Impfung gegen das Coronavirus

Bis zum Wochenende sollen 1000 Hammer geimpft sein

Erste Impfungen gegen Coronavirus
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Die ersten Menschen in NRW haben am Sonntag die Impfung gegen das Coronavirus bekommen.

In vier Hammer Alten- und Pflegeeinrichtungen wird bis zum Ende der Woche die Erstimpfung zum Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung entweder vollendet oder mindestens begonnen. Rund 1 000 Bewohner und Mitarbeiter werden dann geimpft sein.

Hamm – „Das ist für die erste Woche schon sehr ordentlich, wenn man bedenkt, dass das Impfzentrum noch nicht eröffnet ist. Erst dort werden wir richtig in die Breite gehen können“, sagte Oberbürgermeister Marc Herter. Am Dienstag wurde das Reginenhaus in Rhynern geimpft, bis zum Ende der Woche wird der Impfstoff gegendas Coronavrius an die Seniorenheime St. Stephanus und St. Josef in Herringen geliefert und verabreicht. Über den Jahreswechsel wird in Hamm nicht geimpft.

Herter äußerte sich am Dienstag zufrieden mit dem Verlauf: „Dass es am Anfang etwas ruckelig sein würde, ist angesichts der Mammutaufgabe nicht weiter verwunderlich. Alle Beteiligten tragen mit hohem Einsatz und äußerst konzentriert ihren Teil dazu bei, dass es gut läuft.“ Erfreulich sei, dass es in den Heimen bei den Bewohnern und Beschäftigten eine hohe Impfbereitschaft gebe. Herter: „Kaum jemand verweigert die Impfung.“

Impfung gegen das Coronavirus in Hamm: Impfteam den ganzen Tag im Einsatz

Das bestätigte auch die Leiterin des Reginenhauses in Rhynern, Regina Behr. Dort war am Dienstag das Impfteam den ganzen Tag im Einsatz. Sie zog zum Ende des langen Tages ein positives Fazit. Sie war froh, dass endlich geimpft werden konnte, und in ihrem Haus viele Menschen dazu bereit waren. Sehr wichtig sei gewesen, dass die vertrauten Hausärzte den Impfmarathon begleiteten. Die Bewohner erhielten ihre Impfung auf den Zimmern, für die Mitarbeiter war eine kleine Station aufgebaut. „So lief der Tag reibungslos ab“, sagte Behr, „Wir hatten so schnell es ging die Impfdosen bestellt.“

Die Bestellung sei an Heiligabend rausgegangen. Um vorbereitet zu sein, hatte die Heimleitung zuvor die Bewohner und deren Familien schriftlich über die bevorstehende Impfung informiert und entsprechende Einverständniserklärungen eingeholt. Nun sei es wichtig, weiterhin extrem vorsichtig zu bleiben, um das Haus bis zum zweiten Impftermin in drei Wochen und darüber hinaus coronafrei zu halten. „Dazu werden wir alle Vorsichtsmaßnahmen natürlich so beibehalten“, erklärte die Leiterin. Zwar sei das Haus nicht ganz ohne Fälle, aber insgesamt recht gut durch die Krise gekommen. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Impfung gegen Corona in Hamm: Verstärkte Vorsichtsmaßnahmen

Alle Heime, die bislang geimpft wurden, werden die Vorsichtsmaßnahmen verstärken, damit es nicht zu einem Covid-19-Ausbruch kommen kann. Durch die erfolgte Impfung bestünde zudem ein Anfangsschutz, hieß es von Impfteam. Geimpfte Patienten, die sich trotzdem anstecken, dürften nicht geimpft werden. Bei der zweiten Impfung gelte das aber nicht für das ganze Heim.

Derzeit werden in den Hammer Pflegeeinrichtungen die Impfdosen bestellt. „Die Heime“, so Herter, „arbeiten mit Hochdruck daran, die Impfbereitschaft der Einrichtungen herzustellen. Wo notwendig, gibt es Unterstützung von der Stadt und der ärztlichen Leitung der Kassenärztlichen Vereinigung.“

Impfung gegen Coronavirus: Hamm hat weitere Zielgruppe im Blick

Stadt und Kassenärztliche Vereinigung haben noch eine weitere Zielgruppe im Blick, die kurzfristig ebenfalls geimpft werden soll. Beide Institutionen werden sich zusammen noch ein weiteres mal an die Landesregierung wenden: Sie hoffen, kurzfristig das ärztliche und medizinische Personal in den Krankenhäusern und den städtischen Rettungsdienst impfen zu dürfen, das Kontakt zu Covid-19-Patienten hat.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hatte dies bisher gegenüber den Städten abgelehnt – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet dagegen hatte am Dienstag beim Besuch des Uniklinikums Düsseldorf eine Bereitschaft dafür erkennen lassen. „Es ist ein Gebot der Vernunft und der Solidarität, diejenigen Berufsgruppen mit den meisten Berührungspunkten mit Covid-Infizierten sofort zu impfen“, sagt Herter.

Das Gesundheitsamt in Hamm hat am Mittwoch fünf weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. 40 Neuinfektionen wurden innerhalb von 24 Stunden neu gemeldet. In Deutschland hat die Zahl der gemeldeten Todesfälle einen neuen Höchststand erreicht. Die Verlängerung des Lockdowns über den 10. Januar hinaus wird immer wahrscheinlicher.

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