Das ist der Grund dafür

Das große Fressen auf Friedhöfen in Hamm - Zugänge schließen?

Kaninchen und Hasen haben die auf den Rasenflächen gepflanzten Tulpen abgefressen.
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Wie mit dem Rasenmäher: Kaninchen und Hasen haben die auf den Rasenflächen gepflanzten Tulpen abgefressen.

Kaninchen und Hasen fressen auf Friedhöfen Blumenschmuck? Ja, das ist tatsächlich so und sorgt mancherorts für Verwunderung. Wie kommt das? Und was kann man dagegen tun?

Hamm - Der bündnisgrüne Bezirksvertreter Friedrich Moor hat es als einer der ersten wahrgenommen, und er wurde auch gleich mit einer Anfrage an die Verwaltung aktiv: Ob nicht ein besserer Schließmechanismus an den Zugängen zum Sundernfriedhof ein Eindringen von Kaninchen und Rehen verhindern könnte, damit nicht so viele schöne Blumen auf den Gräbern abgefressen würden, will er wissen. Ein Ortstermin mit Markus Klüppel bringt Klarheit: Die Viecher fressen nicht alles - und nur, wenn ansonsten das Futter knapp ist.

Landschaftsarchitekt Markus Klüppel ist im Grünflächenamt der Stadt zuständig für die Friedhöfe, und er sieht es auf den ersten Blick: „Da vorne, die Tulpen, die sehen aus, als seien sie unter einen Rasenmäher gekommen“, sagt er, „aber in Wahrheit wurden sie abgefressen.“ Das allerdings liege schon ein paar Wochen zurück. „Als im Februar ein paar Tage warm war, schossen die Tulpen aus dem Boden“, sagt Klüppel, „aber danach war es wieder kalt, und das bedeutet, dass es weniger zu fressen gab.“ Folge: Die Hasen und Kaninchen sättigten sich mit den Tulpen.

„Leibspeisen der Kaninchen vereint“

Nun gehören die Tulpen zum normalen Friedhofinventar. Für Angehörige ist es aber besonders ärgerlich, wenn der frische Blumenschmuck auf dem Grab in die Mägen der Langohren wandert. Aber auch hier gilt: Ist der Tisch der Natur nicht ganz so reichlich gedeckt, gehen die Tiere an den Grabschmuck. Ist er reichlich gedeckt – dann nicht.

Und auch das kann Klüppel zeigen und weist auf ein frisch bepflanztes Grab. Rosen, Hornveilchen und Tulpen – „alle Leibspeisen der Kaninchen sind hier vereint, und nichts ist angefressen.“ Mit anderen Worten: Das Wegfressproblem ist weg.

Trotzdem bietet der Friedhof den Tieren grundsätzlich einen reicher gedeckten Tisch als die Umgebung. Klüppel zeigt in angrenzenden Heessener Wald: alles noch braun, kaum Futter. Und er zeigt auf die umliegenden Felder: Alles ist groß und weit. „Der Friedhof bietet Struktur, Bäume, Blühpflanzen, waldähnliche Stellen und Rasen, da finden viele Tiere Futter, und deshalb ist hier auch die Artenvielfalt hoch“, sagt er.

Abschotten ist der falsche Weg

Wer die Gräber, die er pflegt, vor dem Hunger der Hasen, Kaninchen und eventuell auch Rehen schützen will, kann, so der Tipp von Markus Klüppel, Pflanzen wählen, die die Tiere nicht lecker finden. Chrysanthemen, Narzissen und Hyazinthen würden von ihnen links liegen – oder besser: stehen gelassen. Das sei effektiver, als den Friedhof abzuschotten.

Denn das sei schwierig, viele Tiere finden auch den Weg über hohe Zäune. Und der Sundernfriedhof ist vom Heessener Wald bereits durch einen recht hohen Zaun getrennt, und auch die Tore sind überall vorhanden. Aufklärung der Menschen, die Gräber pflegen – das würde eher helfen als neue Schließmechanismen.

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