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Coronavirus in Hamm: Wieder unter 600 Infizierte - weiterer Todesfall auf Intensivstation

Auch in Hamm wird weiter viel auf das Coronavirus getestet (Symbolbild).
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Auch in Hamm wird weiter viel auf das Coronavirus getestet (Symbolbild).

Die Corona-Entwicklung ist auch vor dem Wochenende positiv. Die Zahl der Infizierten liegt wieder unter 600. Der Überblick.

Hamm - Am Freitag meldete das Gesundheitsamt der Stadt am zweiten Tag in Folge 36 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. 13 Ansteckungen haben sich vermutlich innerhalb des Familien- und Bekanntenkreises ereignet. Alle Betroffenen sind nach Angaben der Stadt bereits in Quarantäne gewesen und haben dort ihren positiven Befund erhalten. Zwei Infizierte haben sich mutmaßlich bei ihrem Arbeitgeber angesteckt, bei 21 Fällen ist die Infektionskette noch unklar. (News zum Coronavirus in Hamm)

78 Personen gelten im Vergleich zu Donnerstag wieder als genesen. Dadurch sank die Zahl der akut Infizierten wieder deutlich unter 600 und liegt aktuell bei 571. 311 der Betroffenen sind weiblich, 260 männlich. Der RKI-Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Kalendertagen) sank auf 215,1 (minus 21,1 Punkte).

13 Personen auf der Intensivstation

Dieser positive Trend schlägt sich indes noch nicht wirklich in den Hammer Krankenhäusern nieder. Mit 58 muss nur ein Corona-Patient weniger stationär behandelt werden als am Vortag. Die Zahl derer, die auf der Intensivstation liegen, erhöhte sich von zwölf auf 13 Menschen. Dort betreut werden zehn Männer (zweimal über 50 Jahre alt, zweimal über 60, dreimal über 70, zweimal über 80 und einmal über 90) und drei Frauen (zwei über 70, eine über 90).

Wie die Stadt mitteilte, gab es am Mittwoch den 54. Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus in Hamm. Demnach starb ein über 70 Jahre alter Mann auf der Intensivstation eines Krankenhauses, nachdem er zuvor positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Coronavirus in Hamm: Die weiteren Zahlen

Als Genesene gelten inzwischen 2.827 Hammer. 1.499 sind weiblich, 1.328 männlich. In Quarantäne befinden sich 2.832 Personen (-3). Aus dieser Beobachtung entlassen wurden 19.487 Menschen (+64). 21.735 Proben hat die Stadt an den Corona-Mobilen und im Testzentrum Alfred-Fischer-Halle genommen (+148).

Gastronomen und Betriebe leiden unter „Lockdown light“

Die Verlängerung des sogenannten „Lockdown light“ wirkt sich auf Tausende Hammer aus. Besonders betroffen ist wieder (oder immer noch) die Gastronomie .Dass der Lockdown nun verlängert wird, kam für die Hammer Wirte und Restaurantbetreiber nicht überraschend.

Um die Existenz zu sichern, sind viele von Corona ausgebremste Betriebe in Hamm dringend auf schnelle finanzielle Hilfe angewiesen. Nicht so das Maximare . „Wir sind glücklicherweise in der Situation, mit den Stadtwerke Hamm eine finanzstarke „Mutter“ im Rücken zu haben“, sagt Maximare-Sprecher Christian Fecke. Trotzdem schlägt die aktuelle Lage den Mitarbeitern auch im Maximare schwer aufs Gemüt.

Am Mittwochabend haben Bund und Länder neue Regeln beschlossen, die für die Adventszeit gelten sollen. Oberbürgermeister Marc Herter findet dazu in einer ersten Reaktion am Donnerstagmorgen lobende Worte, kritisiert einige Punkte allerdings auch.

Das sind die wichtigsten neuen Beschlüsse:

  • Teil-Lockdown verlängert: Die am 28. Oktober beschlossenen Corona-Maßnahmen für den November werden bundesweit bis mindestens zum 20. Dezember verlängert. Sprich: Gastronomie, Fitnessstudios, Freizeit- und Kultureinrichtungen bleiben geschlossen.
  • Groß- und Einzelhandel: Beides bleibt auch im Dezember geöffnet. Es gibt aber eine neue Regelung für Geschäfte: Bei Ladenflächen bis 800 Quadratmeter soll je zehn Quadratmeter ein Kunde zulässig sein, ab 800 Quadratmetern dann ein Kunde je 20 Quadratmeter. Für Einkaufszentren ist die jeweilige Gesamtverkaufsfläche anzusetzen. Die Bevölkerung wird aufgerufen, die Weihnachtseinkäufe möglichst auch unter der Woche zu erledigen.
  • Kontakteinschränkungen: Private Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten sollen sich bis zum 20. Dezember auf den eigenen und einen weiteren Haushalt, in jedem Fall aber auf maximal 5 Personen beschränken. Das gilt nicht für Kinder bis 14 Jahren. Die Bürger in Deutschland werden von Bund und Ländern noch einmal dazu aufgerufen, jeden nicht notwendige Kontakt zu vermeiden und möglichst zu Hause zu bleiben.
  • Weihnachten und Silvester: An den Feiertagen werden die Kontakteinschränkungen gelockert. Die Personenobergrenze für Treffen innen und außen werden vom 23. Dezember bis zum 1. Januar erweitert. Dann sollen sich maximal 10 Personen im engsten Familien- und Freundeskreis treffen dürfen. Auch hier werden Kinder bis 14 Jahren ausgenommen.
  • Feuerwerk: Bund und Länder empfehlen, zum Jahreswechsel auf Feuerwerk zu verzichten. Ein Verkaufsverbot gibt es nicht, dafür aber das Verbot von Böllern auf belebten Plätzen und Straßen. Wo genau, sollen die örtlichen Behörden bestimmen. Öffentlich veranstaltete Feuerwerke sind untersagt.
  • Selbst-Quarantäne vor den Feiertagen: Um die Gefahr einer Infektion zu verringern, raten Bund und Länder, fünf bis sieben Tage vor den Feiertagen die Kontakte noch einmal drastisch zu reduzieren, sich quasi in Selbst-Quarantäne zu begeben.
  • Schulen: Die Weihnachtsferien beginnen mit Ausnahme von Bremen und Thüringen am 19. Dezember. Bei einer Inzidenz über 50 soll ab der siebten Klasse auch im Unterricht Maskenpflicht herrschen. Infektionsfreie Schulen sollen aber davon ausgenommen werden können. In Corona-Hotspots sollen für ältere Jahrgänge ab der achten Klasse weitergehende Maßnahmen wie Homeschooling nach Schulen spezifisch umgesetzt werden. Die Quarantäne für Klassenkameraden eines positiv getesteten Schülers wird auf fünf Tage verkürzt. An Schulen sollen verstärkt Antigen-Schnelltests durchgeführt werden.
  • Hochschulen und Unis: Hier soll hauptsächlich auf digitale Lehre umgestellt werden.
  • Keine Reisen: Alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland, sollen vermieden werden. Das soll vor allem auch für den Skiurlaub gelten.
  • Homeoffice und Betriebsferien: Arbeitgeber werden gebeten, unbürokratisch Homeoffice für ihre Beschäftigen zu ermöglichen - vor allem vom 23. Dezember bis zum 1. Januar. Alternativ sollen Arbeitsgeber prüfen, ob sie ihre Betriebsstätten durch Betriebsferien schließen können.
  • Maskenpflicht: Die Maskenpflicht gilt weiter, jetzt aber auch vor Geschäften und auf Parkplätzen. Zusätzlich sollen Kommunen festlegen, an welchen Orten unter freiem Himmel, etwa in Innenstädten, zusätzlich eine Maske zu tragen ist. Auch in Arbeits- und Betriebsstätten ist laut der Beschlussvorlage ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen - nicht aber am Platz, sofern 1,5 Meter Abstand gehalten werden kann.
  • Finanzhilfen: Die Staatshilfen für von Schließung betroffene Unternehmen, Selbstständige und Vereine werden verlängert. Die Novemberhilfe wird in den Dezember verlängert. Für Bereiche, die absehbar noch über Monate größere Einschränkungen des Geschäftsbetriebs zu erwarten haben, werden die Überbrückungshilfen bis Mitte 2021 verlängert - etwa für die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft, Soloselbstständige und die Reisebranche.
  • Quarantäne: Die Quarantänezeit von Kontaktpersonen von mit dem Coronavirus infizierten Menschen wird ab dem 1. Dezember von 14 auf zehn Tage verkürzt. Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. Wer bereits an Covid-19 erkrankt war, muss nicht in Quarantäne.
  • Bahnfahren: Die Maskenpflicht beim Bahnfahren soll verstärkt kontrolliert werden. Die Sitzplatzkapazität in den Bahnen wird erhöht, gleichzeitig aber die Reservierbarkeit von Sitzplätzen reduziert.
  • Kirchen: Bund und Länder wollen mit den Kirchen darüber sprechen, wie Gottesdienste und andere religiöse Zusammenkünfte mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung stattfinden können. Religiöse Zusammenkünfte mit Großveranstaltungscharakter sollen unterbleiben.
  • Lockerungen und Verschärfungen: Die Bundesländer bekommen eigene Freiheiten für Lockerungen und Verschärfungen der Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen. Wenn die Inzidenz deutlich unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen liegt, können die Bundesländer eigenständig Lockerungen beschließen. Unter 50 liegen aktuell Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Bei einer Inzidenz von über 200 müssen sich die Bundesländer aber damit auseinandersetzen, ob noch schärfere Maßnahmen beschlossen werden. Dies betrifft derzeit 62 Landkreise sowie Berlin.

Aber Achtung: Der Beschluss der Bund-Länder-Konferenz hat noch keine rechtssetzende Wirkung. Deswegen gelten die aktuelle Coronaschutzverordnung des Landes NRW und die Allgemeinverfügung der Stadt Hamm bis aus Weiteres unverändert weiter. Die neuen Regeln treten sehr wahrscheinlich am kommenden Dienstag, 1. Dezember, in Kraft.

Corona in Hamm - diese Regeln gelten aktuell:

  • Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur für zwei Haushalte erlaubt und mit maximal zehn Menschen.
  • Treffen in Privaträumen sind auf zehn Personen beschränkt. Eine Regelung, aus wie vielen Haushalten die Menschen kommen dürfen, gibt es nicht. Genehmigungen für Treffen und Feiern unter 10 Personen müssen nicht eingeholt werden.
  • Maskenpflicht besteht wie bisher in Bus, Bahn und Taxi. Auch auf Spielplätzen (außer für Kinder bis zum Schuleintrittsalter) gilt sie laut aktueller Verordnung. In privaten Autos gilt keine Tragepflicht eines Mundschutzes. Auch auf öffentlichen Plätzen soll es verstärkt eine Maskenpflicht geben, für die Wochenmärkte in Hamm ist das bereits der Fall. In der Fußgängerzone gilt samstags zu den Geschäftszeiten eine Maskenpflicht.
  • Der Einzelhandel bleibt geöffnet, dort darf sich nicht mehr als ein Kunde auf zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen sind geschlossen. Gastronomen bleibt die Lieferung und Abholung von Speisen erlaubt.
  • Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind untersagt. Profisport-Veranstaltungen wie etwa Spiele des ASV Hamm-Westfalen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden. Nicht erlaubt ist der Freizeit- und Amateursportbetrieb in öffentlichen und privaten Sportanlagen, Fitnessstudios, Schwimmbädern und ähnlichen Einrichtungen. Eine Ausnahme bildet der Individualsport allein, zu zweit oder mit dem eigenen Haushalt.
  • Das Museum, das Kino, der Tierpark, Wettannahmestellen, Bordelle, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen sind geschlossen. Der Maxipark ist geöffnet. Musikfeste und Festivals sind bis 31. Dezember untersagt.
  • Geschlossen sind auch Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe. Medizinisch notwendige Behandlungen wie Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Fußpflege sind möglich. Friseursalons können öffnen.

St.-Barbara-Klinik in Hamm landet Hit im Netz

Im Netz erheitert trotz der so ernsten Lage im Moment ein Video aus der St.-Barbara-Klinik in Hamm die Gemüter. Zum Hit „Jerusalema“ tanzen etliche Mitarbeiter der Klinik. Das Video hat auf Facebook, Youtube und Instagram inzwischen rund 3,5 Millionen Aufrufe gesammelt.

Gäbe es Corona nicht, würde in diesen Tagen rund um die Pauluskirche der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Dass es dazu in diesem Jahr nicht kommt, dürfte hinlänglich bekannt und begründet sein – Weihnachtsstimmung aber will die Stadt in der Innenstadt trotzdem erzeugen. In der Fußgängerzone sind mittlerweile auch Leucht-Bäume mit „mitwachsenden“ Lichterketten zu sehen.

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