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Corona in Hamm: Krankenhäuser könnten auch hier an Grenzen kommen - dringender Impf-Appell

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Von: Cedric Sporkert

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OB Marc Herter und Prof. Dr. Dirk Böcker vom St.-Marien-Hospital stellten am Donnerstag den Plan für den Impf-Marathon am Wochenende vor. Sie setzen alles daran, dass in kurzer Zeit möglichst viele Hammer geimpft werden.
OB Marc Herter und Prof. Dr. Dirk Böcker vom St.-Marien-Hospital stellten am Donnerstag den Plan für den Impf-Marathon am Wochenende vor. Sie setzen alles daran, dass in kurzer Zeit möglichst viele Hammer geimpft werden. © © Andreas Rother

Oberbürgermeister Marc Herter und der Ärztliche Direktor des St.-Marien-Hospitals, Prof. Dr. Dirk Böcker, haben am Donnerstag noch einmal eindringlich für das Impfen geworben. Auch mit Blick auf die Situation in den Krankenhäusern.

Hamm - Inzwischen gelten 828 Hammer als infiziert, die Inzidenz stieg am Donnerstag auf 249,0. „Nie war das Impfen so wichtig wie jetzt: Das Impfen ist der einzige Weg heraus aus dieser Lage“, betonte Oberbürgermeister Marc Herter. „Mein Appell an alle Bürgerinnen und Bürger in Hamm lautet: Lassen Sie sich impfen!“ (News zum Coronavirus in Hamm)

Impf-Marathon für noch mehr Tempo

Böcker sieht die aktuelle Corona-Welle trotz Fahrt aufnehmendem Impftempo lange noch nicht gebrochen. Nur, wenn möglichst alle geimpft würden, könne sich daran etwas ändern. Vor Weihnachten gelinge das aber sicher nicht. „Wen wir nicht alle immunisieren, wird das nicht die letzte und auch nicht die letzte Weihnachtswelle sein“, erklärte der Ärztliche Direktor.

Um noch mehr Tempo zu machen hat Böcker zusammen mit anderen Ärzten und der Stadt einen Impf-Marathon am Wochenende organisiert. Allein am Sonntag sollen 3.000 Impfungen durchgeführt werden (hier klicken für alle Infos!).

Böcker: „Es wird Kontaktbeschränkungen geben müssen“

Eines der wichtigsten Ziele der Impfkampagne ist, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden. Am Donnerstag lagen 25 Covid-Infizierte aus Hamm im Krankenhaus, vier auf der Intensivstation. Das klingt erst einmal nicht viel. Die Lage könne aber kritisch werden.

Nach Hamm könnte nämlich eine zweite Corona-Welle schwappen, bevor die sich aktuell auftürmende gebrochen ist. Am Mittwoch habe es die ersten Anfrage aus Ostdeutschland, Bayern und den Niederlanden gegeben, ob Intensivpatienten in die Region verlegt werden können, erklärte Böcker. „Die regionalen Verlegesysteme dort vor Ort sind an der Grenze.“ Ob und wie viele Patienten letztlich von außerhalb nach Hamm kommen, sei zwar noch vollkommen unklar. „Das kommt aber schon näher, als man denkt“, so Böcker. Auch hier vor Ort werde man den Grenzen ziemlich nahe kommen. „Warum sollte es uns da anders gehen als den Bayern?“

Wann die Welle gebrochen werde, hänge auch davon ab, wann die Politik wieder kontaktreduzierende Maßnahmen ergreife. Die Lösung am Ende sei nur die möglichst vollständige Impfung. „Alles andere ist nur ein Abpuffern von Effekten“, so Böcker. Sonst sei nach einem Lockdown vor einem Lockdown. „Es wird Kontaktbeschränkungen geben müssen.“ Jedem sei geraten, freiwillig auf Kontakte zu verzichten. „Das ist ja die milde Form, wenn ich entscheide, irgendwo nicht hinzugehen und besser als verordnete Beschränkungen.“

Erstimpfungen noch wichtiger als Booster

„Jemand, der sich neu impfen und immunisieren lässt, hat so viel Effekt auf den Verlauf der Pandemie wie drei Menschen, die sich boostern lassen“, erklärte Böcker. Die vielen Impf-Appelle und die fast flächendeckende Einführung von 2G in der Freizeit zeigen offenbar Wirkung. Tatsächlich wurden an den ersten drei Tagen des „Dreiklangs“ der städtischen Impfangebote mit 1.237 deutlich mehr Erstimpfungen als Booster- (919) und Zweitimpfungen (449) durchgeführt.

„Die Zahlen zeigen, dass die Menschen in Hamm unser Angebot annehmen – das ist gut und wichtig“, sagte Herter. Mit den 2.605 Impfungen ist in drei Tagen fast halb so viel von der Stadt geimpft worden wie in den sieben Wochen davor (5.601).

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