Herter fordert Konzept für Öffnungen

OB Herter appelliert an alle Hammer: „Nicht auf halber Strecke stehenbleiben“

Oberbürgermeister Marc Herter im Impfzentrum
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Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) schwört die Hammer darauf ein, weiterhin möglichst wenig Ansteckungsrisiken einzugehen.

Die Coronazahlen sinken, wenn auch langsam. Oberbürgermeister Marc Herter appelliert an die Hammer, weiter Ansteckungsrisiken zu minimieren - und fordert ein Konzept für Öffnungen nach dem 14. Februar.

Hamm - Schulen und Kitas sollten zuerst dran sein. Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) hat in einer Online-Pressekonferenz am Montagmittag gefordert, dass Land und Bund Konzepte dafür auflegen, wie das öffentliche Leben nach dem 14. Februar wieder hochgefahren wird. Dabei sagte er, dass Schulen und Kitas dabei die höchste Priorität haben sollten. Man dürfe die Schulen und Kitas aber nicht kalt aus dem Lockdown entlassen, sondern brauche dafür ein klare Maßnahmen - als Beispiel nannte er Wechselunterricht. (News zum Coronavirus in Hamm)

Bei der Pressekonferenz ging Herter auf die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Januar in Hamm ein. Sowohl die Zahl akut Infizierter, der Covid-19-Kranken in Kliniken als auch die der Neuinfizierten sank dabei langsam ab, auch wenn es an einzelnen Tagen Abweichungen von der allgemeinen Linie gibt, sowohl nach oben als auch nach unten. „Das zeigt mit, dass die Maßnahmen gegriffen haben, aber dass wir auch nicht auf halber Strecke stehenbleiben dürfen“, sagte er. Die Hammer müssten konzentriert dabei bleiben, ihre Kontakte zu reduzieren und möglichst wenig Ansteckungsrisiken einzugehen.

Coronavirus in Hamm: Herter fordert Konzept für RKI-Wert unter 100

Zugleich forderte er ein Öffnungskonzept nach dem 14. Februar: „Es muss eine Strategie dafür geben, was passiert, wenn die Zahlen unter 50 sinken, es muss aber auch eine Strategie dafür geben, wenn Zahlen unter 100 bleiben“, sagte er. Letzteres spielt vor allem deshalb eine Rolle, weil in Hamm aktuell deutlich mehr auf das Coronavirus getestet wird als in anderen Städten: Während in zahlreichen Städten die Kontaktpersonen 1. Grades von Infizierten lediglich in Quarantäne gesetzt werden, müssen sie sich in Hamm einem Coronatest unterziehen. Der aktuelle RKI-Wert ist deshalb nur bedingt mit dem anderer Städte zu vergleichen.

Die Stadt plant, an ihrem Testkonzept festzuhalten. Eine Aussage dazu, ob man dabei bliebe, sollten tatsächlich vom RKI-Wert abhängige Maßnahmen beschlossen werden, wollte Herter aktuell noch nicht treffen. Er verwies auf Münster: Auch dort sind trotz eines RKI-Wertes deutlich unter 50 aktuell keine Lockerungen beschlossen worden.

Herter zu Öffnungen nach Lockdown: Wer zuletzt schließen musste, soll zuerst wieder öffnen

Herter hat klare Vorstellungen dazu, wie die Öffnungen ausgestaltet werden könnten: „Last in, First out“, sagte er. „Die Dinge, die man als letztes stillgelegt hat, weil man sie als am relevantesten angesehen hat, sollten auch zuerst wieder geöffnet werden.“ Das stehe unter dem Vorbehalt, dass die Mutanten des Coronavirus nicht für ein größeres Infektionsgeschehen sorgen.

Im Hinblick darauf blieben die Abstandsregeln wichtig, ebenso wie die Anordnung, medizinische Masken zu tragen.

Die Bundeswehr werde weiterhin in der Kontaktverfolgung eingesetzt. Zudem hat die Stadt zahlreiche externe Kräfte angestellt, unter anderem studentische Hilfskräfte. Ende Februar sollen noch 15 städtische Mitarbeiter in der Kontaktverfolgung arbeiten, die vor allem die Koordination übernehmen.

Doppelstrategie im Coronavirus: Herter will Ende des Impfdurcheinanders

Verärgert zeigt sich der Oberbürgermeister über die bisherige Impfstrategie. Es habe bisher ein ziemliches Durcheinander gegeben. Es ärgerte ihn vor allem, dass Impfstoff fehlte. Das Impfzentrum Hamm wird erst fast zwei Monate nach dem Aufbau in Betrieb gehen. „Das ist für mich eine unerträgliche Situation, dass ich sagen kann: Wir hätten seit Wochen impfen können, allein uns fehlte der Impfstoff“, sagte er.

Zudem wird im Hammer Impfzentrum ab dem 8. Februar nur mit halber Kraft geimpft, sechs statt zwölf Stunden und auf nur zwei Impfstraßen - dabei steht eine dritte bereit. Für Montag ist ein Impfgipfel geplant, davon erhofft Herter sich eine Verbesserung.

Lockerungen in Hamm: Kopplung an Lockerungen im Land

Beim Hammer Modell soll es vorerst bleiben. „Wenn wir im öffentlichen Raum Lockerungen haben, machen wir im privaten Raum Lockerungen“, sagte er - die Regelung sollte also an das Maßnahmen gekoppelt sein, was das Land beschlossen hat.

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