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Rätsel gelöst: Darum sind in Hamm fast alle „ungeimpft“

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Von: Frank Lahme

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Die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt seit Mitte März und ist bis auf Weiteres bis Ende 2022 befristet.
Wirklich 89 Prozent „Ungeimpfte“ in Hamm? Die Stadt hat nun die Lösung der kuriosen Statistik-Angaben parat. © dpa / Marijan Murat

89 Prozent der Corona-Infizierten in Hamm sind laut der Stadt Hamm gar nicht oder nicht vollständig geimpft. Kann das wirklich sein?

Hamm – Seit mehreren Wochen schon weist die Stadt in ihrer wöchentlichen Corona-Statistik absonderliche Werte aus. So sollen von den 968 Infizierten, die sich in der Woche vom 25. bis 31. Juli angesteckt hatten, wieder gerade 5,4 Prozent vollständig geimpft beziehungsweise 5,6 Prozent geboostert gewesen sein. 77,9 Prozent sollen bislang keine Impfung, der Rest keinen vollständigen Impfschutz gehabt haben.

Das sind Werte, die schlichtweg nicht stimmen können. Auch die Stadt räumt das ein. Immerhin gibt es nun aber auch eine Erklärung für die statistische Schieflage. Wie Stadtsprecher Tom Herberg nun auf Nachfrage erklärte, macht offenbar der Großteil der Corona-Infizierten bei der Meldung ans Gesundheitsamt keine Angaben zum Impfstatus. Deshalb würden diese Betroffenen allesamt als „ungeimpft“ in die Statistik eingepflegt.

Impfstatus „verjährt“ nicht

Die andere Möglichkeit, dass nämlich vollständig geimpfte und geboosterte Personen, bei denen die letzte Impfung bereits länger zurückliegt, wegen fehlender Immunisierung als „ungeimpft“ eingestuft würden, treffe dagegen nicht zu, sagte Herberg. „Auch wer im Dezember 2021 seine letzte Impfung erhalten hat, gilt weiterhin als geimpft“, so Herberg.

Immerhin: Die fehlerhafte Statistik hat laut Stadt keine Auswirkungen auf die Arbeit des Gesundheitsamts. Die Kontaktnachverfolgung und das Benennen von Kontaktpersonen werde nicht beeinträchtigt, sagte Stadtsprecher Tom Herberg.

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