Sophie-Scholl-Gesamtschule besonders betroffen

Hunderte Hammer Schüler wegen Corona auf Distanz zur Schule 

Viele leere Klassenzimmer: An der Sophie-Scholl-Schule wird nun wieder auf Distanz unterrichtet.
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Viele leere Klassenzimmer: An der Sophie-Scholl-Schule wird nun wieder auf Distanz unterrichtet.

646 Schüler befinden sich am Montag laut Stadtverwaltung wegen Corona in Quarantäne. Betroffen sind mittlerweile nicht mehr nur das Märkische Gymnasium, die Friedensschule und die Sophie-Scholl-Gesamtschule, sondern auch die Friedrich-Ebert-Realschule, das Friedrich-List-Berufskolleg, die Realschule Heessen und das Galilei-Gymnasium.

Hamm – „An den neu betroffenen Schulen werden wir nach dem üblichen Verfahren die betroffenen Schüler und Lehrer in Quarantäne setzen und verpflichtend testen sowie freiwillige Tests für die Schulen anbieten“, hieß es gestern Nachmittag von der Stadtverwaltung. Die Infektionswege seien bisher unklar, genauso die Antwort auf die Frage, inwiefern die Infektionen mit der Hochzeit zusammenhängen.

Besonders hart trifft es die Schüler der Sophie-Scholl-Gesamtschule (SSG). Am Montag, 21.September wurden nur noch der fünfte und sechste Jahrgang im Schulgebäude der SSG unterrichtet. Am Dienstag spitze sich die Situation weiter zu: Auf der Internetseite der Schule hieß es: „Aufgrund der zunehmenden Anzahl von Coronafällen findet bis einschließlich Freitag für alle Jahrgänge kein Präsenzunterricht statt.“ Alle Jahrgänge müssen sich nun mindestens bis zum 25.September mit Distanzunterricht von zu Hause aus arrangieren.

Viele Klassen nach Hause geschickt

Aus Vorsichtsgründen sind am Montag weitere Schüler des Märkischen Gymnasiums (MGH) nach Hause geschickt worden. Mittlerweile sind dort elf konkrete Fälle bekannt. Wie Schulleiter Florian Rösner bestätigte, befinden sich die Stufen EF, Q1 und Q2 nun zu Hause und sollen „Lernen auf Distanz“ üben. Die Sekundarstufe 1 hat bisher weiterhin normalen Präsenzunterricht in der Schule. „Nur eine siebte Klasse, die sich wegen eines positiven Tests bereits in Quarantäne befindet, wird anders mit Lehrmitteln versorgt“, sagt Rösner. Da viele Lehrer noch auf ihre Testergebnisse warten, sind sie von der Schule freigestellt. Das bedeutet, dass der Präsenzunterricht bei diesen Lehrern ausfällt oder digital stattfindet.

An der Friedensschule wurde laut der Internetseite der Schule der zehnte Jahrgang wegen eines positiven Tests nach Hause geschickt. „Betroffene Lehrkräfte befinden sich vorsorglich in Selbstisolation“, heißt es dort.

Wie gut werden Schüler informiert?

Seit dem Ausbruch am MGH gab es laut Schulleiter Rösner bereits zwei Elternbriefe, um Schüler, Eltern und Lehrer zu informieren. „Heute geht der dritte Brief raus“, sagte Rösner gestern. Zudem würden Schüler und Eltern durch verschiedene Mailinglisten über das aktuelle Geschehen informiert.

Der Zwölftklässler Lukas Chrobok vom MGH wurde vergangenen Donnerstag wieder nach Hause geschickt. Der ganze Jahrgang ist nun in Quarantäne. „Ich habe dann auf eine Nachricht von der Schule gewartet. Die kam aber erst am Abend, genau wie der Anruf vom Gesundheitsamt“, sagt Chrobok. Für die späte Nachricht seitens der Schule habe er jedoch Verständnis, schließlich sei an der Schule an diesem Tag extrem viel los gewesen. Chrobok fühlt sich gut von der Schule informiert. Er und seine Mitschüler nahmen die Nachricht ernst, teilweise gab es aber Verunsicherungen: „Einige Schüler wussten nicht, wie sie damit umgehen sollten, sodass wir uns untereinander ausgetauscht haben.“

An der SSG sind ebenfalls Neuinfektionen bekannt geworden. Aufgrund eines bereits bekannten Falls musste unter anderem der ganze zehnte Jahrgang in Quarantäne. Alle betroffenen Schüler sind verpflichtet, sich auf das Virus testen zu lassen. Ein Schüler dieses Jahrgangs berichtet, dass er trotz negativen Testergebnisses weiterhin in Quarantäne und somit in seinem Zimmer bleiben müsse. Das wirft bei vielen Betroffenen Fragen auf. „Es ist nervig, trotz negativem Test zu Hause bleiben zu müssen.“ Hoffnung gebe ihm, dass er weiß, wann die Quarantäne ein Ende habe.

So klappt das digitale Lernen in der Quarantäne

Laut Chrobok und dem Zehntklässler der SSG klappt das Lernen von zu Hause dieses Mal deutlich besser, als beim Lockdown. Durch die Lernplattform iServ tauschen sich Lehrer und Schüler gegenseitig aus, Aufgaben und Informationen gibt es in der Regel digital. Auf E-Mails greifen laut Chrobok nur noch die Lehrer zurück, die iServ nicht nutzen können. Chrobok: „Es läuft besser als letztes Mal, denn da bekamen wir nur Informationen und Aufgaben per Mail. Die Lerninhalte selber aufzuholen, fordert sehr viel Eigeninitiative und einen großen Aufwand.“

Aus diesem Grund seien Chrobok und seine Mitschüler froh gewesen nach dem Lockdown, am MGH den Lernstoff noch einmal mit den Lehrern zu wiederholen. Mithilfe verpflichtender Videokonferenzen könne nun der Unterricht im kleinen Rahmen und ein engerer Austausch stattfinden. Für die befragten Schüler ist dennoch das Lernen von zu Hause keine langfristige Option.

Im Zuge der dramatischen Corona-Entwicklung in Hamm hat die Stadt am Dienstag auch den Kirmes-Park an den Zentralhallen gestoppt.

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