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Restaurant und Kneipe mit 2G: Das sagen Hammer Wirte

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Von: Jörn Funke

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Die Hürden für das Essen im Restaurant und das Bier am Tresen sind seit Mittwoch höher geworden: Mit 2G soll der Besuch Corona-sicher werden. Wirte in Hamm sehen es überwiegend gelassen, fürchten aber weitergehende Maßnahmen.

Hamm - „Ich glaube, dass 2G für uns keinen großen Unterschied macht“, sagt Olaf Weber, der Wirt des Alten Fährhauses. 95 Prozent seiner Gäste seien bisher geimpft gewesen; nur wenige habe er an der Tür abweisen müssen. Und selbst wenn die Maske bei dem einen oder anderen Gast mal nicht hundertprozentig saß, sei es eher Vergesslichkeit als Renitenz gewesen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Deshalb macht Weber sich auch keine Gedanken über die drastischen Strafen, die auf die Übertretung der 2G-Regeln stehen. „Wir sind immer wieder kontrolliert worden“, sagt Weber. Und anschließend hätten die Behörden seine Leute immer wieder gelobt.

Wer darf wo rein?

Für Gaststätten gilt mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung seit Mittwoch: Besuch nur noch mit Nachweis der Impfung oder Genesung (2G) sowie dem Personalausweis. Wer nur bestelltes Essen oder Getränke abholen will, kann das aber weiterhin ohne Auflagen tun. Für Klubs und Diskotheken gilt dagegen die 2G-plus-Regel: Zusätzlich wird hier ein aktueller und negativer Schnelltest verlangt.

Sorgen macht dem Wirt die allgemeine Entwicklung. In den vergangenen Wochen sei das Restaurant gut gelaufen, sagt er. Doch jetzt ist die Angst vor dem Lockdown zurück: Firmenfeiern würden abgesagt, auch größere Tischbuchungen fielen weg, Gutscheine würden schnell noch eingelöst. Trotzdem plant Weber für Weihnachten und Silvester: „Was sollen wir denn sonst tun?“

Auch Eva Reinhardt hat in diesen Tagen gut zu tun. Das „Reinhardt‘s“ laufe gut, man checke die Gäste ja schon seit längerem, fast alle seien geimpft. Um Weihnachten herum sei das Restaurant gut gebucht. Absagen gebe es bisher nur vereinzelt. Aber die Frage, ob es nochmal zum Lockdown kommt, treibt auch sie um. Ganz praktisch, sagt sie, müsse man ja entscheiden, wieviele Vorräte eingekauft werden: Werde wieder alles dichtgemacht, sitze man auf einem vollen Lager.

Impfnachweis und Personalausweis.
Impfnachweis und Personalausweis: Eva Reinhardt kontrolliert in „Reinhardt‘s Restaurant & Weinbar“ an der Oststraße gewissenhaft. © Andreas Rother

Gastro mit 2G in Hamm: Allgemeine Sorge macht mehr aus

Während 3G in Restaurants offenbar keine so große Hürde war, hat die Regel den einen oder anderen Kneipenbesucher abgeschreckt. Gut ein Drittel weniger Gäste als üblich habe er in den letzten Wochen gehabt, sagt „Alt-Hamm“-Wirt Jochem Huth. Es sei die allgemeine Angst vor Corona. Dabei sein keine Ansteckung in seiner Kneipe bekannt, und die einst für den Nichtraucherschutz angeschaffte Abzugsanlage sorge jetzt für ordentlich Frischluft. 2G fände er übrigens auch nicht schlimm: Von 60 Gästen hätten neulich nur drei einen Test vorgelegt, die anderen seien geimpft gewesen. Er fürchte sich eher vor 2G plus: Das wäre das Ende der Gastronomie.

Pirates“-Wirt Karsten Plass glaubt, auch mit 2G plus zurechtzukommen. Für seinen Klub gilt seit Mittwoch die verschärfte Regel; Plass setzt hier auf Schnelltestzentren im Umfeld. Die letzten Wochen mit 2G seien ganz gut gelaufen, einen Besucherschwund habe er nicht feststellen können.

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