Stadt tauscht Impfstoff mit der JVA

Wenig Interesse an Sonderimpfaktion der Stadt

Gähnende Leere: Das Interesse an der Impfaktion in der Maximilianhalle war sehr begrenzt.
+
Gähnende Leere: Das Interesse an der Impfaktion in der Maximilianhalle war sehr begrenzt.

Damit hatte die Stadt nicht gerechnet. Statt rund 500 Impfberechtigter kamen nur 120 zum Sonderimpftermin für Menschen aus besonders Corona-gefährdeten Wohnsiedlungen. Den Johnson&Johnson-Impfstoff bekommt jetzt die JVA - die gibt im Gegenzug Biontech ab.

Hamm – Weniger Andrang als erwartet gab es am Samstag bei der dritten Impfaktion für Menschen aus besonders Corona-gefährdeten Wohnsiedlungen, dieses Mal in Werries: 120 Erwachsene aus den angesprochenen vier Straßen – darunter jeweils Teile der Eichen-, Linden- und Buchenstraße sowie des Kastanienwegs – ließen sich mit der Einmal-Impfung des US-Herstellers Johnson&Johnson gegen das Corona-Virus impfen. Impfberechtigt waren nach Angaben von Stadtkämmerer Markus Kreuz zwischen 450 und 500 Personen, bis zu 300 Dosen Impfstoff standen parat. Die nicht genutzten Impfdosen werden dafür nun anderen Menschen in Hamm zugute kommen.

Mögliche Erklärung, warum der Andrang geringer ausfiel: Die Nachfrage könnte mittlerweile nicht mehr so hoch sein, beziehungsweise könnten die Menschen ihre Impfung bereits anderweitig erhalten haben. Außerdem sei die Teilnahme an der Impfaktion freiwillig, betonte Kreuz.

Vom übrig gebliebenen Impfstoff aus der Aktion, die im Festsaal des Maxiparks stattfand, profitiert man nun in doppelter Hinsicht. Wie Kreuz erklärte, gebe es nun einen Tausch mit der Justizvollzugsanstalt (JVA). Denn: Die Stadt gibt die nicht genutzten Johnson&Johnson-Impfdosen an die JVA ab, bekommt im Gegenzug aber die selbe Summe (rund 25 Mal jeweils sechs Dosen) an Impfdosen des Herstellers Biontech, von dem die JVA ein Kontingent erhalten hatte. Sinn macht der Tausch, weil die Einmal-Impfung bei den Inhaftierten logistisch einfacher sei als eine doppelte Impfung – auch deshalb, „weil es sich um eine Durchgangs-JVA handelt“, so Kreuz.

Den Biontech-Impfstoff wird die Stadt im Gegenzug dann für Erstimpfungen im Impfzentrum der Stadt einsetzen. Ohnehin würden ab dieser Woche wieder Erstimpfungen stattfinden können – dank 800 Dosen diese Woche und 1500 nächste Woche, zuzüglich des Impfstoffs aus der JVA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare