Unser tägliches Update

Coronavirus in Hamm: Erneut viele Neuinfektionen - Herter verteidigt „Hammer Modell“

FFP2-Masken, Kittel
+
FFP2-Masken bleiben wichtige Alltagsbegleiter.

Die Coronazahlen in Hamm sinken nicht: Erneut wurden zahlreiche Neuinfektionen registriert, der wichtige Inzidenzwert sinkt kaum. Oberbürgermeister Marc Herter erklärt, wieso der Lockdown und das „Hammer Modell“ nötig bleiben.

Hamm - Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner in sieben Kalendertagen) ist in Hamm bis Freitagmittag (Stand 12 Uhr) auf 125,1 Punkte gesunken, eine Änderung um -4,4Punkte gegenüber dem Wert vom Donnerstag. Das städtische Gesundheitsamt meldet 35 Neuinfizierte mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden. Am Donnerstag waren es 39. (News zum Coronavirus in Hamm)

Eine gute Nachricht gibt es: Es kam am zweiten Tag in Folge kein weiterer Sterbefall hinzu. 138 Menschen sind bisher in Hamm am Coronavirus gestorben. Auch die Zahl der Coronakranken im Krankenhaus ist gesunken.

Sterbefälle: Zehn Prozent mehr Menschen verstorben

In den vergangenen Wochen war es zu vielen Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19 gekommen. Tatsächlich sind seit Beginn des zweiten Lockdowns am 1. November bis zum Donnerstag zehn Prozent mehr Menschen in Hamm gestorben als im selben Zeitraum ein Jahr zuvor. Vom 1. November 2019 bis zum 21. Januar 2020 starben in Hamm 563 Menschen, ein Jahr später waren es 607. Bislang hatte sich solch ein Trend zur Übersterblichkeit nicht nachweisen lassen. Seit dem ersten Coronafall in Hamm am 12. März 2020 bis Anfang Januar waren rund 1940 Menschen gestorben, ein Jahr zuvor waren es 1 930 gewesen.

Corona-Regeln: Herter verteidigt Lockdown, Maskenpflicht und „Hammer Modell“

In Hamm sollen Kontakte in privaten Wohnungen und Häusern weiter beschränkt werden: Es bleibt beim Hammer Modell, es sollen sich also weiter fünf Personen aus zwei Haushalten in Privaträumen treffen dürfen. Das bekräftigte Oberbürgermeister Marc Herter am Freitag. Die Regeln möchte er bis zum 14. Februar verlängern.

„Die Verlängerung des Lockdowns und die Verschärfung der Maskenpflicht halte ich für richtig, weil die Zahlen trotz der zuletzt positiven Tendenz derzeit noch zu hoch und die Auswirkungen der Mutationen ungewiss sind“, erklärte Herter in einer Pressemitteilung. Er forderte aber auch, ein Konzept für die Öffnungen insbesondere von Kitas und Schulen zu erstellen.

Oberbürgermeister Marc Herter will Allgemeinverfügung fortsetzen.

Zugleich kritisierte der SPD-Oberbürgermeister die Landesregierung. „Es ist bedauerlich, dass die Landesregierung es einmal mehr verpasst hat, Regelungen für den privaten Raum vorzunehmen.“ Deshalb müsse die Stadt ihre Allgemeinverfügung bis zum 14. Februar verlängern. Herter erklärte: „Die letzten Wochen zeigen, dass der Ansatz wirkt – und dass der allergrößte Teil der Menschen in Hamm mitzieht, um die Pandemie gemeinsam in den Griff zu bekommen.“

Das Land hatte keine Regeln für den privaten Raum erlassen. Die neue Coronaschutzverordnung des Landes gilt ab Montag.

Corona in Hamm - die weiteren Zahlen am Freitag:

27 Hammer mit Covid-19-Krankheitssymptomen werden aktuell in Krankenhäusern behandelt, vier weniger als am Donnerstag. Sieben Personen liegen auf einer Intensivstation: Darunter sind sechs Männer, einer über 60 Jahre, vier zwischen 70 und 80 Jahren und einer über 80 Jahre alt. Außerdem liegt eine Frau zwischen 70 und 80 Jahren auf einer Intensivstation. Die hier genannten Zahlen für die Intensivstationen betreffen nur Personen aus Hamm, die Gesamtzahl der in Hamm Behandelten dürfte höher liegen.

Die Zahl der von einer Corona-Infektion genesenen Hammer liegt am heutigen Freitag bei 5.419.

545 Personen aus Hamm sind aktuell zusätzlich zu den akut Infizierten in einer häuslichen Quarantäne (minus 10), 26.440 Mal wurden Hammer seit März aus dieser Beobachtung entlassen. Mittels der Corona-Mobile und im Testzentrum in der Alfred-Fischer-Halle wurden inzwischen insgesamt 26.939 Proben genommen. Über Hausärzte und Schnelltests kommen jedoch viele hinzu.

Von den derzeit 335 akut mit Corona Infizierten in Hamm (vier mehr als Donnerstag) sind 193 Frauen und 142 Männer.

Corona-Neuinfizierte: Ansteckungsweg in den meisten Fällen unklar

Von den 35 Neuinfizierten ist in 24 Fällen der Ansteckungsweg unbekannt. 19 waren bereits in Quarantäne gewesen, als sie ihren Bescheid erhielten, heißt es. Neun Infektionen traten im Familien- und Bekanntenkreis auf, eine beim Arbeitgeber und eine in einer Senioreneinrichtung.

Schnelltest-Ergebnisse werden in der Statistik der Stadt in Absprache mit der Landeszentrale für Gesundheit (LZG) übrigens nicht mitgezählt (so handhabt es auch das Robert Koch-Institut/RKI). Allerdings: Bei allen positiven Schnelltest-Ergebnissen werden aber im Anschluss PCR-Tests durchgeführt: Sofern dieser dann positiv ausfällt, geht der Fall in die offizielle Statistik ein.

Corona in Hamm - das interessiert Leser aktuell:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare