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Coronavirus in Hamm: Zahlen steigen am Sonntag weiter - Erste Einschränkungen

Ein medizinischer Mitarbeiter hält ein Stäbchen für einen Abstrich in der Hand.
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In Hamm werden die intensiven Tests fortgesetzt - hier nur ein Symboldbild.

Über das Wochenende ist die Zahl der akut mit Corona infizierten Menschen in Hamm weiter gestiegen. Der OB schließt einen Lockdown aus, aber es gibt schon Einschränkungen.

Hamm - Waren am Freitag noch 71 Fälle bekannt, meldete die Stadt am Samstag 93 akut infizierte Personen und am Sonntag sogar 98. Darunter sind seit Freitag weitere 18 bekannt gewordene Fälle, die in Zusammenhang mit einer mehrtägigen Hochzeit stehen. Einen erneuten radikalen Lockdown zieht Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann angesichts der zuletzt rasant gestiegenen Zahlen aber nicht in Erwägung.

Weitere Quarantäne-Maßnahmen an Schulen sind nach aktuellem Stand nicht erforderlich. Unter den Neuinfizierten befinden sich offenbar keine Schüler.

Kritischer Wert von 50 fast erreicht

Mit den neuen Fällen vom Wochenende – 31 Neuinfektionen – liegt die Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen in den letzten sieben Kalendertagen pro 100.000 Einwohner) in Hamm nun bei 48,6 und damit knapp unter dem kritischen Wert von 50. Bei erreichen dieses Wertes stehen härtere Einschnitte zur Eindämmung des Virus bevor. Weil aber ab einem Wert von 35 bereits erweiterte Schutzmaßnahmen vorgeschrieben sind, musste die Stadt am Wochenende schon einmal handeln.

In einem ersten Schritt wurde die Besucherzahl im Hammer Kirmes-Park an den Zentralhallen von ursprünglich knapp 1400 auf nunmehr 999 Menschen heruntergefahren, die sich gleichzeitig auf den Gelände aufhalten dürfen. Darüber hinaus wurde vorbeugend ein Alkoholverbot verhängt. Zudem trat die Stadt in Kontakt mit Besuchermagneten wie dem Maxipark und Tierpark und erinnerte an die Zulassungsbegrenzungen und Einhaltung der Sicherheitsbedingungen. Montagmorgen folgt ein Gespräche mit der Bezirksregierung Arnsberg und dem Landesgesundheitsministerium, um weitere Schritte zu erörtern.

Veranstaltungen unter dem Radar der Stadt

„Wir sind weder der Auffassung, dass der Kirmes-Park noch der Maxipark oder Tierpark theoretische Ansteckungs-Hotspots sind“, sagte OB-Büroleiter Ralf Hohoff. „Hier werden die Sicherheitsmaßnahmen gut umgesetzt.“ Am Tierpark beispielsweise herrschte am Sonntag seit dem späten Vormittag Einlassstopp, weil nur 700 Besucher gleichzeitig auf dem Gelände sein dürfen. „Vielmehr sind es die Veranstaltungen, die ab einer bestimmten Besucherzahl unter dem Radar der Stadt stattfinden, die wir kritisch sehen“, so Hohoff. Hier werde die Stadt reagieren.

„Ob privat oder öffentlich: Veranstaltungen ab 100 Personen müssen künftig angemeldet werden. Listen mit den Besuchern sind verpflichtend“, kündigte der OB an. Es gehe um ein vernünftiges Veranstaltungsmanagement. „Es geht um ein abgewogenes Konzept, ich halte nichts von einem radikalen Lockdown“, so der OB. „Ich will nicht die Stadt dichtmachen, weil sich eine Gruppe von Menschen über die Regeln hinweggesetzt hat.“

Lage kann sich ab Mittwoch verbessern

Hohoff ergänzte, es handele sich nicht um einen „Flächenbrand“. „Daher wollen wir auch nichts schließen, was nichts mit dem Infektionsgeschehen zu tun hat.“ Weder die Kulturveranstaltungen im Kurhaus, die gerade angelaufen sind, noch die Gastronomie ständen zur Debatte. Hier werde verantwortungsvoll – teils über die Vorschriften hinaus – mit den Sicherheitsvorgaben umgegangen.

Vorausgesetzt es kommt nicht zu einem weiteren sprunghaften Anstieg der Fallzahlen, könnte sich die Lage ab Mittwoch etwas entspannen, denn dann fallen 16 Personen aus der Gruppe der akut infizierten Personen heraus. Gleichwohl werde die Stadt auf alle Szenarien vorbereitet sein, so der OB.

In Zusammenhang mit der mehrtägigen Hochzeit, die in Dortmund, aber auch in Hamm gefeiert und zum Infektionsherd wurde, will auch die Stadt Hamm rechtlich durchgreifen. Dortmund hatte bereits Bußgelder angekündigt.

Zahlen im Überblick

Von den 98 akut infizierten Personen in Hamm sind 76 weiblich und 22 männlich. Zwei Personen befinden sich in Krankenhäusern, ein Patient auf einer Intensivstation (weiblich, über 40 Jahre alt). 683 Menschen sind genesen (344 weiblich, 339 männlich). 1.408 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne, 6.557 sind aus der Beobachtung entlassen. 14.377 Proben wurden mit den Corona-Mobilen und an der Alfred-Fischer-Halle genommen.

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