Coronavirus in Hamm: Wie die Stadt die Trinkerszene erreichen will

Ein Treffpunkt der Szene: Der Stadtteilpark in Pelkum an der Kamener Straße.
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Ein Treffpunkt der Szene: Der Stadtteilpark in Pelkum an der Kamener Straße. Diese Menschen in Zeiten des Coronavirus zu erreichen, ist noch schwieriger als sonst.

In Zeiten des Coronavirus werden auch in Hamm Gruppenansammlungen untersagt. Das gilt natürlich auch für die Trinkerszene. Doch wie will und kann die Stadt diese Menschen erreichen?

Hamm – Gleiches Recht für alle? Angesichts der drastischen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus hat da eine Bürgerin ihre Zweifel und verweist auf den Treffpunkt am Stadtteilpark Schulze-Pelkum an der Kamener Straße, wo noch immer regelmäßig acht und mehr Menschen – unter ihnen auch einige Methadonabhängige – zusammenkommen. „Überall sind größere Ansammlungen untersagt, dort nicht“, ärgert sie sich. Und: Natürlich könnten auch diese Menschen, die regelmäßig in den umliegenden Supermärkten einkaufen, andere anstecken.

Das weiß auch die Stadt Hamm. Stadtsprecher Tom Herberg kündigte daher umfassende Maßnahmen an. „Wir sperren den Treffpunkt am Wochenende ab“, sagte er. Dabei wolle man es aber nicht belassen und diejenigen, die sich dort treffen, direkt ansprechen.

Appelle der Stadt nicht nachhaltig

Nach Angaben der Bürgerin ist das bereits in den vergangenen Tagen geschehen. Zweimal habe sie den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) informiert und gebeten, den Treffpunkt doch bitteschön aufzulösen. Herberg bestätigte, dass der KOD bereits einige Male vor Ort gewesen sei. Allerdings seien die Appelle nicht nachhaltig gewesen. Kurze Zeit später sei es dort wieder zu Ansammlungen gekommen.

Auch am Nordring in der Innenstadt und weiteren szenebekannten Treffs sind weiter größere Gruppen anzutreffen.

Schwieriger zu erreichen als andere

Es handelt sich dabei um Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen und die sich, wie Polizei und Stadt zuletzt immer wieder betont haben, in der Regel friedlich verhalten und die auch niemanden stören. Aufgrund ihrer persönlichen Situation seien sie aber, wie Herberg verdeutlichte, schwieriger zu erreichen als andere Gruppen wie zum Beispiel Eltern mit Kindern oder Jugendliche.

Zur Unterstützung des KOD werde man daher jetzt auch Sozialarbeiter aus den Jugendzentren sowie Streetworker einsetzen, die die Besucher des Treffpunkts ansprechen und auf die besondere Situation im Umgang mit dem Coronavirus hinweisen sollen.

Herberg ist sich bewusst, dass sich mit Schließung des Treffpunkts das Problem verlagern und die Gruppen sich woanders treffen könnte. Er kündigte daher weitere Kontrollen an. Dadurch sollen größere Ansammlungen vermieden werden.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos hier:

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