„Mache das, um etwas Gutes zu tun“

Vom Kranken zum Helfer: Hammer spendet Blutplasma mit Covid-19-Antikörpern

Blutplasma
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Auch wenn sich Blutplasma zur Behandlung des Corona-Virus nicht als Wundermittel herausstellt: In einigen Situationen unterstützt die Transfusion den Heilungsprozess.

Wer nach einer Corona-Infektion im Krankenhaus landet, ist unter Umständen auf Blutreserven angewiesen. Von solchen mit wichtigen Corona-Antikörpern sind nur wenige verfügbar. Ein Hammer hilft, das zu ändern.

Hamm – Comedian Oliver Pocher ist für seine oft scharfzüngigen Sprüche bekannt. Doch wenn es um Corona geht, kennt der Hannoveraner keinen Spaß – auch, weil er die Auswirkungen des Virus am eigenen Leib erfahren hat. Um anderen Coronaerkrankten zu helfen, nutzte Pocher seine Bekanntheit und klärte kürzlich über das Spenden von Covid-Antikörpern auf. Mitbekommen hat das auch der Hammer Michael Zwilling, der deshalb bereits mehrfach sein Plasma mit der so wichtigen Besonderheit gespendet hat. (News zum Coronavirus in Hamm)

Stadt Hamm
Fläche226,3 km²
Bevölkerung179.859 (Januar 2020)

Corona in Hamm: Infizierter spendet sein Plasma

Rückblick: Es ist Oktober, als sich Zwilling im Freundeskreis mit dem Coronavirus infizierte. „Ich war völlig platt“, erklärt der Hammer, den viele als ehemaligen zweiten Vorsitzenden des Luftsportclubs und als Gesicht des Flugplatzfestes kennen. Fieber habe er zwar nicht gehabt, dafür aber starke Gliederschmerzen. Der positive Coronatest war ein Schock. „Das ist ein Moment, den ich nie vergessen werde“, sagt Zwilling. Denn: „Das Virus war anfangs ganz weit weg in China und plötzlich hat man es selbst.“

Von der Erkrankung erholte sich Michael Zwilling, der dann aber auf das aufmerksam wurde, was Oliver Pocher zu sagen hatte. Der Hammer machte sich schlau und ließ sich seither bereits mehrfach Plasma bei einem kommerziellen Blutspendedienst im Citycenter entnehmen.

Michael Zwilling wurde durch Comedian Oliver Pocher auf die Wichtigkeit von Plasmaspenden mit Corona-Antikörpern aufmerksam.

Corona-Antikörper wichtig für Hochrisiko-Patienten

Anders als beim Blutspenden werde aber nur das Plasma entnommen, denn hierin sind die Antikörper gegen verschiedenste Krankheiten enthalten. Eine Zentrifuge filtert diese dann heraus. „Die Blutzellen selbst werden dann wieder in den Körper zurückgeführt“, erklärt Zwilling das kreislaufartige Prozedere, das meist etwa eine Stunde dauert.

Wofür das Plasma mit den Covid-Antikörpern überhaupt gebraucht wird? „Es kann als Transfusion für Leute mit schwerem Coronaverlauf genutzt werden“, sagt Zwilling. Aber auch der Forschung komme dieses besondere Blut zugute – für ihn Grund genug, um das zu unterstützen. „Ich mache das, um etwas Gutes zu tun“, so Zwilling. In Coronazeiten sei es aber auch nicht unwichtig, dass es dafür eine Aufwandsentschädigung gibt.

Das hat es mit „Rekonvaleszentenplasma“ auf sich

Einer Erklärung des deutschen Blutspendediensts zufolge, enthält das Blut von Personen, die Covid-19 überstanden haben, Abwehrstoffe, die gegen das Virus Sars-CoV-2 gerichtet sind. „Für eine Behandlung der schwer Erkrankten muss aus einer Blutspende Blutplasma mit Antikörpern gegen SARS-CoV-2 mit einer speziellen Aufbereitung gewonnen werden.“

Eben jenes Plasma nennt sich Rekonvaleszentenplasma. Die Antikörper aus dem Blutplasma werden dem akut Erkrankten direkt verabreicht oder die Antikörper werden weiter angereichert, um ein hochkonzentriertes Präparat zu gewinnen. Als Plasmaspender ist geeignet, wer

  • eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat
  • mindestens zwei Wochen keine Symptome hatte
  • zwischen 18 und 68 alt ist und die gleichen Auswahlkriterien erfüllt wie bei einer „normalen Blutspende“

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