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Corona-Zahlen für Hamm steigen deutlich an - spannende Einblicke zum Infektionsgeschehen

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Von: Cedric Sporkert

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Die Corona-Fallzahlen für Hamm steigen weiter - ebenso wie der Anteil der Ungeimpften unter den Neuinfizierten. Wer sich aktuell am häufigsten infiziert.

Hamm - 1808 Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurden in Hamm in der zurückliegenden Woche insgesamt bekannt. Das waren über ein Viertel mehr neue Fälle als in der Woche davor (1.343). (News zum Coronavirus in Hamm, für überregionale Infos hier klicken.)

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die vor rund drei Wochen begonnen hat. Seitdem steigen die Infektionszahlen in sich aufeinander aufbauenden Wellen. Hatte es am 10. Juni mit 912 Infizierten noch erstmals so wenige wie im Januar gegeben, galten am Mittwoch bereits 2207 Personen als infiziert - die geschätzt hohe Dunkelziffer nicht mit eingerechnet.

Corona in Hamm: Über die Hälfte der Neuinfizierten ungeimpft

Erstaunlich ist, dass der Anteil der Ungeimpften unter den Neuinfizierten zuletzt wieder deutlich gestiegen ist. Lag dieser zuletzt jeweils zwischen 40 und 45 Prozent stieg der Wert in der vergangenen Woche um satte 14,3 Prozent auf 55,4 Prozent.

Zur Erinnerung: Diejenigen, die gänzlich ungeimpft sind, befinden sich in Hamm in der deutlichen Minderheit. Das ist sicher, auch, wenn genaue Zahlen zur lokalen Impfquote nicht vorliegen. Dass der Anteil der Ungeimpften unter den Neuinfizierten bei über 50 Prozent liegt, deutet darauf hin, dass sie sich aktuell wieder deutlich leichter und häufiger infizieren.

9,4 Prozent der Neuinfizierten waren bei ihrer Ansteckung vollständig geimpft, 23,2 Prozent geboostert und 12,0 Prozent hatten eine oder zwei Impfungen hinter sich, waren aber noch nicht immunisiert.

Für gewöhnlich sind die allermeisten Kinder und Jugendlichen die sich anstecken ungeimpft. In den Altersgruppen der 0- bis 19-Jährigen gab es allerdings insgesamt nur 36 neue Fälle mehr als in der Woche davor. Auf deutlich mehr Ansteckungen von ungeimpften Jüngeren lässt sich der steigende Anteil der Ungeimpften also nicht zurückführen.

Kaum Zuwächse bei Kindern und Jugendlichen, mehr Fälle in Heimen

Dass Kinder und Jugendliche derzeit nicht die Infektionstreiber sind, wird auch dadurch verdeutlicht, dass kurz vor den Ferien kaum neue infizierte Schüler hinzu kamen. Am Mittwoch galten 187 Schüler als infiziert. Das waren nur drei mehr als in der Woche davor. Vor zwei Wochen war die Zahl der infizierten Schüler noch um ein Drittel gestiegen. Ferienbedingt dürfte es aber nun in den kommenden Wochen keine nennenswerten Ansteckungen unter den Schülern geben.

Eine Auflistung der Schulen mit bekannten Corona-Fällen in der Schülerschaft:

Betroffen sind die Anne-Frank-Schule, Carl-Orff-Schule, Dietrich-Bonhoeffer-Schule, Friedrich-Ebert-Realschule, Hellwegschule, Johannesschule, Karlschule, Lessingschule, Maximilianschule, Schillerschule, Schloss Heessen, Arnold-Freymuth-Schule, Bodelschwinghschule, Eduard-Spranger-Berufskolleg, Galilei-Gymnasium, Overbergschule, Schule im Grünen Winkel, St. Franziskus Berufskolleg, Beisenkamp Gymnasium, Märkisches Gymnasium, Realschule Heessen, Friedrich-List-Berufskolleg, Gutenbergschule, Kettlerschule, Stephanusschule, Alfred-Delp-Schule, Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, Realschule Bockum-Hövel, Sophie-Scholl-Gesamtschule, Konrad-Adenauer-Realschule, Realschule Mark, Friedensschule, Marienschule, Gymnasium Hammonense und das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Auch in den Kitas hat sich die Lage nicht verändert. Wie in der Vorwoche galten am Mittwoch 19 Kita-Kinder als infiziert.

In den Seniorenheimen in Hamm gab es dagegen einen Anstieg - wenngleich die Zahlen nach wie vor überschaubar sind und es keine nennenswerten Ausbruchsgeschehen mit vielen Fällen in einzelnen Einrichtungen gibt. Am Mittwoch meldete die Stadt 17 infizierte Heim-Mitarbeiter sowie 15 infizierte Bewohner aus insgesamt 13 Einrichtungen. In der Vorwoche waren es noch 11 Mitarbeiter und fünf Bewohner aus zehn Einrichtungen gewesen.

Mehr Schnelltests - Faktor von Freitestungen unsicher

Kurz bevor die neuen Regelungen rund um Schnelltests in NRW in Kraft treten, haben noch einmal deutlich mehr Hammer von der Möglichkeit einer kostenlosen Testung Gebrauch gemacht. 14.341 Tests wurden in der vergangenen Woche durchgeführt. Das waren 2.091 mehr als in der Woche davor.

2.349 der Tests der vergangenen Woche hatten ein positives Ergebnis. Die Positivquote lag mit 16,38 Prozent noch einmal höher als in der Woche davor (13,98 Prozent). Wie viele der positiven Ergebnisse auf fehlgeschlagene Freitestungen zurückgingen wurde indes nicht bekannt. Auch nach Einschätzung der Stadt kann das Virus bei Infizierten aktuell in vielen Fällen auch noch nach den eigentlich maximal zehn Tagen Quarantäne nachgewiesen werden.

Junge Erwachsene und 50- bis 60-Jährige häufiger infiziert

Beim Blick auf die Altersverteilung der Infizierten wird deutlich, dass sich aktuell vor allem junge Erwachsene und Menschen zwischen 50 und 60 infiziert sind. Bei ihnen sind auch die Anstiege am höchsten. Sie sind auch diejenigen, die tendenziell häufiger auf Festivals, Konzerte, Partys oder etwa Schützenfeste gehen, nach denen es in Hamm zuletzt immer wieder viele neue Fälle gab - unter anderem in Werries und Heessen.

In den Altersgruppen zwischen 30 und 50 sowie bei den über 60-Jährigen liegen die Zuwächse auf ähnlichem Niveau - wenngleich die Fallzahlen unter den Jüngeren höher sind. Unter den Hochbetagten gibt es kaum neue Fälle.

Hier die Altersverteilung der 2.207 Infizierten vom Mittwoch:

AltersgruppeAnzahl InfizierteEntwicklung zur Vorwoche
0 bis 9 Jahre68+3
10 bis 19 Jahre252+33
20 bis 29 Jahre407+148
30 bis 39 Jahre321+70
40 bis 49 Jahre330+68
50 bis 59 Jahre409+121
60 bis 69 Jahre232+61
70 bis 79 Jahre117+22
80 bis 89 Jahre60+16
über 90 Jahre11+3

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