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In der Innenstadt: Über 450 Menschen protestieren in Hamm gegen die Corona-Maßnahmen

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Von: Cedric Sporkert

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Unter anderem die Richard-Wagner-Straße wurde zwischenzeitlich für den Protestmarsch gesperrt.
Unter anderem die Richard-Wagner-Straße wurde zwischenzeitlich für den Protestmarsch gesperrt. © Sporkert

Wie in den zurückliegenden Wochen haben auch an diesem Mittwoch Gegner der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Hamm protestiert.

Hamm - Nach Angaben der Polizei zogen in der Spitze mehr als 450 Personen durch die südliche Hammer Innenstadt. Die angemeldete Versammlung sei störungsfrei verlaufen, hieß es in einer Mitteilung. (News zum Coronavirus in Hamm)

Verkehrsbehinderungen durch Straßensperrungen

Nach Redebeiträgen startete der Aufzug demnach um 18.35 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz. Beteiligt waren neben etlichen Menschen aus Hamm, die allgemein nicht mit den Corona-Regeln einverstanden sind auch selbst erklärte „Querdenker“ und Verschwörungsgläubige.

Die Teilnehmer bewegten sich von der Martin-Luther-Straße über die Sternstraße, die Goethestraße, die Richard-Wagner-Straße, die Werler Straße, die Bismarckstraße, die Sedanstraße und über die Westhofenstraße zurück zum Martin-Luther-Platz.

Während des Aufzuges kam es aufgrund kurzfristiger Sperrungen durch die Polizei vor allem auf den Hauptverkehrsstraßen zu Verkehrsstörungen.

Polizei zieht nach nicht angemeldeter Versammlung Bilanz

Erst am Dienstag hatte die Polizei Hamm mitgeteilt, wie viele Corona-Verstöße nach der unangemeldeten Versammlung am 11. Dezember zur Anzeige gebracht wurden. Zehn Ordnungswidrigkeiten- und vier Strafverfahren seien eingeleitet worden.

Drei Strafanzeigen seien wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz gegen eine 40-jährige Frau aus Brilon sowie zwei Männer aus Hamm im Alter von 60 und 35 Jahren gefertigt worden. Es bestehe der Verdacht, dass diese Personen maßgeblich den Aufzug durch die Innenstadt organisiert und gelenkt hätten. Der 60-Jährige habe die Versammlung zeitweise angeführt, die Frau aus Brilon die anderen Teilnehmer zu Sprechchören animiert.

Der 35-Jährige ist nach WA-Informationen regelmäßig Mitorganisator der Corona-Proteste in Hamm und war auch an diesem Mittwoch wie die Frau aus Brilon unter den Protestierenden. Die Personen seien der Szene der selbst erklärten „Querdenker“ zuzuordnen, teilte die Polizei mit. Der Staatsschutz Dortmund habe die weiteren Ermittlungen übernommen. Gegen den 35-Jährigen wird auch wegen Beleidigung ermittelt. Er soll einen Polizisten Nazi genannt haben.

Viel mehr Verstöße als nun angezeigt wurden

Bei den Ordnungswidrigkeiten handelt es sich laut Polizei um Verstöße gegen die Maskenpflicht. Die zehn Betroffenen müssten nun mit einem Bußgeld in Höhe von 150 Euro rechnen. Sie seien durch Videomaterial des Aufzuges identifiziert worden.

Bei der Demonstration hat es auch aus Sicht der Polizei erheblich mehr Verstöße gegeben. Das Problem: Ohne die Namen der Personen könne keine entsprechende Anzeige geschrieben werden. Etliche Teilnehmer seien zudem von außerhalb gekommen, teilte ein Sprecher mit. Die Polizei hatte im Nachgang zu der Demo erklärt, dass Hamm kein rechtsfreier Raum für selbst erklärte „Querdenker“ sei, und angekündigt, so viele Regelverstöße wie möglich im Nachgang zu ahnden.

An diesem Montag war eine weitere unangemeldete Versammlung in der Innenstadt schon vor deren Beginn durch die Polizei unterbunden worden.

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