Hammer Country-Musiker erfüllt sich seinen Traum in Nashville

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Als Ralf Westervoß seinen ersten Country-Songs hörte, ging für ihn die Sonne auf. Inzwischen komponiert er selbst

Hamm - Für viele Country-Musiker wird es ein Traum bleiben: in der „Music City“ der USA eigene Songs aufzunehmen. Ralf Westervoß ist da anders. Der Krankenkassen-Mitarbeiter hat es einfach gemacht. Er ließ mit seinem Sohn in einem Studio in Nashville, Tennessee, drei Songs professionell produzieren.

Die Idee, in der Country-Stadt Nummer eins Studioaufnahmen zu machen, hatte der Hammer schon vor Jahren. Zwar covert der 53-Jährige mit seiner Tanzband „Juniors“ vor allem Partyhits, doch seine Leidenschaft gilt einem anderen Genre. 

„Ich habe irgendwann mal den Namen Garth Brooks gehört, ein absoluter Countrystar.“ Also legte er in der Countryecke eines Elektronikmarktes zwei, drei CDs ein. „Und dann ist die Sonne aufgegangen für mich.“ Verzerrte E- und Akustikgitarren, mal eine Mandoline, mal eine Geige: in dieses Genre wollte er tiefer einsteigen. 

Hören Sie mal rein:

Der Song in der Demo-Version Die professionelle Aufnahme

Vor ein paar Jahren ließ Westervoß schon einmal Songs in Nashville aufnehmen, allerdings seinerzeit über das Internet. „Dann habe ich gesagt: Wenn ich das noch mal mache, dann will ich vor Ort dabei sein.“ Gesagt, getan: Der jährliche Vater-Sohn-Trip führte im März von Atlanta über Chattanooga nach Nashville.

Aufnahmen mit professionellen Musikern 

Das Album "Two Days in Nashville" gibt es unter anderem bei Spotify zu hören.

Vorab hatte Westervoß eine Demo-Aufnahme seiner selbst geschriebenen Songs nach Nashville geschickt, aufgenommen mit akustischer Gitarre in seinem Keller. „Dann gab es per Skype ein sogenanntes Pre-Producting-Meeting“, erklärt der 53-Jährige. Im Studio in Nashville trafen Westervoß und sein Sohn Patrick auf sechs professionelle Musiker. 

„Die kriegen das Demo vorgespielt. Dann sind sie in ihre Aufnahmekabinen gegangen.“ Es gingen noch ein paar Wortfetzen hin und her: „All right? Yes“, dann hörten die Hammer, wie der Schlagzeuger anzählt. „Es ist sofort richtig geile Musik.“ Westervoß ist auch nach seiner Rückkehr aus Nashville von dem Studio, der Musik und den Menschen beeindruckt. 

In Hamm geht er seiner Leidenschaft mit der Countryband „The Lost Fiddle“ nach. Sie spielt viele Cover und ein paar Songs, die Westervoß geschrieben hat. „Das sind nicht irgendwelche x-beliebigen Texte, sondern die Songs haben eine Botschaft, und dann gibt es nichts Schöneres, als das auch zu spielen.“ 20 Lieder hat er schon komponiert. 

Ein bedeutsames Erlebnis für Vater und Sohn

Ralf Westervoß wohnt in Berge.

Er wirkt stolz, auch wenn er natürlich kein Profi sei. Dennoch hätten die Musiker im Studio ihm viel Wertschätzung entgegengebracht, erzählt er. „Das fühlt sich schon toll an.“ Eine Stelle schien den Studiomusikern besonders gefallen zu haben. „Bei dem Song ,Until my dying day’ gibt es einen Mitsing-Part, der geht ,Nananana’“, erzählt Westervoß. Als die Aufnahme beendet war, sangen die Studiomusiker weiter vor sich hin. „Aus allen Ecken hörte ich ,Nananana’.“ Ein unvergessliches Erlebnis.

Bedeutsam sind die Studio-Aufnahmen für den 53-jährigen Familienvater auch, weil sein ältester Sohn in einem Lied den Backgroundgesang übernahm. „Ich weiß, mein Sohn wird das sein Leben lang nicht vergessen. Auch wenn ich irgendwann nicht mehr da bin, wird er immer im Kopf haben: Damals mit Papa in Nashville ...“ Für Vater und Sohn ist das eine Erfahrung, die mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen ist. „Das bleibt.“

Und wie soll es jetzt in Hamm weitergehen? Westervoß möchte auch mal alleine auftreten, in Kneipen, vor kleinem Publikum. „Ich muss halt hingehen und sagen: Hier bin ich, so sehe ich aus, so klingt die Musik.“

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