„Dürfen uns nichts vormachen...“

Das Leben nach Corona: „Kapelle Petra“ hat Pläne, ist aber vorsichtig

Kapelle Petra aus Hamm mit Maskenschutz in Corona-Zeiten.
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„Da wir auch nicht wissen, wie es 2021 weitergeht, denken wir zur Zeit über mögliche Konzepte nach, die Livekonzerte auch unter verschärften Bedingungen möglich machen“, sagt Schlagzeuger Markus Schmidt (hinten).

Es gibt ein Leben nach Corona. Wann es beginnt, kann im Moment niemand sagen, aber die Kapelle Petra bereitet sich darauf vor.

Hamm – Die Hammer Kultband, die sich nicht erst seit ihrem Wechsel ins Profilager 2013 eine veritable Fangemeinde erspielt hat, die von Flensburg bis Friedrichshafen reicht, nutzt die staatlich verordnete Zwangspause, um an Songs für ein neues Album zu arbeiten. Auch Konzerte will die Band im kommenden Jahr wieder spielen. „Da wir auch nicht wissen, wie es 2021 weitergeht, denken wir zur Zeit über mögliche Konzepte nach, die Livekonzerte auch unter verschärften Bedingungen möglich machen“, sagt Schlagzeuger Markus Schmidt.

Im fast kulturfreien Sommer 2020 hatte die Band durch ihre „Weltkulturerbe“-Aktion für Furore gesorgt, indem sie sich zu einem günstigen Tarif für kleine, private Konzerte engagieren ließ. Die Aktion war ein Riesenerfolg. „Unsere Idee war: Wir müssen raus! Zunächst war nur ein Konzert geplant, dann sind es 50 in zehn Tagen geworden“, so Schmidt weiter. Die Musiker hätten gespürt, wie gut die Livemusik den Menschen tue. „Für uns waren das mit die schönsten Konzerte überhaupt.“

Für Aufregung sorgte später ein Kapelle-Petra-Auftritt im Maxipark, als einige Fans sich trotz strenger Abstandsregeln bei ihrem Hit „Geburtstag“ zu einer Polonaise hinreißen ließen. So etwas soll in Zukunft nicht mehr passieren. Schmidt ist allerdings zuversichtlich, dass der gesamte Kulturbetrieb im kommenden Jahr besser mit möglichen Auflagen und Einschränkungen umgehen kann: „Wir dürfen uns nicht vormachen, dass im kommenden Jahr alles vorbei ist. Aber mit Flexibilität und Kreativität kann man zum Glück eine Menge machen.“

"Livesommer" im Maxipark: Kapelle Petra und Nixen

"Livesommer" im Maxipark: Kapelle Petra und Nixen

Kapelle Petra bisher robust durch die Krise

Bisher sei die Kapelle robust durch die Krise gekommen. Als im März der erste Lockdown kam, hatte die Band ihre Tournee gerade abgeschlossen. „Natürlich hatten wir einen Riesenausfall im Sommer, weil sämtliche Festivals abgesagt wurden, aber in diesem Herbst hätten wir uns ohnehin zurückgezogen. Insofern trifft uns das im Moment nicht so sehr wie viele andere, vor allem jüngere Kollegen“, erzählt Schmidt, der als einziges Bandmitglied noch einer Beschäftigung außerhalb der Musik nachgeht.

Kapelle Petra freut sich auf und über „Geburtstag“

Das nächste Projekt des „Trios mit Gazelle“ ist die Neuauflage des Albums „Schrank“ am 10. Dezember. Erhältlich ist dann – Kapelle-typisch – eine „limitierte Eiche-rustikal-Version“ auf Vinyl. Auf „Schrank“ befindet sich auch der bislang erfolgreichste Song der Band, „Geburtstag“. Fast vier Millionen Mal wurde das Stück auf Youtube bereits abgerufen. Auch das sorge für Einnahmen, die helfen, die momentane Durststrecke zu überstehen.

„Wir sind als Band immer sehr sparsam gewesen, und das finanzielle Polster, das wir gebildet haben, hilft uns im Moment“, sagt Schmidt. „Aber sollte im nächsten Jahr wieder alles ausfallen, dann würde uns das in den finanziellen Ruin treiben. Dann müssten wir wohl etwas anderes machen. Aber das möchte ich mir im Moment nicht vorstellen – denn dann würde sich wohl auch die Gesellschaft verändern.“

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