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Impfen in Hamm: Wer steht da eigentlich in den Schlangen?

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Von: Sarah Hanke

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Impfen in Hamm
Warten auf den Piks: An der Westpressarena stand unter anderem Dirk Neumann an. © Robert Szkudlarek

Noch immer lassen sich in Hamm täglich mehrere Hundert Menschen gegen das Coronavirus impfen. Wer steht da aktuell in der Schlange? Wir haben bei Impfwilligen nachgefragt.

Hamm – Es ist unangenehm nasskalt. Wind und feiner Nieselregen peitschen ins Gesicht. Doch dieses Wetter hält die vor dem Impfbus geduldig wartenden Menschen nicht davon ab, sich in den Wartebereich vor dem Corona-Impfmobil zu stellen, das an diesem Tag an der Westpressarena steht. „Es nützt ja nichts. Da müssen wir durch“, sagt Jörg Kientopf. „Jeder trägt da auch ein Stück weit eigene Verantwortung, seinen Beitrag im Kampf gegen Corona zu leisten.“ Wie die meisten in der Schlange ist auch er zum Impfmobil gekommen, um sich die dritte Impfung abzuholen. Er habe sich im Vorfeld informiert und sich dann für das Impfangebot in Werries entschieden. (News zum Coronavirus in Hamm)

Ganz spontan ist Dirk Neumann für den Booster gekommen. „Wenn es voller gewesen wäre, hätte ich das nicht gemacht“, sagt er. Lange in der Kälte ausharren musste an diesem Tag niemand. „Vor Weihnachten hatten wir richtig lange Schlangen. Und zwischen den Feiertagen war es auch relativ voll“, berichtet Sina Hansen. Die Medizinische Fachangestellte ist für die Koordination zuständig. Um Silvester herum habe der Zulauf dann etwas abgenommen.

Auch Erst- und Zweitimpfungen werden nach wie vor durchgeführt. „Wir machen alles“, betont Hansen. „Bei denjenigen, die jetzt zur Erstimpfung kommen, handelt es sich meist um jüngere Leute.“ Insgesamt 177 Impfungen wurden an diesem Tag verabreicht: 147 Booster, 25 Zweit- und fünf Erstimpfungen. Das Impfmobil steht jeden Tag an einem anderen Ort. An manchen Stellen sei die Resonanz immer gut. „Nahe der Innenstadt, in Richtung Herringen oder Bockum-Hövel. Egal, wann wir da stehen“, so Hansen.

Wunsch nach ein bisschen mehr Normalität eint

Die Impfwilligen eint der Wunsch nach ein bisschen mehr Normalität: „Ich hoffe natürlich, dass es irgendwann mal vorbei ist, wir unsere Freiheiten wieder bekommen und ohne schlechtes Gewissen verreisen oder feiern können“, so Kientopf.

Die meisten Menschen schätzen vor allem die Möglichkeit, sich ohne Termin impfen zu lassen. Schließlich komme man so schneller dran als beim Hausarzt, wo es zuletzt teilweise Wochen gedauert habe, berichten Wartende. Auch Marina Wallenstein, die erst kürzlich von Dortmund nach Hamm gezogen ist, und nun nahe der Westpressarena wohnt, holt sich die Drittimpfung ab: „Ich habe noch gar keinen Hausarzt in Hamm. Daher ist das sehr praktisch.“

Die Impfbereitschaft sei durchweg gut: „Die Angebote in Hamm sind gut organisiert und werden gut angenommen. Wir sind gut dabei“, sagt Marlies Scholz, die ebenfalls für die Koordination zuständig ist. Und weil es in Hamm so gut läuft, würden viele auch von auswärts kommen, ergänzt Solveig Wilms. Aus Arnsberg, Ascheberg, Warendorf sowie Welver und Soest kämen Menschen zum Impfmobil.

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