrgebiet aufgebaut werden kann, zu informieren. An einen Tisch gebracht hatte OB-Kandidat Marc Herter abermals Produzenten und potenzielle Abnehmer. Die Interessentenrunde, die sich vorstellen kann, in Uentrop künftig grünen Wasserstoff herstellen zu können, wird größer: RWE, Trianel und die Stadtwerke Hamm haben inzwischen signalisiert den Wasserstoff herstellen zu wollen.

Noch keine formelle Förderzusage

Vertreter der drei Unternehmen waren gestern bei dem Gespräch dabei. Ebenso potenzielle Abnehmer, die den Wasserstoff im großen Stil kaufen wollen. Das sind das Hammer Unternehmen Jäckering und die Stadtwerke Hamm, die ihre Flotte künftig komplett mit Brennstoffzellen antreiben wollen. Neu hinzugekommen zur Wasserstoff-Allianz ist der Zementhersteller Holcim. Er habe ein großes Interesse daran, künftig in Hamm Energie für Zementwerke zu beziehen, sagte Firmenvertreter Arne Stecher.

Optimistisch gestimmt (von links): Michael Andreae-Jäckering, Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Marc Herter.

Trianel denkt inzwischen an eine Pipeline, die vom Uentrop den Wasserstoff quer durch das Ruhrgebiet bis nach Aachen transportiert. In Uentrop könnte zudem der Wasserstoff für unterschiedlichen Bedürfnisse veredelt werden, damit der Weg zur CO2-freien Wirtschaft schnell gelingt. Das Thema Wasserstoffproduktion nimmt offensichtlich Fahrt auf. Eine Dynamik, die Umweltministerin Svenja Schulze sich gerne auch an anderen Orten in der Bundesrepublik gewünscht hätte. „Das, was hier in Hamm geschieht, ist herausragend“ sagte sie. In solch kurzer Zeit so ein attraktives Netzwerk zu knüpfen, sei eine starke Leistung.

Sieben Milliarden Euro hat der Bund für die Nationale Wasserstoffstrategie zur Verfügung gestellt – für den Aufbau von Produktionsstätten und Verteilnetzen von Wasserstoff in der ganzen Republik. Davon möchte auch das Wasserstoff-Projekt Hamm partizipieren. Ein entsprechender Förderantrag soll jetzt schnell geschrieben werden, den werden die Stadtwerke gemeinsam mit dem Energieversorgungsunternehmen Trianel formulieren. Ist er bewilligt, könnte es noch drei Jahren dauern, bis die Produktion auf den Flächen von Trianel und RWE beginnen kann, hieß es.

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