Unser tägliches Update

Coronavirus in Hamm: Fallzahlen gehen leicht zurück - diese Schulen und Kitas sind betroffen, weiterer Todesfall

In Hamm wird weiter viel auf das Coronavirus getestet.
+
In Hamm wird weiter viel auf das Coronavirus getestet.

Am Dienstag stiegen die Corona-Fallzahlen seit rund eineinhalb Wochen erstmals nicht weiter an. Eine langfristige Trendwende lässt sich daraus aber nicht ableiten. Dafür müsste diese Entwicklung etliche Tage anhalten.

Update, Dienstag, 15.06 Uhr: Die Stadt hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus vermeldet. Demnach ist ein Mann, der älter als 90 Jahre alt war, bereits am vergangenen Freitag im Krankenhaus gestorben. Der Mann habe Vorerkrankungen gehabt und sei positiv auf das Coronavirus getestet gewesen. Er ist die 42. nachweislich infizierte Person, die in Hamm gestorben ist.

Coronavirus in Hamm: Rückgang bei Neuinfektionen

Hamm - „Nur“ 15 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden seit Montag bekannt. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den vergangenen fünf Tagen, an denen jeweils deutlich mehr Infizierte gemeldet wurden. Und: In den vergangenen drei Wochen war der Dienstag jeweils der Tag mit den meisten Neuinfektionen (62, 33, 28), weil dann für gewöhnlich die Rückstände vom Wochenende abgearbeitet waren. Nun ist es erstmals anders.

Drei der Ansteckungen haben sich vermutlich innerhalb einer bestehenden Quarantäne bei Familienangehörigen oder Bekannten ereignet. Bei den anderen zwölf ist noch kein klarer Ursprung erkennbar. Sie ließen sich von den Mitarbeitern der Kontaktverfolgung, die nach wie vor auch von der Bundeswehr unterstützt werden, nicht einer nachzuzeichnenden Kette zuordnen.

Die Zahl der aktuell Infizierten sank um vier auf 335. 177 von ihnen sind weiblich, 158 männlich. Als Genesene gelten in Hamm mittlerweile seit Beginn der Pandemie 1.598 Personen (+19). Von ihnen sind 872 weiblich und 726 männlich. Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) sank ebenfalls - auf jetzt 160,6.

Im Gegensatz dazu hat sich - sehr wahrscheinlich als Folge der vielen Infektionen der vergangenen Tage - die Zahl der von der Quarantäne betroffenen Hammer weiter erhöht - auf 2.037, was noch einmal 312 mehr waren als am Vortag. 13.920 Menschen haben diese häusliche Isolation hinter sich (+122).

Mit 19 Personen wurde am Dienstagmittag ein Covid-19-Patient mehr als am Montag stationär im Krankenhaus behandelt. Noch zwei von ihnen lagen auf der Intensivstation. Bei ihnen handelt es sich um zwei Männer, die älter als 70 Jahre sind. Eine Frau über 40, eine Frau über 50 und ein Mann über 50 konnten die Intensivstation dagegen wieder verlassen.

18.462 Proben sind an den Corona-Mobilen und an der Alfred-Fischer-Halle genommen worden (+148

Welche Regelung gilt nun für Privaträume?

Eine große Unsicherheit gibt es in Hamm, was die Einschränkungen für Privaträume und da insbesondere für Feiern und Zusammenkünfte betrifft. Während das Land dazu nichts vorschreibt, hatte Hamm seit Wochen eine eigenen, strenge Regel in einer Allgemeinverfügung erlassen.

Ende der vergangenen Woche hieß es zunächst, dass die durch das Lockdown-Paket gekippt sei, am Montag jedoch erklärte der designierte Oberbürgermeister, dass die Allgemeinverfügung für ihn weiter Bestand hat. Heute soll es darüber eine finale Auskunft des Landes geben, was nun gilt.

Zehn Schulen betroffen, neue Quarantäne-Strategie

Auch an den Schulen und Kitas greift das Virus mittlerweile wieder um sich. An zehn der 53 Hammer Schulen gab es am Montag Infizierte. In der vergangenen Woche hatte es hingegen keine Fälle gegeben.

Dennoch stehen vergleichsweise wenige Kinder, Erzieher und Lehrer unter Quarantäne. Die Stadt hatte die Regeln geändert: Bis zur vergangenen Woche mussten alle Schüler und Lehrer einer Klasse in Quarantäne, sobald ein Fall bekannt wurde. Nun werden die Hygienekonzepte betroffener Schulen und Kitas analysiert und, wo möglich, nur die Sitznachbarn in die Isolation geschickt.

So wurde nur eine komplette Stufe unter Quarantäne gestellt: die 94 Schüler der Q2 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums. Die übrigen Fälle im Überblick: Albert-Schweitzer-Realschule (ein Schüler infiziert (I), fünf in Quarantäne (Q); Anne-Frank-Schule: 1 I, 4 Q; Eduard-Spranger-Berufskolleg: 3 I, 15 Q; Elisabeth-Lüders-Berufskolleg: 4 I, 10 Q; Friedrich-List-Berufskolleg: 1 I, 12 Q; Konrad-Adenauer-Realschule: 1 I, 3 Q; Sophie-Scholl-Gesamtschule (2 I, 8 Q). Weitere Fälle gab es nach Angaben der Stadt an der Wilhelm-Busch-Schule und der Freiligrathschule. Dort konnte der Sprecher am Montagabend noch keine Aussage dazu treffen, wie viele Personen in Quarantäne mussten.

Eine Kita ist geschlossen

An zehn der gut 100 Kitas in Hamm sind Coronafälle aufgetreten. Oftmals sind Mitarbeiter betroffen, seltener Kinder. Eine Kita bleibt vorerst geschlossen: An der Kita Uphof hatte sich eine Mitarbeiterin angesteckt, 14 Mitarbeiterinnen müssen in Quarantäne. Die Kita bleibt deshalb aus organisatorischen Gründen geschlossen. Die Kinder sind nicht in Quarantäne.

An der Awo-Kita Seilfahrt hatte sich ein Kind infiziert, die komplette Gruppe ist in Quarantäne. An den übrigen Kitas hingegen wurden offenbar nur einzelne Kinder unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind: die Awo-Kita Lange Straße (drei Kinder infiziert); DRK-Kita Räuberhöhle: ein Mitarbeiter infiziert; St. Anna: ein Mitarbeiter infiziert; St. Victor: ein Mitarbeiter infiziert; Unter dem Regenbogen: ein Mitarbeiter infiziert. Weitere Fälle gibt es an der Movere-Kita Löwenzahn, der Awo-Kita Große Werlstraße und der DRK-Kita Friesenstraße. Zu diesen machte der Stadtsprecher noch keine genaueren Angaben.

Im Überblick: Diese Regeln gelten ab Montag in Hamm

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen bis Ende des Monats schließen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden einen Monat lang untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Der Maxipark bleibt geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Schließen müssen auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege bleiben möglich. Friseursalons können öffnen.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. Für andere, stärker frequentierte Orte – etwa die Fußgängerzone – gibt es noch keine entsprechenden Entscheidungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare