Auch Kitas betroffen

Corona-Fälle an zwei Dritteln der Schulen - Quarantäne große Belastungsprobe

Wenn ein Schüler in Hamm positiv auf das Coronavirus getestet wird, müssen auch die Sitznachbarn in Quarantäne.
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Wenn ein Schüler in Hamm positiv auf das Coronavirus getestet wird, müssen auch die Sitznachbarn in Quarantäne.

Das Coronavirus grassiert in Hamm aktuell zu einem Gutteil unter Schülern. Schulen sind aber so gut wie nie Infektionsort. Wir geben den Überblick.

Hamm - Mit 36 Schulen (+6) sind in dieser Woche annähernd zwei Drittel der Hammer Bildungseinrichtungen von Corona betroffen. 184 Schüler sind infiziert (+18), 110 davon waren im infektiösen Zeitraum in der Schule. Und dennoch sagt Oberbürgermeister Marc Herter: „Die Schulen sind nicht die Pandemietreiber. Das Virus wird in die Schulen hereingetragen.“ Die Kinder steckten sich zumeist in den Familien oder im privaten Bereich an. Nur sehr vereinzelt würden Sitznachbarn von infizierten Kindern ebenfalls positiv getestet werden. (News zum Coronavirus in Hamm)

Corona an Schulen: Viele Kinder und Jugendliche in Quarantäne

„Wir haben alle Hände voll zu tun, dass es in Schulen nicht zu Ausbrüchen kommt“, so Herter weiter. An den Grundschulen gebe es durch das Land immerhin ein sehr enges Testkonzept durch die Pooltests. Auch an den weiterführenden Schulen werde richtigerweise viel getestet. Allerdings: Durch die aktuelle Regelung sitzen viele Schüler in Quarantäne. 653 waren es am Mittwoch - 175 mehr als in der Vorwoche und 44 Prozent aller Hammer, die zu diesem Zeitpunkt in der häuslichen Isolation waren.

Die betroffenen Schulen:

Albert-Schweitzer-Schule, die Alfred-Delp-Schule, die Anne-Frank-Schule, das Beisenkamp Gymnasium, das Eduard-Spranger- Berufskolleg, das Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, die Erich-Kästner-Schule, das das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, die Freiligrathschule, die Friedensschule, die Friedrich-Ebert-Realschule, das Friedrich-List- Berufskolleg, das Galilei-Gymnasium, die Gebrüder-Grimm-Schule, die Gutenbergschule, das Gymnasium Hammonense, die Hermann-Gmeiner-Schule, die Jahnschule, die Johannesschule, die Josefschule, die Kappenbuschschule, die Karlschule, die Konrad-Adenauer-Realschule, die Ludgerischule, das Märkische Gymnasium, die Matthias-Claudius-Schule, die Overbergschule, die Realschule Bockum-Hövel, die Realschule Heessen, die Realschule Mark, die Schillerschule, die Sophie-Scholl-Schule, das St. Franziskus Berufskolleg, die Talschule, die Theodor-Heuss-Schule und die Wilhelm-Busch-Schule.

„Das ist eine große Belastungsprobe für die Schüler, Lehrer und Eltern. Das Testen, mehr aber noch die Quarantäne“, erklärt Herter. Seit dem Frühjahr und aktuell läuft es so ab: Grund- und Förderschüler machen einen PCR-Lollitest, der dann zusammen mit den Tests anderer Schüler als Gruppe ausgewertet wird. Ist einer dieser nicht zuzuordnenden Tests positiv, werden die Schüler aus der Gruppe noch einmal getestet und müssen zunächst zuhause bleiben. Erst in diesem Zweiten Schritt wird der Infizierte identifiziert, die Sitznachbarn im „Kleeblatt“ (vorne, hinten, rechts, links) müssen ebenfalls in Quarantäne. Alle anderen dürfen dann wieder zur Schule gehen.

Auch mehr Corona-Fälle an Kitas in Hamm

Ob Lollitests auch für weiterführende Schulen eine gute Option seien? Herter ist von diesem Weg aber nicht überzeugt. Lollitests seien zwar genauer. Aktuell müssten sich die Schüler bei diesem Verfahren aber freitesten. Das führe zu viel Unterrichtsausfall. „Wir müssen uns hier fragen: Stehen Aufwand und Ertrag im Verhältnis? Die phasenweise Freistellung ist auch eine zusätzliche Belastung für viele Schüler. Wir möchten, dass möglichst wenige Schüler möglichst wenig Unterricht verpassen“, so der OB.

Auch in den Kitas gibt es unterdessen mehr Corona-Fälle. Aktuell sind elf Einrichtungen betroffen (+8). 43 Kita-Kinder sind unter den Infizierten (+24), 175 in Quarantäne.

Die betroffenen Kitas:

Kita Movere, die Kita Strackstraße, die Kita St. Martin, die Kita St. Marien, die Kita Räuberhöhle, die Kita Mosaik, die Kita Drei Könige, die Kita Outlaw, die Kita Am Eichenwäldchen (Haus 1 und Haus 6), die Kita St. Theresia und die AWO Kita Tausendfüßler.

Um Kinder und Jugendliche zu schützen, hat Herter auch noch einmal appelliert, sich impfen zu lassen. Während etliche Erwachsene in dieser Hinsicht noch zögern, ist die Quote bei den ganz jungen offenbar schon überraschend gut. „Das Impfangebot an den Schulen wird gut angenommen“, erklärt Herter. „Teilweise wurde sogar abgewunken, weil nur noch wenige Schüler zwischen 12- und 15-Jahren zu impfen wären.“

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