Geständnisse vor Gericht

Darknet-Brüder aus Werries offen: "War kein Hexenwerk"

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Symbolbild

Hamm/Dortmund - Mit umfassenden Geständnissen wurde vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess gegen zwei Brüder aus Werries fortgesetzt, die in großem Stil im sogenannten Darknet mit hochgiftigen synthetischen Drogen gehandelt hatten.

Die 45-jährigen Männer reagierten damit auf einen Verständnisvorschlag des Gerichts, der dem Duo und einem mutmaßlichen Mittäter bei Geständnissen vergleichsweise milde Strafen in Aussicht gestellt hatten. Danach kann der Hauptakteur damit rechnen, dass er maximal für sieben Jahre ins Gefängnis geht, sein Bruder kann sich auf eine Strafe von maximal vier Jahren und neun Monaten einstellen.

Der jüngere Bruder schilderte, wie er als Handwerker jahrelang auf Auslandsbaustellen gut verdient habe, zuletzt habe aber die Arbeitslosigkeit gedroht. Im Internet habe er sich daraufhin schlau gemacht, mit welchen Produkten man im Darknet das meiste Geld machen könne. Dabei hätten die beiden hochpotenten synthetischen Drogen Fentanyl und Carfentanyl an erster Stelle gestanden.

"Betroffen und sprachlos" nach Todesfall

„Das Ganze war kein Hexenwerk. Es war eine Recherchearbeit von zwei, drei Tagen, bis man heraus gefunden hatte, wer die Substanzen liefert und wer sie abnehmen will“, erklärte der Drogendealer den Prozessbeteiligten. Die bereits im Milligrammbereich lebensgefährlichen Drogen bezogen die Brüder aus China, verkauften sie monatelang weltweit über das Darknet an ihnen unbekannte Abnehmer; die Staatsanwaltschaft geht von mehr als 700 Einzeltaten aus.

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„Ich habe dabei geschrieben, dass die Substanzen sehr intensiv sind und habe gehofft, dass die Abnehmer damit umgehen können“, erklärte der 45-jährige. „Betroffen und sprachlos“ sei er heute darüber, dass ein 15-jähriger Norweger nach dem Konsum der gelieferten Substanzen im März 2017 an einer Überdosis gestorben sei. Mit den Aussagen des dritten Angeklagten, der die illegalen und hochgefährlichen Aktivitäten der beiden Brüder unterstützt haben soll, wird der Prozess heute fortgesetzt.

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