Dänischer Rettungs-Gigant Falck übernimmt Herzig in Hamm

Handschlag unterm Elefanten: Falck-Chef Prof. Dr. Klaus Runggaldier (links) und Dieter Herzig besiegeln die Übernahme. ▪

HAMM ▪ Das weltweit größte private Rettungsdienstunternehmen Falck hat seine erste operative Basis in Deutschland eröffnet. Mit der vollständigen Übernahme der in Hamm alteingesessenen Firma Krankentransport Herzig GmbH hat das aus Dänemark stammende Unternehmen seinen ersten nationalen Coup gelandet und kündigt einen kräftigen Expansionskurs an.

In einer dreistündigen Betriebsversammlung wurde die rund 100-köpfige Belegschaft des 1949 gegründeten Unternehmens am Mittwoch über die Entscheidung unterrichtet. Wichtigste Nachricht: Alle Angestellten werden übernommen, das Lohnniveau soll erhalten bleiben. „Wir wollen keine Dumpingpreise einführern“, betonte Falck-Deutschland-Chef Prof. Dr. Klaus Runggaldier auch am Donnerstag bei der öffentlichen Bekanntgabe der ab sofort wirksamen neuen Eigentumsverhältnisse.

Dieter Herzig, der seit 35 Jahren an der Spitze seines Unternehmens steht, bleibt weiterhin Geschäftsführer. „Und zwar so lange wie es geht“, sagt der 58-Jährige Unternehmer, der einst mit einer Tankstelle in Hamm-Herringen seine Karriere begann.

Auch der Name Herzig bleibt erhalten. Auf der Fahrzeugflotte (24 Wagen) werde nur ein zusätzliches Falck-Schild angebracht.

30 000 Fahrten wickelt das Unternehmen derzeit jährlich ab. 25 Prozent des Rettungsdienstes und 70 Prozent der Krankenfahrten werden in Hamm von Herzig-Mitarbeitern durchgeführt.

Der Hammer Feuerwehr-Chef Wilhelm Tigges betonte gestern, dass sich für die Bürger und die eigene Belegschaft nichts ändern werde. „Der Status Quo bleibt erhalten“, verwies er auf den seit 1994 bestehenden Kooperationsvertrag mit der Firma Herzig. „Allerdings ist nichts so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte.“

„Wir haben jede Menge Anfragen von Gemeinden und Kommunen“, sagt Falck-Chef Rungaldier und kündigt an, dass sich das Unternehmen (weltweit 23 000 Mitarbeiter) nun verstärkt an nationalen Ausschreibunsverfahren für den Rettungsdienst beteiligen wolle. Hamm sei die Plattform für den geplanten Dammbruch. Katastrophen- und Werkschutz könnten weitere Betätigunsfelder darstellen. Die Konzernzentrale, die sich derzeit in Köln befindet, könne schon bald zum Standort Hamm umziehen.

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