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Schnelltest-Odyssee eines 55-Jährigen offenbar kein Einzelfall

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Von: Frank Lahme

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Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann.
Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette, die von Covid-19 verursachte Antigene nachweisen kann. © Zacharie Scheurer/dpa (Symbolbild)

[Update] Seit die Omikron-Welle rollt, stehen nicht nur die Wirksamkeit der Impfungen, sondern auch die Qualität der Schnelltests im Fokus. Hierzu passt das Erlebnis eines Hammers, der sich jetzt in der Redaktion meldete. Offenbar ist das kein Einzelfall.

Hamm - Wie ein 55-jähriger Mann aus Hamm dem WA berichtete, habe er sich am 7. Januar in seiner Wohnung positiv per Schnelltest getestet, sei dann zum Schnelltestzentrum am Langewanneweg gefahren und negativ getestet worden, so seine Schilderung. Zu Hause habe er dann noch einmal einen Schnelltest gemacht. Ergebnis: wieder positiv. Noch einmal sei er zum Langewanneweg gefahren und erneut negativ getestet worden. Danach habe er sich ein drittes Mal zu Hause getestet (wieder positiv), habe sich ans Gesundheitsamt gewandt und schließlich über seinen Hausarzt einen PCR-Test machen lassen. Auch dieser sei positiv gewesen (Omikron). Seitdem sei er in Quarantäne und habe einen milden Verlauf. Seine Vermutung: Am Langewanneweg seien Tests verwendet worden (Unioninvest), die Omikron nicht erkennen konnten. (News zum Coronavirus in Hamm)

Testzentrum-Betreiber Thomas Johannpeter widerspricht dieser Sichtweise. Seit zwei Monaten komme in seinen Zentren ein vom Paul-Ehrlich-Institut empfohlener Test (Novacheck) zur Anwendung. Auch dieser werde von Unioninvest hergestellt. Zum Einzelfall könne er nichts sagen, auffällig sei jedenfalls, dass mit Ansteigen der Fallzahlen auch in seinen Zentren deutlich mehr positive Testungen erfolgten. Unwirksam könnten die Tests demzufolge nicht sein.

HNO-Arzt Dr. Abrams: Das sind keine Einzelfälle

Für Dr. Dr. Jürgen Abrams sind die oben geschilderten Merkwürdigkeiten keineswegs Einzelfälle. Auch in seiner Praxis erschienen wöchentlich mehrmals Patienten, die im Testzentrum negativ getestet, nun aber Symptome ausgebildet hätten und tatsächlich positiv seien. Für den Hammer HNO-Spezialisten ist das Phänomen wie folgt begründet: Schlecht ausgebildete Laien nähmen in den kommerziellen Testzentren im Akkord in dem komplizierten System der Nase Testungen vor.

Die Stadtverwaltung hatte auf Anfrage zuvor mitgeteilt, dass die Schnelltest-Zentren ausschließlich Schnelltests verwenden dürften, die auf der BfArM-Liste des Paul-Ehrlich-Instituts gelistet seien. Die Zentren in Hamm seien dahingehend auch im Herbst und Frühjahr kontrolliert worden. „Wir haben keinerlei Kenntnis oder Hinweise, dass Zentren nichtzulässige Tests verwenden – werden aber grundsätzlich weiterhin stichprobenartig kontrollieren“, so Stadtsprecher Lukas Huster.

Corona in Hamm: Positiv getestet - und dann?

Die Zahl derjenigen, die sich positiv auf das Coronavirus testen, wird in den nächsten Tagen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen. Grundsätzlich sollte in diesen Fällen dann als Nächstes der Hausarzt kontaktiert werden, um einen PCR-Test zu veranlassen. Darauf wies die Stadtverwaltung nochmals hin.

Die Kapazitäten der stadteigenen Coronamobile seien ziemlich ausgereizt. Aktuell seien täglich fünf Mobile im Einsatz, je nach Verfügbarkeit von medizinischem Personal seien es auch schon mal sechs oder sieben. Vorrangig würden Haushaltsangehörige von Infizierten, die nun ebenfalls Symptome hätten, getestet. Wer keinen Hausarzt habe, sei ebenfalls dabei.

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