Unerwartete Einnahmen

Verkauf von UKBS-Anteilen soll Stadt Hamm Millionen bringen

Relikt aus alten Zeiten: Die Stadt Hamm hält noch immer Anteile an der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgemeinschaft, weil Teile des Kreises Unna einst zu Hamm gehörten. 	Foto: Szkudlarek
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Relikt aus alten Zeiten: Die Stadt Hamm hält noch immer Anteile an der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgemeinschaft, weil Teile des Kreises Unna einst zu Hamm gehörten.

Das bringt eine ordentliche Summe in die Stadtkasse: Die Stadt Hamm will sich offensichtlich von ihren Anteilen an der Unnaer Kreis-Bau- und Siedlungsgesellschaft (UKBS) trennen. Diese liegen zwar nur bei 6,6 Prozent, sind aber dem Vernehmen nach knapp 5 Millionen Euro wert. So viel will jedenfalls die Stadt Bergkamen für die Anteile bezahlen.


Hamm – Offiziell halten sich beide Städte bedeckt. Die Stadt Hamm bestätigt auf Nachfrage unsere Redaktion, dass es entsprechende Gespräche gibt, die allerdings noch nicht abgeschlossen sind. Erst in den Beratungen zum Haushaltsplan 2022 wolle man sich näher damit befassen. Dann soll auch geklärt werden, was mit dem unerwarteten Einnahmen geschehen soll.

Erste Gespräche schon im Frühjahr 2020

Bereits im Frühjahr des vergangenen Jahres hat es erste Gespräche zwischen der Stadt Hamm und der Stadt Bergkamen gegeben. Die Nachbarstadt ist auf den damaligen Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann zugekommen und hat den Vorschlag unterbreitet, die Anteile an der UKBS zu kaufen. Die vertraulichen Gespräche wurden inzwischen mit dem neuen OB, Marc Herter, fortgesetzt.

Politiker in Bergkamen sind informiert

n Bergkamen sind inzwischen bereits die Fraktionen im Ältestenrat über das Vorhaben ins Bild gesetzt worden. Dort will man die eigene Hausmacht in der UKBS steigern. Im Falle des Vollzugs würde Bergkamen seine 14 Prozent Anteil auf 20,6 erhöhen und zweitgrößter Gesellschafter nach dem Kreis Unna mit seinen 40 Prozent sein. Das verspricht in der strategischen Kalkulation mehr Gewicht, also Einfluss darauf, ob sich die kommunale Baugesellschaft in Bergkamen engagiert oder woanders.

Die Hammer Beteiligungen an der UKBS gehen auf die Zeit vor der Kommunalen Neuordnung zurück. Bis zur Gebietsreform 1968 gehörten die Hammer Ortsteile/Ämter Wiescherhöfen und Pelkum zum Kreis Unna. Als die Grenzen neu gezogen wurden, hatte die Gesellschaft auch dort schon Häuser gebaut, die dann auf Hammer Stadtgebiet standen. In einem kommenden notariellen Vertrag will sich die Stadt Hamm ein Vorkaufsrecht für diese Häuser sichern, falls die Baugesellschaft plant, die Wohnungen zu veräußern. Zudem scheinen die Bergkamener mit der Stadt Hamm einig, ihr noch eine Weile den Renditeverzicht zu kompensieren, ehe das Geschäft dann über die Gewinnbeteiligung regelmäßige Einnahmen für Bergkamen bedeutet.

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